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Mi, 14:19 Uhr
10.07.2013

nnz-Forum: „Vorsatz oder Unwissenheit“

Am vergangenen Freitag ist in Bielen zum Ist-Stand der vorbereitenden Arbeiten zum Bau einer Biomethan-Anlage bei Nordhausen informiert worden. Dazu das Statement eines nnz-Lesers...


In der Stadtratssitzung vom 27. März wurde die Gründung der EVN-Biomethan GmbH „am Standort Bielen“ beschlossen und damit der Grundstein für eine ausschließliche Standortbearbeitung im Gewerbegebiet Bielen, neben dem BIC, gelegt.

Wie bekannt: ein Standort in unmittelbarer Nähe der ersten Wohnbebauung der Ortslage Bielen, neben einem Flugplatz, wo auch Motorflieger starten und landen und direkt neben dem mit Subventionen errichteten Rad- und Wanderweg „Alte Leipziger Straße“.

Die berechtigte Anfrage im Frageteil der Statdtratssitzung an den Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen, Herrn Dr. Zeh, warum die BMA nicht im entstehenden Industriegebiet „Golden Aue“ errichtet wird, wo ausreichende Abstände zur Wohnbebauung vorhanden sind und durch die An- und Abfuhr, sowie die Lagerung und das Verbringen der Reststoffe auf die Felder keine direkte Belästigung von Anwohnern entsteht, wurde mit folgender Begründung abgeschmettert.

Im Industriegebiet „Goldene Aue“ sind die Fördermittel an die Auflage der Ansiedlung von Betrieben mit einem Flächenbedarf von mindestens 10 ha gebunden. Bei Verstoß droht eine Rückforderung der Fördermittel, da die BMA nur ca. 4 ha Flächenbedarf hat.

Es gibt nur eine Hochdruckgasleitung und keine Niederdruckgasleitung für die Einspeisung des Biomethangases. Daraufhin wurde der Standort im Gewerbegebiet Bielen für alternativlos erklärt und die Stadträte stimmten mehrheitlich zu.

Nun war dazu zu lesen:„…Fünf, sechs extrem große Flächen sind vorgesehen, zeigt Eberhard Belz auf einer Karte. Das unterscheidet ein Industrie- von einem Gewerbegebiet. Nur Richtung Urbach plant die LEG eine etwas kleinteiligere Vermarktung.“

Hört, hört! Vorsatz oder Unwissenheit! Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Weiterhin fragt sich inzwischen eine Vielzahl von Bürgern, wer und welche Art Ansiedlung von Großbetrieben dort stattfinden soll.

Die Information der Bürger ist hier ebenfalls gleich Null. Oder fürchtet man hier auch schon im Vorfeld Proteste der Bürger, wenn die wahren Absichten zu früh bekannt werden. Ein Indiz dafür sind die umfangreichen „öffentlichen Grünflächen – Zweckbestimmung Schutz und Leitgrün“ um das Industriegebiet herum. Das läßt böse Ahnungen aufkommen!

In der Webseite zum Industriegebiet „Golden Aue“ wird um Investoren gebuhlt mit der Aussage: „Auch die erforderlichen Medien wie Strom, Erdgas, Wasser und Abwasser lassen sich heranführen oder liegen bereits an.“

Erstaunlich, auch Gasanschlüsse sind geplant oder bereits vorhanden. Es gehört nicht viel Intelligenz dazu, um zu vermuten, dass dort nicht mit Polleröfen geheizt wird oder auch Gas für Prozesse erforderlich sein könnte. Baut hier die EVN etwa auch heimlich eine Niederdruckleitung wie zum Industriegebiet Bielen im Vorfeld der Entscheidungsfindung für den Standort der BMA geschehen?!

Herr Oberbürgermeister Dr. Zeh, erkennen sie endlich, dass die Standortfrage der BMA schon längst nicht mehr eine technokratische Entscheidung ist, sondern eine höchst politische!

Hier zeigt sich, wie unsere Kommunalpolitiker mit den Bürgern umgehen. Bedenken sie immer, dass sie eine Wahlfunktion bekleiden und nicht Angestellter der EV-Nordhausen sind.

Das es auch anders geht, zeigt das jüngste Beispiel der Einweihung der BMA in Weißenborn-Lüderode (siehe Artikel in der NNZ-online vom 08.07.2013) Einmaliges im „Kleinen Körbchen.“ Dort war großer Bahnhof mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht bei der Einweihung der BMA.

