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Mi, 18:49 Uhr
24.04.2013

Energieumbau mit Augenmaß

Mit großer Skepsis und Zurückhaltung reagierte Egon Primas, Sprecher der CDU-Fraktion für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, auf die heute vorgestellten Pläne des Wirtschaftsministers zu zwei weiteren Pumpspeicherprojekten für Thüringen. Kein Wunder, denn das Wirtschaftsministerium in Erfurt ist SPD-regiert...


„Bevor Menschen und Landschaft in Tourismusregionen mit dem Neubau von Infrastruktur belastet werden, muss eine genaue Bedarfsanalyse durchgeführt und geprüft werden, ob die mit dem Bau der Pumpspeicherwerke verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft vertretbar sind“, sagte Primas.

Nach den Worten des Umweltpolitikers akzeptieren die Bürger derartige Vorhaben, „wenn die Notwendigkeit plausibel nachgewiesen werden kann und die Belastung vor Ort so gering wie möglich gehalten wird. In beiden Punkten besteht Anlass zu erheblichen Zweifeln“, so der Landtagsabgeordnete. Derzeit laufe schon eine Debatte um den Standort Schmalwasser in einer Thüringer Region, die bereits die erforderliche 380KV-Höchstspannungsleitung hinzunehmen hat. „Völlig zu Recht wollen die Menschen vor Ort überzeugende Argumente hören, wenn das Abholzen ganzer Wälder zur Debatte steht“, sagte Primas.

Wie der Umweltexperte ausführte, beträgt die Speicherleistung der deutschen Pumpspeicherkraftwerke aktuell 6.352 Megawatt. Ein Drittel davon wird bereits heute in Thüringen vorgehalten. Hinzu kämen noch mit dem deutschen Stromnetz verbundene Kapazitäten in Österreich (1.781 Megawatt) und in Luxemburg (1.096 Megawatt). „Ob die zwischen 2030 und 2050 angepeilten 9.000 Megawatt gebraucht werden, hängt nicht unwesentlich davon ab, wie sich die alternativen Speichertechnologien entwickeln, an denen fieberhaft geforscht wird“, gibt Primas zu bedenken.

Vor diesem Hintergrund müsse sowohl der Bedarf für das Pumpspeicherkraftwerk an der Talsperre Schmalwasser (1.000 Megawatt) als auch die heute vorgestellten wesentlich kleineren Projekt sehr kritisch hinterfragt werden. „Tiefgreifende Eingriffe dieser Art müssen nach Vorliegen eines Bundesenergiekonzepts erörtert werden, dem eine verlässliche Bedarfs- und Bestandsanalyse vorausgegangen ist“, schloss der Abgeordnete.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
24.04.2013, 22:45 Uhr
Pumpspeicherwerke: Primas hat recht
Mir ist egal, von welcher Partei gute Gedanken kommen, sofern sie zumindest offensichtlich die Umwelt im Auge haben.
Primas mahnt Augenmaß bei der angedachten neuen Runde der Landschaftsverschandelung an und er stellt die Frage nach der tatsächlichen Notwendigkeit. Das ist korrekt und richtig. Wer so herangeht, wird unweigerlich zu dem Ergebnis kommen, dass eine umweltfreundlich und ressourcenschonend gedachte Energiewende nicht mit dem Verbrauch der unwiderbringlichen Ressource Landschaft erkauft werden sollte, zumal dann, wenn es sich um eines der schönsten und naturnächsten Harztäler handelt. Es ist leider so, dass kaum noch jemand in der Debatte das notwendige Augenmaß anmahnt. Das Denken in Kategorien eines ungebremsten Wachstums hat auf diesem Planeten zu gigantischen globalen Umwelt- und sozialen Problemen geführt, die in den Diskussionen bei uns so gern ausgeklammert werden. Kein Wunder: Sie laufen den Wirtschaftslenkern und deren Hofstäten in den Regierungen und Parlamenten zuwider. Die Fakten indes bleiben und sie werden ein Umdenken erzwingen. Wollen wir wetten?
Herr Primas hat in die richtige Richtung gedacht und ich hoffe als grundlegend politikskeptischer Zeitgenosse, dass er seine Worte ehrlich gemeint hat und vor allem, dass er ihnen Taten folgen lässt.
lumpi22
25.04.2013, 08:44 Uhr
Da bin ich aber gespannt drauf!
Der Herr Primas von der CDU scheint einer der wenigen Politiker zu sein, die in Sachen Energiewende mitdenken und nicht nur die Gewinne und Profite sieht, sondern auch der Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und vor allem dem Naturschutz Prioritäten einräumt.

Ach ja, wäre doch Herr Primas Bürgermeister von Nordhausen geworden, die geplante Biomethangasanlage wäre dann sicher auch kein Thema mehr für ihn, da er diese berechtigt nicht hätte bauen lassen wollen... Es ist halt nur ein Traum, denn als abgewälter bzw. nichtgewählter Kreisvorsitzender muss er ja für sich Punkte sammeln, damit er bei der nächsten Wahl Frau Keller abschießen kann!
Eine andere Vermutung kann ich nicht erkennen, warum Herr Primas genau diese Meinung (und es ist auch meine, wie die auch von Herrn Schwarzberg u.v.a.m.) vertritt. Hat er das mit "seinen CDU-Freunden" besprochen oder ist er ein Einzelgänger? Wenn seine Freunde aber hinter ihm stehen, dann werden sie ganz sicher auch den Bürgermeister von Ellrich Herrn Erhold zum Umdenken bringen, was wünschenswert wäre. Aber ich bin gespannt darauf, wie sich die hiesigen Politiker verhalten, denn man kann ja schon wieder günstig Steuergelder in Größenordnung erwarten! Profitgier sollte dem Erhalt der Natur, der Umwelt in Zeiten der Energiewende, endlich mal "nachrangig" in den Hintergrund kommen, dann wären auch viele viele Bürger erfreut! Eine einmal verschandelte Natur ist nicht wiederherzustellen, das scheint dem CDU Mann Primas als einen der wenigsten Politiker klar zu sein! Mal sehen, ob auch die Daten dazu folgen...
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