Kommentare
Bodo Bagger
23.04.2013, 15:55 Uhr
na da bin ich doch mal auf die Umweltschützer gespannt...
auf keinen Fall Kohlestrom und schon gar keinen Atomstrom mehr!
aber bitte auch ja keine Biomethananlage
oder aber einen Windkraftanlagenpark
oder aber eine Solargroßanlage
oder gar ein Pumpspeicherkraftwerk
in meiner Nähe.
Mein Strom kommt aus der Steckdose und basta...
Harzer_Wolf
23.04.2013, 16:06 Uhr
Strom
Wenn nicht jeder 10 Ibumms oder Idings hätte, dazu 4 Fernseher und noch weitere Stromfresser wie Geschirrspüler und Elektroauto müsste man nicht soviel Strom erzeugen. Gegen das Pumpspeicherwerk ist jedoch nichts einzuwenden. Wasserkraft ist sauber und nicht mit der Biomethan-Dreckschleuder zu vergleichen.
W.Roßmell
23.04.2013, 17:25 Uhr
Der Standort ist wichtig!
Wenn ein solcher Standort keinen stört, dann kann und sollte man darüber schon diskutieren. Aber bitte nicht die Menschen vor vollendete Tatsachen stellen und jeglicher menschlicher und moralischer Vernunft handeln, dann gibt es Ärger!
Und Herr Jörg Thümmel, Ihre wenigen Zeilen in Ehren, aber die hätten Sie sich auch sparen können! Sie treffen ganz speziell beim Thema Biomethananlage die Bürger von Bielen, die so eine Anlage nicht neben ihren Wohnhäusern haben möchten, weil sie wahnwitzig und gefährlich ist! Ich erinnere nur an eine Fastkatastrophe in Zittau vor einigen Tagen (wurde im MDR gesendet und auch hier in der NNZ informiert), die deutlich machte, dass eine Biomethananlage weit weg von Wohn- oder gar überhaupt von Bebauung hingehört.
Ich bin überzeugt, dass auch Sie Herr Thümmel etwas gegen so eine Anlage haben würden, wenn sie neben Ihrer Haustür gebaut werden sollte oder irre ich da? Scheinbar haben Sie sich mit diesem Thema nicht beschäftigt, sonst hätten Sie genau diese Zeile nicht geschrieben! Und dass genau die Bielener z.B. nichts gegen eine Solargroßanlage haben, beweist ja wohl das "Gewerbegebiet" in Bielen in Richtung Nordhausen: Da steht, falls Sie es noch nicht wissen sollten, eine Solargroßanlage auf baufähigem Gewerbegebiet, wo man hätte ganz sicher ansiedlungswilligen Firman einen besseren Standort anbieten können, als diese Platten auf dem Boden gestampft! Und dass es Menschen gibt, die gegen einen Windkraftanlagenpark sind, das hat erst vor wenigen Wochen der CDU-Abgeordnete Primas bewiesen, der an die Lebensqualität der Bürger in Werther, Wipperdorf u.u.u. "gedacht" und diese Windräder kurzerhand in die Schublade gesteckt hat...! Man will ja die Lebensqualität nicht aller Bürger dieses Landes abschaffen...
Bin aber gespannt, was sich bezüglich der Planung dieses Pumpspeicherwerkes tun wird..
Ach ja Herr Thümmel, stimmt, auch bei mir kommt der Strom aus der Steckdose!
Aber bald nicht mehr von der EVN, da ich mit den Bielener Bürgern fühle und Konsequenzen für so einen Unsinn ziehe!
Eine Biomethananlage gehört nicht in die Nähe von Wohnbebauung, schon lange nicht 65m entfernt davon, basta!
