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Di, 11:03 Uhr
26.03.2013

nnz-Forum: Vorbehalte abbauen

Die nnz hatte gestern über ein Treffen berichtet, zu dem der Verein "Jugend für Dora" eingeladen hatte. Dazu erreichte die Redaktion jetzt ein Leserbrief, den wir gern veröffentlichen...


Sehr geehrter Herr Greiner, ich las soeben Ihren Artikel über das Vernetzungstreffen gegen Rechtsextremismus in Nordhausen und war erschrocken über die Art und Weise, wie hier zivilgesellschaftliches Engagement lächerlich gemacht werden sollte. Denn diesen Eindruck erweckt der Artikel sehr stark bei mir.

Ich lese die nnz zu selten, um beurteilen zu können, ob die Berichterstattung zum Thema Rechtsextremismus naiv ausfalle, wie auf der Versammlung wohl behauptet wurde. Aus meiner persönlichen Erfahrung in lokalen Bündnissen gegen Rechts in Brandenburg weiß ich, wie wichtig ein guter Draht zu lokalen Medien ist, und wie wichtig es ist, auch die Lokale Presse von den eigenen Vorhaben zu überzeugen.

Schade, dass diejenigen, die sich auf diesem Vernetzungstreffen zusammen fanden, zuerst ihrer Einschätzung der nnz als "naiv" oder "diskreditierend" Raum gaben, und somit von Anfang an ein Klima gegenseitiger Skepsis geschaffen wurde. Aus meinen eigenen Erfahrungen im Kampf gegen Rechts kann ich jedoch auch sagen, dass man oft den Eindruck hat, lokale Medien würden das Problem verharmlosen, oder Neonazis mit denjenigen, die gegen sie auf die Straße gehen, gleich setzen. Wie geschrieben, kann ich nicht sagen, wie weit das auch auf die nnz zutrifft.

Doch kann ich gut verstehen, wenn es unter den Engagierten Vorbehalte gegenüber Medien gibt. Die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und das Vorgehen gegen rechtsextreme Einstellungen bei Jugendlichen sowie bei Bürgerinnen und Bürgern in der Mitte der Gesellschaft (die es ja auch gibt) kann nur erfolgreich sein, wenn es auf vielen Ebenen statt findet.

Wenn lokale Bündnisse mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf das Thema aufmerksam machen, wenn die kommunale Politik darauf eingeht, wenn in den Schulen aufgeklärt wird, wenn in Jugendclubs Veranstaltungen dazu angeboten werden und wenn eine sensibilisierte lokale Presse das Thema entsprechend berücksichtigt.

Ich bitte Sie daher, als Redaktion, und Herrn Greiner persönlich, ärgern Sie sich nicht über die Vorbehalte, die Ihnen bei diesem ersten Netzwerktreffen entgegen kamen. Vor allem sollte dieser Ärger nicht seinen Weg in einen Zeitungsartikel finden, der den Anspruch hat, sachliche Berichterstattung zu sein.

Bieten Sie dem Netzwerk statt dessen Unterstützung an im Rahmen Ihrer Möglichkeiten und gehen sie offen aufeinander zu. Zeigen Sie, dass Sie nicht naiv sind, und die Problematik ernst nehmen. Nur so können Vorbehalte auf beiden Seiten auch abgebaut werden.

Mit freundlichen Grüßen
Julia Wiedemann
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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