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Sa, 17:37 Uhr
03.08.2013

Überrennen uns die Wildschweinrotten?

Sagenhafte Abschüsse bei Schwarzwild meldeten die Thüringer Jäger in der zurückliegenden Saison. Überrennen uns die Wildschweinrotten? Eine Betrachtung von Kurt Frank...

Keiler (Foto: privat) Keiler (Foto: privat)

37 000 Wildschweine im Jagd-Jahr 2012/2013 in Thüringen erlegt, ein Plus von 16 000 Stück. Deutlich stieg die Strecke auch bei Waschbären. Mit 8 600 erlegten Tieren waren es 2 200 mehr als im Vorjahr. Außerdem fielen 27 000 Füchse den Flinten der Jäger zum Opfer. Darüber informiert Andreas Maruschke, Pressesprecher des Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, in einer Mitteilung. Die Jäger im Südharz halten da fleißig mit.

In den Gemeinschafts- und Eigenjagdbezirken erlegten sie in der Saison 2011/2012 insgesamt 1033 Wildschweine, 383 Tiere mehr als im Jahr davor. Das besagt die Statistik Detlev Collmanns von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises. Sie wird bereichert durch 1 200 Abschüssen von Füchsen und 909 von Waschbären.

Im Zusammenhang damit dürfte die Wildtiererfassung im Südharz von Interesse sein. Sie beruht auf Zahlen, die Jagdpächter in den Gemeinschafts-und Eigenjagdbezirken an die Untere Jagdbehörde meldeten. Sie, sagt Detlev Collmann, erhebe nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Demnach beträgt der geschätzte Stand 3000 Stück Rehwild, 1000 Stück Rotwild und 220 Stück Muffelwild. Bei Schwarzwild sollen es wie bei Rotwild ebenfalls 1000 Tiere sein.

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Vergleicht man den Wildtierbestand mit der Abschusszahl, ergeben sich Fragen. So blieben immerhin 33 Wildschweine über die vermeintliche Zählung hinaus mehr auf der Strecke. Schwarzkittel, sagen Jagdpächter, ließen sich nur schwer erfassen, zudem legten sie oft weite Strecken zurück. Der Schwarzwildbestand liegt mit Sicherheit höher als „nur“ bei 1000 Tieren. Allein im Vorjahr wurden an den Wildhandel in Wolkramshausen 15 Wildschweine im Schnitt pro Woche angeliefert. Nach Drückjagden sogar bis zu 110 Tieren, weiß Wildbret-Fleischer Jens Cotta. Im Gegensatz zum Niederwild, das kaum noch zu finden ist, biete die Landwirtschaft von heute mit ihren riesigen Maisfeldern dem Schwarzwild ein Schlaraffenland.

Die Jagdstrecke mit 212 Rot- und 843 Stück Rehwild sowie 17 Mufflons entspricht dem vermuteten Gesamtbestand. Im Jagdwesen wird das innerhalb eines Jagd-Jahres vom Jäger erlegte Wild, im Straßenverkehr tödlich verunfallte Wild (Unfallwild) und an unbekannten Todesursachen verendete Wild (Fallwild) als Jagdstrecke bezeichnet.

Um ihren Nachwuchs brauchen sich die Jäger im Südharz nicht zu sorgen. Etwa 550 Männer und 20 Frauen, sagen Christian Büchting, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, und Detlev Collmann, gehen derzeit mehr oder weniger intensiv auf Pirsch. Zehn Jagdanwärter, überwiegend jüngere Leute, bereichern nach bestandener Prüfung im September die Jägerschaft. Glaubt man der Statistik, legte sie enorm zu. Vor drei Jahren hatte uns der leider schon verstorbene ehemalige Chef der Südharzer Jägerschaft, Hans-Joachim Knabe, 400 Weidmänner angegeben.

Wildschweine sind Allesfresser und können in landwirtschaftlichen Kulturen erhebliche Schäden auf frisch bestellten Maisäckern, in Kartoffel- und Getreideschlägen anrichten. Mancherorts dringen sie bis in Städte vor, in Vor- und Kleingärten ein. Im Wald sind sie bis auf Forstsaatkulturen durchaus als Schädlingsvertilger (Mäuse, Larven, Schnecken, Würmer) und wegen ihrer Wühltätigkeit zur Förderung der Luftzirkulation des Bodens bei Förstern nicht unbeliebt. Die Jagd auf Schwarzwild gehört zu den reizvollsten und ist sehr vielseitig. Am Gesamtwildbretaufkommen ist auch hierzulande Schwarzwild wie das Rehwild mit 40 Prozent Haupt-Wildart.
Kurt Frank
Autor: red

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