Bodo Bagger
23.04.2013, 17:27 Uhr
der private verbrauch
macht in deutschland aber noch immer nur ca. 35% des gesamtstromverbrauches aus. und industriell lässt sich leider nicht so viel strom einsparen.
lässt sich auch schön am stagnierenden privaten stromverbrauch ablesen, dass es eben nicht der steigende stromverbrauch privater leute ist sondern vielmehr der industrielle verbrauch.
wiegesagt, pumpspeicher an sich sind ja nicht schlecht und haben ihre existensberechtigung in der vergangenheit als backup für spitzenlast und als kaltstartreserve gehabt. jetzt aber den regelbereich aus ihnen ziehen zu wollen, wird bedeuten, dass nahezu jede hochfläche in deutschland und jedes tal damit zugepflastert wird.
da kann ich genausogut eine über wind und solarstrom betriebenen salzschmelze herstellen, die aufgrund der sublimationswärme eine wesentlich größere speicherkapazität hat und aus dieser in bedarfszeiten über die rekristallisationswärme einen wasser dampf kreislauf antreiben. der platzbedarf wird wesentlich kleiner, ich kann bestehende kraftwerkstechnik (zumindest das backend des wasser dampf kreises) nutzen und muss mir nicht meine umwelt zubauen...
Thomas Fichtner
24.04.2013, 00:27 Uhr
Ja nee ist klar...
auf der einen Seite etwas bewährtes und hocheffizientes wie ein Pumpspeicherwerk mit Wirkungsgraden locker über 85%, auf der anderen Seite die Idee einer von Solarstrom betriebenen Salzschmelze, aus deren Rekristallisationswärme (Anwendung kennt man z.B. aus den bekannten Taschenwärmern) man über Dampfkreislauf wieder Strom gewinnen will...
Machbar - ja wohl schon, Wirkungsgrad - ja öhmm, also ich will ja nichts sagen, aber: barbarisch schlecht!
Warum man dann nicht wenigstens gleich Solarthermie und Konzentratortürme nehmen möchte, sondern unbedingt erst mal über SOLARstrom gehen will - erschließt sich mir nicht wirklich. Über Wärmeverluste, daher zeitlich recht begrenzte Speicherbarkeit, der Menge an Energie die man zum Verdampfen von Wasser für den Kreisprozess aufbringen muss, Carnot-Grenze bei der Rückwandlung usw., rede ich gar nicht erst.
Der Entropie-Alptraum ist ja auch so groß genug, oder?
Aber darf ich evtl. noch die Einkopplung von Thermoelementen (Seebeck-Effekt) in diesen Kreislauf vorschlagen?
Ganz im ernst: Sonnenlicht -> Strom -> Heizstab -> Wärme auf Wärme -> Wasserdampf -> Turbine -> Generator -> Strom ist schon arg hart.
Es ist auch zweifelhaft ob es effizienter als Elektrolyse von H2 oder Methanisierung wäre - aka Solargas/Windgas, oder Redox-Batterien.
Als Laufstundeneweiterung eines vorhandenen solarthermischen Kraftwerkes im unteren MW-Bereich, okay vielleicht, okay in Südeuropa, aber ansonsten? Und dann noch mit Stromheizung?
Aua aua aua!
Kömmer da nicht lieber thermoelektrische Generatoren auf die Castorbehälter kleben?
Bodo Schwarzberg
24.04.2013, 08:42 Uhr
Pumpspeicherwerk: die Plattmacher
Ich wette, dass die meisten Megawattjongleure vor mir das naturbelassene Steinmühlental noch nie gesehen haben. Spazieren Sie mal hin, liebe Vorschreiberlinge und dann ändern Sie vielleicht Ihre Meinung über ein Pumpspeicherwerk. Wahrschenlich aber hat man das Tal ganz gezielt schon vor längerer Zeit (so weit ich weiß) nicht zum FFH-Gebiet der EU gemacht, nicht zum verdienten Naturschutzgebiet und wohl aauch im Naturpark nicht zu einem Voranggebiet zum Naturschutz. Möchte gern wissen, wer dahintter steckt. Denn das Steinmühlental ist auf Grund seiner Vegetationsstruktur (ausgedehnte Berg-Ahorn-Eschen-Blockhaldenwälder) etwas ganz Besonderes. Dort gibt es einzigartige, an Tierfiguren erinnende Feldformationen und kleine Wasserkaskaden. Das Richtige aso für echte Plattmacher und Megawattjongleure. Macht nur weiter so. Auch Landschaftsverbrauch gehört zum so genannten ökologischen Fußabdruck des Menschen. Statt exzessiv immer so weiter zu machen, wie bisher, sollten wir sparsamer leben und weni´ger Energie verbrauchen, statt uns weißzumachen, 15 Pumpspeicherwerke wüden unser Leben schöner machen. Viele Studien belegen, dass ein Immer Weiter so (Stichwort: ökologischer Fußabdruck) die Menschheit immer näher an den Abgrund führt.
