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Do, 11:59 Uhr
29.03.2001

Kreistagsmitglieder standen auf verlorenem Posten

Nordhausen (nnz). Es war die vierte Runde dieser Art, bei der sich Politiker der Region den Fragen der Jugendlichen stellen wollten. Gestern abend waren die Fraktionsvorsitzenden von CDU und PDS, Egon Primas und Klaus Hummitzsch, sowie der ehrenamtliche Beigeordnete der Nordhäuser Kreisverwaltung, Winfried Theuerkauf (SPD), erschienen. Wie bereits bei den vorhergehenden Veranstaltungen auch, konnte man auf den Gesichtern der rund 50 anwesenden Jugendlichen nur mäßiges Interesse ablesen. Natürlich ist es schwer, von Natur aus eher trockene Sachverhalte und Zahlenmaterial an die Jugendlichen heranzutragen. Die eingeladenen Politiker taten sich allerdings auch schwer, das Thema jugendgerecht zu beleuchten. Etwas von einem Animateur muß man schon haben, um Jugendliche zu begeistern. Aber gut, das müssen Politiker auch nicht können.
Nach den Erfolgen der bisherigen Tätigkeit gefragt, führte Primas die Investitionen vor allem in die Grundschulen ins Feld. Hummitzsch bemerkte, die Höhepunkte hielten sich in Grenzen, da man als Kreistagsmitglied letztendlich nur begrenzt entscheidungsfähig sei. Es stünde immer weniger Geld zur Verfügung, die Ansprüche auf der anderen Seite wüchsen ständig. Theuerkauf betonte das offenere politische Gestaltungsklima in der heutigen Zeit im Vergleich zur DDR. Bei der Frage eines Jugendlichen, warum der diesjährige Haushalt noch immer nicht verabschiedet sei, zeigten sich die anwesenden Politiker parteitreu. Hummitzsch wetterte gegen den Landrat, der keinen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt hätte. Auch Theuerkauf machte der Kreisverwaltung den Vorwurf, dem Kreistag keinen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können. Einzig Primas wollte die Verantwortung nicht allein an seinen Parteikollegen Claus abschieben. Hinsichtlich der voraussichtlich eingeschränkten Mittel im Haushalt für die Jugendarbeit machte Hummitzsch Kompromißbereitschaft deutlich. Solle man wirklich wegen eines strittigen Punktes den gesamten Haushalt kippen? Auch die Frage nach der Qualität der Jugendarbeit wurde gestellt, ob die Verhältnisse denn noch stimmen, wenn in manchen Jugendeinrichtungen einem Jugendarbeiter ein Jugendlicher gegenübersteht. Kai Liebig vom Big-Dipper-Verein warf die Frage auf, ob denn außer in der Jugendarbeit auch an Kürzungen in anderen Bereichen gedacht werde, Stichworte Gedenkstätte Dora, EGN, Schwimmhalle Sollstedt. Dies wurde von den Politikern bejaht.
Alles in allem liegen Veranstaltungen wie diese wohl eher im Interesse der Jugendarbeiter denn der Jugendlichen selbst. Der Beobachter wird das Gefühl nicht los, daß die jugendlichen Teilnehmer zu diesem Gespräch in den Jugendclub nicht freiwillig gegangen sind.
Autor: ss

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