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Fr, 08:36 Uhr
19.04.2013

KU-BI-BO: Erste Reaktionen

Die nnz-Geschichte über die "Probleme" beim bevorstehenden Umzug der Himmelgarten-Bibliothek von Wittenberg nach Nordhausen hat erste Reaktionen in der Politik ausgelöst...


"Wir hielten es nicht für richtig, dass Frau Rinke in der jüngsten Sitzung des Stadtrates für das Jahr 2010 entlastet wurde und haben dagegen votiert", sagte FDP-Fraktionschef Martin Höfer der nnz. Das hätte mit Blick auf den nnz-Bericht auch seine Berechtigung gehabt und stärke die Liberalen in ihrer Ansicht, dass sich dieser "Prestige-Bau" als ein "Fass ohne Boden" darstelle. "Wir verlangen eine vollständige Aufklärung und die Bennungung der Verantwortlichen", so Höfer.

Das verlangt auch die LINKE-Fraktionschefin Barbara Schencke. Sie spricht von einem unendlichen Thema und übt sich zudem in Selbstkritik. "Man hat uns von der Verwaltung in den vergangenen Jahren so viele Investitionen blumenreich schmackhaft gemacht und wir haben das nicht in vollem Umfang kritisch hinterfragt." Jetzt müssten alle Fakten auf den Tisch und man müsse erwägen, die Bestände der Himmelgarten-Bibliothek vorerst in Wittenberg zu belassen und dann eventuell nach und nach in ihre Heimat zurückholen. Auch über die Variante der Einlagerung in die Flohburg müsse gesprochen werden. Vor allem müsse Klartext in Bezug auf die Kosten geredet werden. Die vielleicht rund 100.000 oder 200.000 Euro Mehrkosten könnten für die Belieferung von Kindergärten und Grundschulen mit frischem Obst eben auch verwendet werden, so Schencke.

Den Ursachen, die zu der jetzigen Situation geführt haben, will in den kommenden Tagen auch die CDU-Fraktion auf den Grund gehen. "Wir haben auf unsere Fragen in den zuständigen Ausschüssen immer wieder nur ausweichende Antworten seitens der Verwaltung zu hören bekommen, wenn wir zum Beispiel nach Nebenkosten gefragt hatten", sagt Fraktionsvorsitzender Norbert Klodt. Übrigens seien solche desatrösen Ergebnisse sichtbar, wenn Kulturleute die Planung übernehmen anstatt Bauleute. "Wir wollen jetzt genau wissen, wer die Verantwortung für diesen jetzigen Zustand trägt."

"Wenn dem so ist, dann müssen wir fragen, wie es dazu kommen könnte", meint Hans-Georg Müller von der SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten wollen ebenfalls Aufklärung und Müller versteht nicht, wie eine Verwaltung, die die Planungen in der Hand hat, es zu solch einem Zustand habe kommen lassen. "Hier müssen wir jetzt intensiv nachfragen".

Gemeinsam mit den Lesern ist darauf auch die nnz-Redaktion gespannt. Doch vermutlich werden alle Aufklärungsversuche in den diversen Hinterzimmern gestartet.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Roland82
19.04.2013, 18:20 Uhr
Einigkeit?
Da scheinen sich die Fraktionen ja wirklich mal einig zu sein! Bleibt nur zu hoffen, dass sie auch die Kraft und den Mut haben, wirklich die Ursachen für dies Debakel zu finden! Wie wärs mit einem Untersuchungsausschuss, der sich dann mal endlich die Ex-OB vorknüpft?! Ich bin davon überzeugt, dort liegt die Wurzel des Übels für diesen Skandal!!
othello
20.04.2013, 23:31 Uhr
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