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Di, 13:01 Uhr
18.06.2013

Depressionen – mehr als eine Krankheit

Zwei völlig unterschiedliche Menschen. Zwei ganz unterschiedliche Lebenswege. Ein gemeinsamer Knotenpunkt: Burnout. Die Art und Weise damit umzugehen und den Weg zurück ins Leben zu finden - in beiden Fällen anders und doch auch wieder ähnlich...


Im Tabakspeicher kommen zwei Persönlichkeiten zu Wort, die anfangs unbemerkt in diesen Zustand emotionaler Erschöpfung gerieten und aus der Krise wieder herausfanden.

Thomas Kühne (Foto: privat) Thomas Kühne (Foto: privat)

Thomas Kühne hat seine Geschichte in einem Buch „Depressionen – mehr als eine Krankheit“ veröffentlicht, aus dem er an diesem Abend lesen wird. Der Autor ist 52 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Söhne. Trotz einer angeborenen Körperbehinderung lebt er aktiv und selbstbewusst. 10 Jahre leitete er einen Lebensmittel-Discounter. Es war sein Traumjob.

Dann hielt er dem hohen Leistungsdruck nicht mehr stand. Er baute psychisch und physisch stark ab. Eines Tages verließ er völlig ausgebrannt „seine Kaufhalle“. Thomas Kühnes Buch ist kein medizinischer Bericht. Dass es offen und ehrlich geschrieben ist, bestätigen die vielen beeindruckten Zuhörer bei seinen Lesungen beispielsweise in Berlin, Schwerin, Magdeburg und Greifswald.

Sabine Schröder (Foto: nnz) Sabine Schröder (Foto: nnz)

Sabine Schröder, die Direktorin der Petersbergschule Nordhausen, weiß seit ihrem Burnout, dass Gesundheit kein Zustand ist, sondern eine Tätigkeit. Ihren ganz persönlicher Weg aus dem Burnout heraus beschreibt sie so: „Natürlich brauchte ich zunächst professionelle Hilfe. Nach einem sehr langen Klinikaufenthalt wusste ich, dass ich auch nach überstandener Krise selbst etwas tun muss, damit es mir weiterhin gut geht.“

Sie hat dann begonnen, sich intensiv mit den Thema Burnout und Depression zu beschäftigen und wollte verstehen, wodurch sie in diese Abwärtsspirale geraten war und was an Bewältigungsstrategien hilfreich ist. Heute kann sie Menschen helfen, bevor sie in einen Burnout rutschen, wenn sie im Burnout sind und damit sie nie wieder in solch eine Krise geraten. Dafür nutzt Sabine Schröder ihre zusätzlichen Ausbildungen.

Sie ist Lauftherapeutin mit Diplom, geprüfte und zertifizierte Burnout-Lotsin sowie Kursleiterin für Lachyoga und Basenfasten. „Dies alles hängt genau so miteinander zusammen wie bei jedem Menschen Körper, Geist und Seele“, sagt Sabine Schröder. Deshalb sei es auch wichtig, Betroffenen nicht nur punktuell Unterstützung zu geben, sondern einen ganzheitlichen, nachhaltigen Ansatz zu bieten.

Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, Nordhausen, am 27. Juni, 19:30 Uhr, Eintritt frei.
Autor: red

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