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Di, 08:09 Uhr
23.04.2013

Unterschiede - klein und fein

Bereits mehrfach hatte die nnz an belanglosen Sitzungen des Finanzausschusses des Nordhäuser Stadtrates teilgenommen. Die Belanglosigkeit ist gewollt, wie ein Vergleich mit anderen Kommunen zeigt...


Das Thema ist im Stadtrat von Nordhausen nicht willkommen. Die Mehrheit der Stadträte ist da eher von schizophrener Natur. Nach außen hin ist da: "wir haben nichts gegen eine Öffentlichkeit der Sitzungen" zu hören. Intern freut man sich, dass die Thüringer Kommunalordnung als unüberwindbare Mauer herangezogen werden kann. Intern also heißt es: "wir wollen uns nicht in die Karten schauen lassen, schon garnicht durch den Bürger."

Nun ist für den kommenden Montag wieder mal eine Finanzausschusssitzung anberaumt. Und die ist sogar öffentlich. Muss sie sein, weil da vielleicht mal was beschlossen werden muss. Beschließende Ausschüsse sind öffentlich - steht in der Kommunalordnung. Und das ist die Tagesordnung:

1. Begrüßung
2. Feststellung der Beschlussfähigkeit
3. Feststellung der persönlichen Beteiligung nach § 38 ThürKO
4. Genehmigung der Niederschrift - öffentlicher Teil - der Sitzung vom 25.03.2013
5. Genehmigung zur Veröffentlichung der Niederschrift des öffentlichen Teils der Sitzung vom 25.03.2013 im Internet unter www.nordhausen.de
6. Sonstiges


Das war es. Sehr "informativ" und sehr "spannend". So war es immer und so wird es vermutlich auch weiterhin sein, wenn es nach der Vorsitzenden des Ausschusses, Tilly Pape, und einigen Amtsleitern im Rathaus geht. Die realen Problemlagen, die werden geschickterweise in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung bugsiert.

Dass es auch anders geht, das zeigt die Einladung zu Sitzungen des Heiligenstädter Finanzausschusses. Da sind die Bürger wirklich willkommen, da wird der Bürger mitgenommen, da kann er sich über die Arbeit seiner Volksvertreter informieren. Als Beispiel ein Ausschnitt aus der Tagesordnung:

TOP A 06: Beschlussfassung über eine Bezuschussung des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e.V.
TOP A 07: Beschlussfassung über eine weiterführende Bezuschussung der Frauenbildungs- und Begegnungsstätte ko-ra-le e.V.
TOP A 08: Beschlussfassung über eine Bezuschussung des Katholischen Gehörlosenvereins „Eichsfeldia“ e.V.
TOP A 09: Beschlussfassung über eine Bezuschussung des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V.
TOP A 10: Beschlussfassung über die rückwirkende Erhöhung der Nutzungsdauer des Infrastrukturvermögens
TOP A 11: Informationen an die Ausschussmitglieder
TOP A 12: Anfragen der Ausschussmitglieder


In Nordhausen wäre das unmöglich, käme dem Geheimnisverrat nahe. In Nordhausen wird der Bürger ausgesperrt, in Heiligenstadt eingeladen. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen: In Heiligenstadt sind zum Beispiel der Bauaussschuss oder der Kulturausschuss auch öffentlich. Das wäre in Nordhausen undenkbar. Den Rest kann sich die interessierte Öffentlichkeit denken.

In einem Jahr, wenn ein neuer Stadtrat gewählt wird, haben Sie, die Wähler, dann die Wahl. Befragen Sie die Parteien, ob sie die Öffentlichkeit für die nächsten fünf Jahre wünschen oder nicht. Das könnte durchaus auch sehr spannend werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
W.Roßmell
23.04.2013, 10:38 Uhr
Das gibt es wirklich nur in Nordhausen...!
Für Nordhausen ist es leider tüpisch wie hier verfahren wird! Die Politiker selbst mögen absolut keine Bürgerbeteiligung und die Meinungen von "Andersdenkenden" ist wie Verrat zu bewerten. Das konnte man beim "Thema Biomethananlage" in Nordhausen mehr als deutlich sehen und verfolgen. Den Stadträten, den meisten zumindestens, interessiert die Meinungen der Bürger überhaupt nicht!

Bürgerbeteiligung wird komplett ausgeschlossen, weil man diese nicht will und schon gar nicht wünscht! Zur Stadtratssitzung haben Bürger die Möglichkeit, "ihre Meinung" in einer Frage und zwei kleinen Zusatzfragen zum Ausdruck zu bringen..., was einfach nur lächerlich ist! Selbst die Politiker schaffen es nicht, mit drei Fragen eine Meinung zum Ausdruck zu bringen, das ist einfach unmöglich!
Und sollte, wie in der letzten Stadtratssitzung geschehen, ein Bürger seine Meinung zum Ausdruck bringen wollen, dann wird er vom "Versammlungsleiter" mehrmals daran gehindert, seine Meinung als Bürger öffentlich kund zu tun, indem er ihn durch Zwischenreden daran gehindert hat. Das ist eine absolute Frechheit, aber eben in der Nordhäuser Politik "normal"!

Ja keine Bürgermeinungen, keine Gegenstimmen oder gar Bürgerinitiativen gründen, die gegen eine berechtigte Entscheidung oder gegen ein Vorhaben aufbegehren, nein das ist bei den Politikern in Nordhausen nicht gern gesehen und schon gar nicht erwünscht!

Nein, man bedroht diese Gegner, beleidigt sie auf unterster Gürtellinie mit Nicknamen hier in der NNZ (es werden sicher wieder welche folgen...), das ist Politik in Nordhausen! Traurig, sehr traurig, denn dass es anders geht, zeigt Ihr Bericht Herr Greiner und hatte damals auch der Besuch der Biomethananlage in Einbeck gezeigt. Dort wurden die Bürger von Anfang an in die Planungen einbezogen und wo steht die Anlage heute? 1.200m vom Ortseingangsschild entfernt und dort stört sie aber auch keinen einzigen Bürger!
Hier in Nordhausen beschließen die machtbesessenen Stadträte sogar das eventuelle AUS von Firmen, die durch diesen Standort keine Besucher mehr bekommen, wenn ich nur an das Hotel, die Pension oder auch die Bowlingbahn denke...
Aber über die steigende Verschuldung der Stadt und des Kreises und deren Verantwortlichkeiten, darüber sprechen die Damen und Herren Politiker auch nicht gern öffentlich, müßten sie sich dann ja dazu gegenüber den Bürgern verantworten...
Das geht nicht, das muss verhindert werden und deshalb hilft nur die nächste Wahl, wo hoffentlich viele dieser Politiker nicht mehr im Stadtrat sitzen werden...!
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