Hier hatte man auch keine Bürgerproteste zu befürchten, denn die Anlage befindet sich im Abstand 1,7 km zur Ortslage! Es geht doch!
Dr. Reinhard Hendrich, Bielen
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
H.Buntfuß
10.07.2013, 16:10 Uhr
Kaum zu glauben?
Da werden wir Bürger von den Politikern an der Nase herumgeführt und einige von uns sind auch noch so naiv und wählen diesen Clan. Man muss sich nur wundern, mit welcher Abgebrühtheit die Politiker vorgehen. Da werden schon mal Fakten verdreht, oder gar verschwiegen. Wenn man diesen Artikel richtig gelesen hat, weiß man was gemeint ist, oder unterliege ich da einem Irrtum?

Unsere Nahrungsmittel werden immer teurer. Zurzeit haben wir eine Preiserhöhung von 21 bis hin zu 35 Prozent und das ist erst der Anfang. Spekulanten nutzen die Situation aus, um die Preise in die HÖHE zu treiben. Und wir stehen erst am Anfang einer Preisspirale, so sehe ich das und viele andere.

Vor diesem Hintergrund, machen sich in Nordhausen Politiker, Lobbyisten und Unternehmer stark für eine Biogasanlage, in der Lebensmittel verstromt werden sollen. Ihr Slogan, es gibt keine „Alternative“ und Nordhausen kann die Welt sowieso nicht retten! Merkwürdige Sprüche, oder?

Frage: „Was ist mit der Alternative Nentzelsrode?“ So etwas scheinen die Damen und Herren Befürworter der Nahrungsmittelvernichtung überhaupt nicht wahr zu nehmen, oder?
Elke Lapucha, Bielen
11.07.2013, 00:53 Uhr
„Vorsatz oder Unwissenheit“ - Beides ist gefährlich.
In der Veranstaltung am vergangenen Freitag wurde uns Bielener Bürgern so manch Widersprüchliches von den Herren im Präsidium erzählt und das ohne dabei „rot“ zu werden. Der Bürgerwille zur BMA ist doch klar erkennbar, oder sind die Bielener keine Bürger?

Wo sind denn unsere gewählten Kommunalpolitiker, die uns vertreten sollen? Wollen Sie denn wirklich, Herr Dr. Zeh, dass unsere Nachkommen die „Golden Aue“ nur noch von Erzählungen kennen weil hier Lebensmittel zu Strom verarbeitet werden?

Zum Verlust der Wohnqualität in Bielen käme auch noch die Angst um unsere Kinder, die die „Alte Leipziger Straße“, klassifiziert als Radweg, in ihrer Freizeit und für den Schulweg nutzen.

Wie sieht es denn aus mit dem Industriegebiet „Golden Aue“???
Wir wissen von Herr Eberhard Belz aus der Presse, dass doch eine kleinteilige Vermarktung durch die LEG geplant ist.
„Vorsatz oder Unwissenheit“ - Beides ist gefährlich.

Herr Dr. Zeh ich appelliere an Ihren gesunden Menschenverstand und Ihr Gewissen, dass Sie sich Ihrer Aufgabe uns und unseren Kindern gegenüber besinnen und den Wahnsinn BMA in unmittelbarer Ortsnähe Bielen beenden.
Einen „Plan B“ gibt es immer – wenn der Wille da ist.
Ein guter Freund hat mal zu mir gesagt. „Du musst immer so handeln, dass Du Dich auch morgen noch im Spiegel ansehen kannst“. Wie sieht es da bei Ihnen aus?
Friderike
11.07.2013, 08:57 Uhr
..ist doch nur eine Minderheit
tja, so wird es leider gesehen, die "paar" Gegener der Biomethangasanlage, wobei mir dieses Wort "Bio" immer wieder mehr als schwer fällt, stört doch nur wenige Bürger, so wie es hier immer wieder in den Kommentaren geschrieben wird und da haben wir uns eben zu fügen! Auch Dr. Zeh hat in seiner Wohnnähe die B4 mit erheblicher Lärmbelastung, wie er am Freitag zum Besten gab...Naja, wollen wir das mal nicht weiter bewerten!
Und die Anlage in das Gewerbegebiet zu bauen, würde sicher die wenigen Interessenten auch noch verscheuchen! Also gibt es eben nur diesen Standort und wir müssen doch froh sein, denn sonst gibt es keine Straßenbahn, kein Theater und kein Vereinsleben mehr und, und, und...Aber, dass der Strompreis zum Jahresende steigt, dass haben die Vertreter der EVN schon am vergangenen Freitag angekündigt, auch wenn die Anlage gebaut wird. Ist ja auch verständlich, wie soll man denn sonst eine solche Anlage bauen, wo es keine Förderungen für gibt...ach halt, doch, aber nur für das erzeugte und eingespeiste Gas!

