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So, 12:36 Uhr
10.03.2013

Erfrischender Steimle

Gestern bebte der Kulturhaussaal in Bleicherode - vor Lachen! Der Dresdner Kabarettist Uwe Steimle gab vor restlos ausverkauftem Haus seine Sicht auf die Dinge zum besten: Erfrischend ehrlich – eben sächsisch...


Selten gelang es dem Heimat- und Fremdenverkehrsverband (HFVV) in weniger als zwei Wochen restlos alle Karten für eine Veranstaltung zu verkaufen – mit der Ankündigung eines Kabarett-Abends mit dem Dresdner Uwe Steimle landete der HFVV einen Volltreffer.
Steimle begeisterte (Foto: S. Spehr)
Steimle begeisterte (Foto: S. Spehr)
Steimle begeisterte (Foto: S. Spehr)
400 Gäste ließen sich vom Kabarettisten Steimle begeistern. Dabei war es nicht nur so, dass er die Seelen der ehemaligen DDR-Bürger streichelte – nein, schonungslos offen spricht er in seinem neuen Bühnenprogramm „Autensisch – ein Stück weit!“ über seine alltäglichen Beobachtungen. Selten wird ein aktuelles Ereignis ausgelassen; Papst, Griechen oder Angela Merkel bekommen ihr Fett weg aus der Sicht eines im „real existierenden Sozialismus“ Aufgewachsenen!

Er nimmt sein Publikum mit auf die Gedanken-Reise zum Wirtschaftswachstumsbeschleunigungsgesetz: Wenn du deinem Mann zu Weihnachten sechs „Schlübber“ kaufst, brauchst du im folgenden Jahr schon zwölf und im darauf folgenden 24 um das Wachstum zu stärken. Aber du hast noch lange kein Waschmittel – das Ergebnis: Den „Schlübbern“ geht’s dreckig...

Selbst für ungeübte Ohren klingt seine Sachsenmundart äußerst sympathisch; er freut sich sichtbar, dass alle im Saal seine „Sprache sprechen“ – nicht so, wie in Hamburg oder Hannover, wo die Leute denken, das ostmitteldeutsche Wort „Demse“ (stickig, drückende Luft) sei ein Fluss!

„Es gibt Sachen, die kannst du dir nicht ausdenken!“ wundert sich Steimle nicht ganz zu unrecht, wenn er sich Gedanken darüber macht, dass die Bundesregierung nun plant, Krippen-, Kita- und Ganztagsschulplätze für alle Kinder zur Verfügung zu stellen. „Wo hab ich das schon mal erlebt? – Jetzt weiß ich es! In Norwegen...“

Egal ob Sächsischer Sahnekuchen, wortwitzige Betrachtungen über die deutsche Sprache oder die „inszenierte Mediendemokratie“ – Steimles Programm ist unterhaltsam, lehrreich und hält uns auf charmante Art und Weise den Spiegel vor. „Die Leute merken einfach, ob du tust oder bist“ erklärt Uwe Steimle. Und weil er eben ist und nicht tut, kommt er so gut an.

400 Gäste verließen mit vor Lachen tränenden Augen den Saal des Bleicheröder Kulturhauses. „Der Üwe war echt genial! Habe lange nicht mehr so gelacht. Er hat sicher vielen aus dem Herzen gesprochen und dies auf eine trockene Art und Weise, dass es keinen mehr auf den Stühlen hielt. Ich bin immer noch total begeistert!“ freut sich Diana Kölling.
Sylvia Spehr
Autor: red

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