Statt Steinmühlentalzerstörung würde ich zudem mehr weniger zerstörerische Windparks befürworten oder Solarzellen auf dem Industriegebiet, wo es bestimmt keine Investoren geben wird. Zum Pumpspeicherwek äußere ich mich noch ausführlicher.
I.H.
24.04.2013, 10:25 Uhr
Denkfehler
Pumpspeicherkraftwerke sind die logische Folge von Windparks und Solaranlagen lieber Vorschreiberling B. Schwarzberg. Ich glaube Sie haben da irgendwas nicht verstanden. Wer ja zu Wind- und Sonnenenergie sagt, der braucht auch Speicher. Und da sind Pumpspeicherkraftwerke von ihrem Wirkungsgrad und Stand der Technik her durchaus geeignet für die Energiewende.
Bodo Bagger
24.04.2013, 11:27 Uhr
and so on
weil für solarthermie die sonneneinstrahlung in deutschland viel zu gering ist, als dass diese auf einen effizienten wirkungsgrad käme. beispiele dazu sind das versuchskraftwerk am avr in jülich. nimmt man platzbedarf und konstruktionskosten in die dafür notwendige rechnung mit herein, so verringert sich die effizienz dabei nochmals. jülich hat wie an den betriebs- und vollaststunden ablesbar als konzentratorkraftwerk einen noch viel verheerenderen wirkungsgrad als die von mir beschriebene kette. liegt unter anderem am in nördlichen mitteleuropa doch jahreszeitlich bedingt stark schwankenden sonnenstand und der tageshelligkeit. wäre also z.b. ein projekt für das südliche europa bzw. nördliche afrika (deserttec).
prinzipell stimme ich der direkten kette über die solarthermie zu, dummerweise löst die aber das problem der volatilen sonneneinstrahlung nicht. sprich ich gewinne damit nichts hinsichtlich einer angestrebten grundlastabsicherung über einen 24h zeitraum. abgesehen davon, dürfte ein relativ preiswert zu errichtenden flüssigsalzspeicher wesentlich effizienter sein, als z.b. den überschüssigen solar und windstrom wie derzeit praktiziert ins ausland zu verschenken, bzw. teilweise dafür zu bezahlen, dass dieser abgenommen wird.
der umweg über solargas/windgas ist in dieser ketter auch denkbar, jedoch fehlen dafür die notwendigen speichermöglichkeiten noch viel mehr. abgesehen davon wäre ich dann beim gleichem problem wie der sequestierung von co2 im tiefenspeicher. stichpunkt lagerstättensicherheit. ein entweichen von großen wasserstoff oder methanmengen dürfte den gleichen verheerenden effekt haben wie co2. also moralisch ethisch nicht vertretbar.
und deutschland mit pumpspeicherkraftwerken vollzustellen um das notwendige backup für schwarzstart und vorallem zur grundlastabdeckung zu schaffen dürfte recht schwierig werden, dürfte dem umweltschutzgedanken auch etwas wiedersprechen. ich zweifle an der doppelmoral.
@herr schwarzberg... das geplante pumpspeicherwerk ist eine DIREKTE folge der sogenannten energiewende, denn durch den umstieg auf erneuerbare energien fällt nach und nach die gesamte grundlastversorgung in deutschland weg. und nur zu diesem zweck sollen diese werke gebaut werden um schwankungen von frequenz und spannung als folge der volatilen energiequellen zu vermeiden.
und kommen sie jetzt bitte nicht mit weniger verbrauchen.... 65% des deutschen stromverbrauches sind industrieller natur... und schalten sie mal ein stahl oder aluwerk über nacht ab... millionenschaden an der anlage und zwar genau ein mal und dann ist der betreiber weg.
es sei denn hinter der großen transformation verbirgt sich, dass deutschland von einem führenden industriestaat zu einem argrarland werden soll....
