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Mi, 21:08 Uhr
07.04.2004

Halb voll

Nordhausen (nnz). Pessimisten würden halb leer sagen, wenn sie die Entwicklung am Christlichen Schulzentrum betrachten. Ab dem nächsten Schuljahr gibt es wieder eine Grundschule, aber eben keine Regelschule mehr. Wie es die Eltern aufnahmen und wie es weiter geht, erfahren Sie hier.


fröhliche Schüler Eigentlich hatte man es sich schon gedacht, die Grundschule darf in Nordhausen bleiben, aber die Regelschule hat keine Chance. Heute Nachmittag wurden die Eltern informiert.

Die Grundschuleltern äußerten Freunde und bedankten sich für den Einsatz der Kirchen. Auch ihre Elterninitiative hatte große Wirkung gezeigt. Deshalb soll sie jetzt der Ansprechpartner des Schulträgers Thüringische Landeskirche sein, statt des Fördervereins, der in der Vergangenheit stark kritisiert wurde.

Bisher kamen 16.000 Euro an Spenden zusammen. Dieses Geld wird für die Bürgschaft verwandt, welche der Kirchenkreis Südharz bei der Landeskirche hinterlegen muß. Insgesamt ist eine Summe von 100.000 Euro nötig. Dreizehn Ideen hat die Elterninitiative ausgearbeitet um diese Summe zusammenzubringen. Unter anderem wird es am 12. Juni ein Benefizkonzert im Gehege geben, wo Spenden gesammelt werden.

Die Finanzierung der Grundschule ist für die nächsten beiden Schuljahre gesichert. Die Klosterkammer Hannover wird jeweils 85.000 Euro pro Jahr dazugeben. Auch die Eltern wollen ihren Anteil leisten und 50 Euro Schulgeld pro Monat bezahlen. Um das möglich zu machen, müssen die Schulverträge geändert werden. Das wird in den nächsten Wochen geschehen, damit die neue Regelung mit Beginn des Schuljahres steht.

Sofort wurde Kritik laut, 50 Euro seien viel Geld. Durch die Erhebung dieser Summe würde eine Eliteschule der Besserverdienenden entstehen, was mit dem christlichen Glauben nicht zu vereinbaren sei. Dem ist nicht so, denn es gibt eine Härtefallregelung für alle Kinder, deren Eltern das Geld nicht aufbringen können. Jedem soll der Besuch der Schule möglich sein.

Durch das neue Finanzkonzept steht die Schule erst einmal auf sicheren Füßen, verspricht Oberkirchenrat Christhard Wagner von der Thüringischen Landeskirche. Für die Lösung der Probleme blieben dank der Klosterkammer zwei Jahre Zeit. Es soll so bald wie möglich ein kostengünstigeres Gebäude gefunden werden, da der Plattenbau in Nord zu hohe Heizkosten verschlinge. Für derartige Unterstützung hatte die Stadt Nordhausen bereist zugesagt. Des weiteren sei es laut Wagner wichtig, daß die Schule bekannter wird, Lehrer und Eltern offensiv dafür werben. Durch stabile Schülerzahlen sei es erst möglich den Betrieb zu planen.

Schulzentrum Hier ist der Grund zu finden, warum die Regelschule nicht bestehen bleiben konnte. Dazu erläuterte Oberkonsistorialrat Andreas Haerter, daß es kein tragfähiges Finanzkonzept gegeben habe, außerdem sei vor zwei Jahren nicht ausreichend geprüft worden, ob für eine solche Schule überhaupt Bedarf bestünde. Eigentlich sollte sie als Anschluß an die Grundschule funktionieren, aber in jedem Jahrgang gab es nur etwa 10 Kinder, die eine Regelschule besuchen wollten. Mit 40 Kindern konnte der Betrieb nicht gesichert werden. Alle Regelschüler, die es wollen, werden im nächsten Jahr gemeinsam in der Petersbergschule lernen. Natürlich stände es den Eltern frei auch eine andere Schule in der Nähe zu suchen, so Haerter, der bis Ende März Schuldezernent der Kirchenprovinz Sachsen war.

Die Eltern von den Regelschülern waren verständlicherweise enttäuscht und machten ihrem Unmut Luft. Bis zuletzt hatten sie darauf gehofft, daß das Schulzentrum als Ganzes erhalten bliebe. Es wurden auch einzelne Stimmen laut, daß es besser gewesen wäre alles zu schließen.

Eine andere Kröte schlucken muß der Kirchenkreis Südharz. Er hatte für die Schule gebürgt und bleibt auf den 528.000 Euro sitzen. Dank eines Vergleichs muß er nur die Hälfte aufbringen, die andere trägt die Kirchenprovinz Sachsen.

Bis zu den Sommerferien läuft der Unterricht gewohnt weiter. Die Lehrer der Regelschule, die ohnehin nur befristete Verträge bis zum Schuljahresende hatten, blicken in eine ungewisse Zukunft. Auch die Schüler haben noch eine seltsame letzte Woche vor sich, da sich die Lehrer am 30. Juni verabschieden, es aber erst am 08. Juli Zeugnisse gibt. Die Beaufsichtigung der Kinder sei durch Vertretungskräfte gesichert.

Wer im nächsten Jahr einen Schulanfänger hat und schon immer mit dem Gedanken spielte, sein Kind in eine christliche Schule zu schicken, kann das beruhigt tun. Die Grundschule nimmt noch Kinder für das Schuljahr 2004/2005 an, versicherte Schulleiterin Reichert.
Autor: wf

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