Prima Beitrag, weiter so Herr Dr. Hendrich!
Bodo Schwarzberg
11.07.2013, 11:40 Uhr
BMA: Dr. Hendrichs Vorgartensorgen
Nach allem, was über die Gewinnung von Bioenergie aus Nahrungspflanzen und deren globale Folgen veröffentlicht wurde und wird, finde ich es traurig, dass es Herrn Dr. Hendrich, wie den meisten anderen BMA-Gegnern, nur um die Befindlichkeiten rund um die eigenen Vorgarten geht. GENERELL muss eine solche Anlage abgelehnt werden. Egal wo sie steht. Überall werden Fakten ignoriert und schöngeredet, nur um diese Anlage unter allen Umständen hierher zu bekommen, vor die eigene Haustür oder ins Industriegebiet auf besten Ackerboden, und das dennoch von zu vielen akzeptiert wird.
Es ist zudem genug versiegelt und verbaut worden, seit der Wende. Die Gewöhnung an all dies aber verstellt den Blick für diese Veränderungen und spielt Politik und Wirtschaft in die Hände.
Und das Wort vom "Globalen Denken und lokalem Handeln" scheinen manche Nordhäuser Verantwortungsträger noch nie gehört zu haben. Ein Gutachten der Leopoldina gibt es für sie nicht. Dr. Zehs geschöntes FH-Gutachten ist willfähriger, allen sonstigen Erkenntnissen dieser Welt zum Trotz. Die Diktatur des Geldes funktioniert. Das haben unsere früheren Bürgerrechtler, die nun in den Büros sitzen, schnell verinnerlicht. Noch etwas zu Weißenborn-Lüderode: Die Anlage dort ist ein Beweis für die Unfähigkeit der Politik, die Nachwendebauwut auf der Grünen Wiese zu stoppen. Sie ist Ausdruck für die Zerstückelung und Zersiedelung unserer schon arg malträtierten und intensiv genutzten Landschaft. Dr. Hendrich findet das gut. Ich kenne die Fläche, weil sich in der Nähe ein Standort der vom Aussterben bedrohten Borstigen Glockenblume befand. Um die hat sich niemand gekümmert. Den Standort gibt es nicht mehr.
Und wenn sich die Bürger über die Machenschaften der Obrigkeit in Sachen BMA aufregen, dann sage ich ihnen: Dann wählt doch diese Leute nicht.
Harzer_Wolf
11.07.2013, 13:11 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrags
Friderike
12.07.2013, 09:40 Uhr
Danke Herr Schwarzberg, aber...
Sícher haben sich viele von uns mit einer BMA und deren Wirkungsweise noch nicht genau auseinander gesetzt und das geführte Informationsgespräch am Freitag hat auch nicht alle Hintergründe erleuchtet, aber es ist doch gut und wichtig, dass diesem Irrsinn der Kampf angesagt wird und sei es mit "Vorgartensorgen" oder globalen Denken! Herr Schwarzberg, es kann nicht jeder so, wie Sie, mit der Materie vertraut sein und es will auch nicht jeder so konsequent kämpfen! Das wird es immer und immer wieder geben und wir müssen froh sein, wenn ab und zu jemand über seinen Tellerrand/Vorgarten hinaus sieht und sich für oder gegen eine Sache einsetzt.

Wir brauchen Alternativen für Kernkraftwerke und da wird eben nach vielen, manchmal unsinnigen und untragbaren, Lösungen gegriffen. Das war schon immer so und wird leider auch so bleiben. Als die AKW aus dem Boden gestampft wurden, freuten sich fast alle über diesen "sauberen" Strom, an die Nachwehen dachte damals kaum einer und so setzt es sich bis heute fort, denn viele meinen es ist eine super Idee den nachwachsenden Mais in Gas umzuwandeln! Welche Auswirkungen das aber auf uns und unsere Kinder haben wird, darüber macht sich heute kaum einer Gedanken!

Bitte Herr Schwarzberg, klären Sie die Bürger auf und nicht, wie ich es beim Lesen empfunden habe, unterstellen Sie ihnen Vorgartendenken!

Herr Dr. Hendrich schreiben Sie weiter und viele Andere ebenso!
Birgit26
12.07.2013, 10:53 Uhr
Das sehe ich genauso!
Richtig @Fridericke, ich empfand den Beitrag von Herrn Schwazberg genauso! Und heute ist es gar nicht so leicht die Zusammenhänge zu erkennen.

Ich war schon von Anfang an gegen den Bau einer solchen Anlage, die mit Bio absolut nichts zu tun hat. Dies habe ich auch immer vertreten! Müllverbrennung etc. ist okay, aber nicht der Einsatz von Lebensmitteln. Auch habe ich dazu im Stadtrat mehrfach Anfragen gestellt, allerdings wurden meine Einwände immer abgewiesen und teilweise als falsch bezeichnet.

Den Welthunger haben nämlich wir! mit unserer falschen Hilfe, die staatlich gestützt wurde und wird mit zu Verantworten! Das wurde am Freitag bei der Veranstaltung deutlich gesagt und wenn dann hier Mais "vergast" wird, dann hat das keinen Einfluß, lt. dem Gremium aus Politik, Stadtverwaltung und Wirtschaft, auf den Welthunger!
W.Roßmell
14.07.2013, 18:01 Uhr
@ Herrn Schwarzberg
Ich kann meinen beiden "Vorschreiberdamen" nur zustimmen, was sie über Herrn Schwarzberg geschrieben haben. Ich stehe auch voll hinter der Meinung von Herrn Schwarzberg, dass so eine BMA niemals gebaut werden darf!

Aber ich vertsehe nicht, dass Herr Schwarzberg nun einige Bürger angreift und ihnen "Vorgartensorgen" vorwirft. Das ist so nicht in Ordnung Herr Schwarzberg und ich finde es an dieser Stelle absolut unpassend von Ihnen, dass Sie mit diesem Beitrag Leute angreifen, die den Kampf gegen so eine wahnwitzige Anlage noch nicht aufgegeben haben. Ich muss an dieser Stelle allerdings Ihnen Herr Schwarzberg die Frage stellen, wo Sie denn überall waren und mit Ihrer Meinung vor dem Stadtdrat, in der Fachhochschule, in irgendeinen der vielen Stadtausschüsse vom öffentlichen Teil oder auch in Bielen aufgetreten sind...?

Leider haben Sie nicht einmal die Öffentlichkeit genutzt und sind gegen diese Befürworter dieser BMA aufgetreten und haben es Ihnen Angesicht zu Angesicht erzählt, was Sie hier in der NNZ oft getan haben. Den Politikern gegenüber so aufzutreten, hätte vielleicht die eine oder andere Gegenstimme gebracht, aber jetzt gegen die betroffenen Bewohner Vorgartendenken anzubringen, halte ich für absolut daneben!

Es kann eigentlich jetzt nur noch mit voller Wucht gegen die Befürworter dieser BMA gehen und da sollten sich die Bielener Einwohner wirklich zusammentun und gemeinsam mit "sattelfesten" Anwälten gegen diesen absoluten Irrsinn endlich eine Ende zu bereiten.
Und da sollten die Bürger hier nicht noch angegriffen werden und Ihre Meinung auhc frei äußern können und dürfen!

Allerdings Herr Hendrich, ob Ihre tollen Beiträge das "müde Volk" in Bielen noch zum Kochen bringt und den notwendigen Zusammenhalt incl. der nötigen finanziellen Unterstützung bringen wird, scheint mir sehr fraglich, leider!

Deshalb sollten gerade jetzt alle Möglichkeiten einer Klage mit Anwälten vorbereitet, auch die Auslegung der Unterlagen vorbereitet werden, damit diese Anlage doch noch verhindert werden kann! Viel Erfolg wünsche ich den Bielenern Bürgern dazu!
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