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Fr, 15:58 Uhr
12.07.2013

nnz-doku: Brief an Lieberknecht

Die Diskussion um den Standort der Biomethan-Anlage in Bielen geht weiter. Jetzt hat ein betroffener Bürger einen offenen Brief an Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht geschrieben...


Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht,
ich wende mich heute mit einem offenen Brief zur Thematik: Geplanter Bau einer Biomethangasanlage in 99734 Nordhausen.

Die Gründung der EVN-Biomethan GmbH wurde am 27.03.2013 in der Stadtratssitzung beschlossen. Hier wurde auch der Standort der geplanten Anlage festgelegt. Am Freitag, den 05.Juli 2013 gab es dazu eine Bürgerversammlung mit dem Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh, der gebildeten Projektgruppe der Stadt Nordhausen und der EVN.

Diese Veranstaltung war für den interessierten Bürger sehr ernüchternd, man kam sich nicht mehr als erwachsener mündiger Bürger vor. Ich wende mich heute an Ihre Person, da die gewählten Vertreter unserer Stadt in einem Interessenkonflikt stehen. Die Stadt Nordhausen ist Gesellschafter der EVN und kann sich somit nicht für die Belange mündiger Bürger einsetzen.

Am 03.07.2013 veröffentlichte die Stadt Nordhausen, dass eine Haushaltssperre erlassen werden muss. Der Bürgermeister der Stadt Nordhausen ist auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Eine Projektgruppe der Stadt für die Errichtung der BMA wird gegründet und auf die Frage "Haben Sie sich diesen Job genau so vorgestellt" an den Oberbürgermeister Dr. Zeh gab es bei einem Interview am 10.07.2013 die Antwort: "Nein". (Nachzulesen NNZ-online.de 10.07.2013 14:35 Uhr)

Das Land Thüringen geht nach dem Bau der BMA in die Geschichte Deutschlands ein, da es in keinem anderen Bundesland solch eine Anlage in direkter Nähe eines Wohngebietes und Flugplatzes gibt. Sie als Ministerpräsidentin haben sich selbst bei der Eröffnung einer Biogasanlage in Weißenborn­Lüderode davon überzeugen können, dass es auch andere Wege gibt. Dort steht die Anlage 1,7 km entfernt von der Ortslage.

In Nordhausen wurden von Anfang an die Bürger verunsichert, so wird zum Beispiel argumentiert, dass nur dieser Standort in Frage kommt, da eine Mitteldruckgasleitung zur Betreibung benötigt wird und diese nur dort vorhanden ist. Nur wird verschwiegen, dass genau diese Mitteldruckleitung erst wenige Wochen vor Bekanntgabe des Standortes gelegt worden ist.

Bei der Bürgerversammlung am 05.07.2013 wurde von der Projektgruppe der Stadt Nordhausen vertreten durch Herrn Martin Juckeland dem Bürger unmissverständlich zugetragen, dass Diskussionen Contra BMA nicht erwünscht und geduldet werden, jedoch Fragen gestellt werden dürfen. Gegen Diskussionen PRO BMA gab es keine Einwände.
Ich bitte Sie höflichst die notwendigen Schritte einer Dienstaufsichtsbeschwerde zu prüfen. Kein Vertreter der Stadt, Politik ist berechtigt so mit mündigen Bürgern umzugehen.

Die Politiker in Berlin haben die Fehlentwicklung der zurzeit bestehenden Förderung der Biomethangasanlagen durch das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) bereits erkannt.

Frau Ministerpräsidentin üben Sie Ihre Verantwortung gegenüber dem Bundesland Thüringen und setzen sich mit dieser Thematik auseinander, bevor es zu spät ist und noch mehr Gelder "verbrannt" werden.
Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Knötel, ein Bürger der Stadt Nordhausen
Autor: red

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Kommentare
Retupmoc
13.07.2013, 09:32 Uhr
Briefe
Sehr geehrter Herr Knötel, da können Sie auch einen Brief an den Dalai Lama schreiben. Frau Lieberknecht ist auf Seiten der Bosse nicht auf Seiten der Bürger.
Wolfi65
13.07.2013, 11:44 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert.
W.Roßmell
14.07.2013, 18:23 Uhr
Wenigstens einer versucht es weiter....
gegen diese wahnwitzige BMA mit Worten und schaltet nun die Ministerpräsidentin ein. Allerdings hätten Sie Herr Knötel in Ihrem Schreiben noch ein "paar Pfunde" mehr reinbringen sollen und die Fau Lieberknecht darüber informieren sollen, dass sich gegen den Bau dieser Anlage eine Bürgerinitiative gegründet hatte, die immerhin mehr als 4.000 Unterschriften von Bürgern gesammelt haben, die sich gegen diesen Standort ausgesprochen haben! Sie hätten auf die Facebookseite der BI "Stoppt Biogas Nordhausen" hinweisen können, wo immer die aktuellen Geschenisse dokumentiert werden.
Schade, denn so wird wohl diese Frau Lieberknecht das Papier auch nur zusammenknüllen und keine Antwort an Sie richten, warum denn auch? Hier in NDH regiert ein CDU-Oberbürgermeister, der viele Jahre in Erfurt war und die sich mehr als gut kennen.

Dass allerdings diese BMA entgegen aller Regeln der menschlichen Vernunft in die Nähe von Wohnbebauung gebaut werden soll, das wird sie gar nicht wahrnehmen, auch wenn im Eichsfeld ein anderes Beispiel von ihr persölich vor Ort eröffnet wurde... Politiker mögen keine negativen Reaktionen von "aufmüpfigen" Bürgern, sie wollen immer nur eins, ihre politische Macht demonstrieren! Bürgerbeteiligung wird sofort verhindert und wir sind gespannt, was diese Politikerin anworten wird...!
Übrigens, wenn sie genauso antworten wird, wie das der OB Dr. Zeh getan hat, dann ist es wohl nur blub, blub blub und eine nichtsagende "Antwort". Davon können wir Ihnen jede Menge solcher Antworten auf unsere Fragen zeigen, ein Märchenbuch jedenfalls ist da spannender und hat eine echte Handlung mit Niveau. Die Antworten aus dem Rathaus jedenfalls waren auf dem Niveau der Vorschule, nicht mehr und auch nicht weniger!
Suse
14.07.2013, 20:53 Uhr
Vergebliche Mühe
denn die Antwort wird enttäuschend sein. In Wahrheit interessiert sich doch keiner von den Politikern für das Wohl der Bürger. Und dann hat ja auch ein uraltes Sprichwort " Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" doch heute wohl mehr als früher an Bedeutung gewonnen.
Also ,lieber Herr Knötel,erhoffen Sie sich von da keine Hilfe.
Ich wünsche Ihnen aber dennoch viel Erfolg in Ihrem harten Kampf gegen diesen Wahnsinn.
Boris Weißtal
15.07.2013, 00:13 Uhr
gähn
das ist ja langsam zum Einschlafen. "Weil wir unseren Eigennutz nicht bedient bekommen, ist der Rechtsstaat im Popo".

Meine Bitte an die EVN: Bitte baut das Ding endlich, vorher werden die Gerichte das alles prüfen und dann ist alles gut. Das Lustige ist nur: "der Kläger zahlt die Kosten des Verfahrens". Aber liebe Bielener, glaubt ja nicht, dass die Himmelgärtner sich an den Kosten beteiligen, von wegen Solidarität wegen den verbrannten Lebensmitteln, die in Afrika dringend benötigt werden...
Die "Solidarität" werdet Ihr dann eben nicht erleben... Die reicht dann nämlich nicht einmal 4 km weit!
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