G. Meskalowski
24.04.2013, 17:58 Uhr
Ich muss jetzt mal,
klauen,
auf keinen Fall Kohlestrom und schon gar keinen Atomstrom mehr!
aber bitte auch ja keine Biomethananlage
oder aber einen Windkraftanlagenpark
oder aber eine Solargroßanlage
oder gar ein Pumpspeicherkraftwerk
in meiner Nähe.
und bitte auch keine Stromtrasse von Nord nach Süd.
Das sind in etwa so die Vorstellungen der Umweltschützer, auch die von Bodo S..
Was mir dabei auffällt, die sind zwar gegen alles und jeden, aber einen konstruktiven Alternativvorschlag haben sie nicht.
mfg g.meskalowski
Thomas Fichtner
24.04.2013, 19:05 Uhr
Fragen wir doch mal...
ganz Allgemeinkonkret:
Was kostet denn die Errichtung eines Flüssigsalzspeicher so pro kWh entnehmbarem Strom - oder besser pro MWh Kapazität?
Welcher Wirkungsgrad ergibt sich für die Wandlung Strom-Speicher-Strom?
I.H.
24.04.2013, 19:24 Uhr
Fragen wir doch mal
am besten Dr. Bunsenbrenner und Assistent Beaker aus dem Muppetlabor lieber Thomas Fichtner.
Es sei denn Sie möchten anstelle eines Pumpspeicherwerkes im Südharz einen Taschenwärmer für ganz Ellrich bauen. Wäre das nicht schön, wenn ihr eure energetischen kwh-Fragen in der Sendung mit der Maus abhandeln könntet? Hier gehts doch nur um ein kleines Pumpspeicherkraftwerk im Landkreis. Danke im voraus.
Thomas Fichtner
25.04.2013, 00:26 Uhr
Das ist keine Spaß-Frage gewesen.
Da es eher kaum veröffentlichte, halbwegs belastbaren Zahlen für ein Projekt dieser Größenklasse mit Salzschmelzen gibt, wäre das wirklich interessant.
Besonders wenn man eben nicht nur Solarstrom, sondern auch den aus Wind usw. nehmen würde.
Und man redet hier nicht über einen Taschenwärmer, auch wenn diese halbwegs vergleichbar funktionieren, sondern über eine ca. 300 MW Anlage, die wenn halbwegs ordentlich mit Dampfturbine für Rückgewinnung genutzt, irgendwo um die 550 Grad C und 250 Bar aufruft und dabei nur ca. 1/5tel des Volumens eines Pumpspeicherwerkes gleicher Leistung groß wäre.
Die Frage wäre hier wirklich die der Skalierbarkeit und ob das evtl. auf BHKW-Größe wirtschaftlich wäre und so weit dezentralere Versorgung ermöglichen würde.
Und es gab und gibt es Projekte mit z.B. ähnlich gelagerten Hochtemperaturakkumulatoren wie der ZEBRA-Batterie.
Letztlich wäre eine Vorreiterrolle des Landkreises mit Firmen in der Stadt im Bereich Energiespeichertechnik mehr als nur wünschenswert - und ich sprech da nicht nur von etwas wie der Gaia-Akkumulatoren-Firma.
Und da die Gegend um Ellrich nicht super auf Netzebene erschlossen ist, wie ein anderer angedachter Standort, hab ich ja so meine Zweifel das es dieses Tal werden könnte - und dem Zeitplan ab 2021 dort zu verdienen.
Wobei mich so etwas wie 300 MW-Anlage ohne Angabe für wie lange das geleistet werden kann eh irritiert.
Allerdings erwarte ich in absehbarer Zeit einen nennenswerten Durchbruch im Bereich der Biokraftstoffherstellung durch genetisch modifizierte Bakterien aus z.B. Zucker, was schon einmal etliches an fossilem CO2 und Co. Ausstoß einsparen könnte.
Aber Gentechnik und so - da darf man in Deutschland ja nicht mal dran denken...
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