Sa, 11:16 Uhr
28.02.2004
Auch „weich“ ist wichtig
Nordhausen (nnz). Groß war die Vielfalt an Themen bei der Veranstaltung am Donnerstag im BIC Nordhausen, wo Vertreter der Nordhäuser Wirtschaft mit drei Thüringer Ministern zu einem Standortgespräch zusammenkamen. Dazu ein Beitrag von nnz-Autorin Monique Schlegel.
Eine breitere Öffentlichkeit könnte dabei am ehesten interessieren was dabei Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh zu den sozialen und auch pädagogischen Gegebenheiten in Nordhausen den etwa hundert Teilnehmern der Veranstaltung vortrug. Der Minister führte in seinem Statement einleitend aus, dass nach seiner Auffassung weiche Standortfaktoren einer Region für potentielle Investoren nicht weniger wichtig sind als etwa die Verkehrsinfrastruktur oder auch günstige Gewerbegebiete. Wer in dieser Region ansiedeln will, legt auch Wert auf eine gute Infrastruktur in den Bereichen der Kinderbetreuung, Ausbildung und der Gesundheitsversorgung.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört nach seiner Auffassung ebenso zu den zentralen Voraussetzungen wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Thüringer Familienpolitik zeichnet sich dabei durch ein geschlossenes Konzept aus, das bundesweit bekannt ist durch das Thüringer Modell. Dieses gewährleistet eine lückenlose Unterstützung von Familien, insbesondere bei der Kinderbetreuung. Mit dem Landeserziehungsgeld wird finanzielle Unterstützung gewährleistet. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht ja in Thüringen ab zweieinhalb Jahren. Bis zum Abschluss der Grundschule folgt ein ebensolcher Anspruch auf Hortbetreuung.
Der Minister betonte, dass diese Ansprüche auf Kinderbetreuung nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in Thüringen auch verwirklicht sind. Das gilt natürlich auch für Nordthüringen. Im Landkreis Nordhausen gibt es mehr als 3000 Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze, für die die Landesförderung z.B. im Haushaltsjahr 2003 über 5,3 Mio. Euro aufwendete (siehe dazu auch im nnz-Archiv).
Zu dieser sozialen Infrastruktur gehört aber auch das Südharzkrankenhaus, in dem erst kürzlich eine neue Station eingeweiht wurde. Nordhausen habe sich einen hervorragenden Ruf in der stationären Patientenversorgung erworben, so Sozialminister Dr. Zeh (siehe ebenfalls nnz vom 14. Februar). