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Mi, 08:28 Uhr
10.07.2013

Hitze-Warnsystem wird erweitert

Auch wenn der Sommer in den nächsten Tagen schwächelt – der Deutsche Wetterdienst (DWD) baut sein Warnsystem für Hitzewarnungen aus. Da hohe Temperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit, intensiver Sonnenstrahlung und geringen Windgeschwindigkeiten unsere Gesundheit belasten können, gibt der DWD immer wieder Hitzewarnungen heraus....


Beispiel einer Hitzewarnung (Foto: DWD) Beispiel einer Hitzewarnung (Foto: DWD) Ab sofort werden diese Warnungen des nationalen Wetterdienstes auch über eine kostenfreie Hitzewarnung-App für Smartphones mit Android-Betriebssystem angeboten. Eine App für IOS-Systeme ist geplant. Alle Hitzewarnungen können als SMS auch an Nutzer von Mobiltelefonen mit anderen Betriebssystemen versandt werden. Die neue App ist im Google Play Store unter dem Stichwort ‚Hitzewarnung‘ oder http://bit.ly/17T49MQ zu finden.

Mehrtägige Hitzeperioden können erhebliche negative Folgen für die Gesundheit haben. Im Hitzesommer 2003 haben Hitzewellen in Europa schätzungsweise bis zu 50 000 Menschen das Leben gekostet. Auch Deutschland war mit mehreren Tausend Todesfällen betroffen. Um die negativen Folgen der Hitze zu minimieren, hatte der DWD im Jahr 2005 ein Hitzewarnsystem für die Bevölkerung eingerichtet. Die
landkreisgenauen Warnungen werden im Internet unter www.dwd.de/hitzewarnung veröffentlicht. .

Basis ist die gefühlte Temperatur

Besonders Wetterlagen, die über mehrere Tage hohe Temperaturen, eine hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Windgeschwindigkeiten, intensive Sonnenstrahlung und geringe nächtliche Abkühlung aufweisen, können zu hitzebedingten Erkrankungen und auch zur hitzebedingten Sterblichkeit führen. Ein Blick auf das Thermometer reicht dabei nicht immer aus, um die Wärmebelastung richtig abschätzen zu können. Der DWD verwendet dafür die Gefühlte Temperatur. Gewarnt wird in zwei Stufen: Kann die Gefühlte Temperatur an zwei Tagen in Folge über etwa 32 Grad Celsius liegen und bleibt die Nacht dazwischen warm, wird vor starker Wärmebelastung gewarnt. Werden 38 Grad Celsius überschritten, gibt der DWD eine Warnung vor extremer Wärmebelastung heraus.

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Die Gefühlte Temperatur bezieht die oben genannten meteorologischen Parameter mit ein und modelliert den Wärmeaustausch für einen Standard-Menschen in Europa, den sogenannten Klima-Michel. Dieser passt zudem seine Bekleidung an, um nach Möglichkeit im thermischen Komfortbereich zu bleiben. Bei Hitzewellen ist dies aber oft nicht mehr möglich und der Organismus muss aktiv arbeiten, um nicht zu überhitzen. Dies geschieht zum Beispiel durch die Absonderung von Schweiß zur Erzeugung von Verdunstungskälte oder durch eine stärkere Durchblutung der Arme und Beine um die Wärme besser vom Körperinneren abtransportieren zu können.

Besonders bei geschwächten Personen oder älteren Menschen können diese lebensnotwendigen Kühlmaßnahmen den Organismus jedoch schnell überfordern. Es kann dadurch zu Kreislaufbeschwerden und schlimmstenfalls zu einer Überhitzung des Körpers kommen. Der DWD empfiehlt deshalb an schwülheißen Tagen den betroffenen Menschen nicht direkt in die Sonne zu gehen und in der heißesten Zeit am Nachmittag in Innenräumen zu bleiben sowie körperliche Aktivität im Freien in die Morgenstunden zu verlegen. Entscheidend ist, den Körper kühl zu halten – zum Beispiel durch luftige, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung. Außerdem sollten ausreichend und regelmäßig alkoholfreie Getränke getrunken werden.

Mit seinen Hitzewarnungen will der DWD helfen, solche Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen.
Autor: red

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Kommentare
-----7
10.07.2013, 12:15 Uhr
Braucht man für Alles eine App?
Ich finde, es gibt Apps, die unnütze sind. Von solchen Hitzewellen sind meist ältere Menschen bedroht und ich glaube kaum, dass diese ein Smartphone haben um sich diese App anschauen bzw. bedienen zu können. Auch Babys und Kleinkinder sind bedroht. Aber jeder, der in der Lage ist, ein Smartphone zu bedienen, wird auch in der Lage sein, einzuschätzen, was er bei einer Hitzewelle tun bzw. wie er sich schützen kann. Eine Warnung wie "Morgen wirds heiß" erreicht da eher die wenigsten.

Andererseits gibt es ja auch Benutzer von Smartphones, die ihrem Gerät mehr vertrauen, als herkömmlichen Messgeräten. So hatte ich mal eine Konfrontation mit jemandem, der meinte, es sei 18°C - mein Thermometer zeigte aber 22°C an und derjenige stand daneben. Er meinte, dass mein Thermometer sei kaputt, denn das was sein Gerät anzeigt, das stimmt - basta.

Es gibt eben solche und solche.
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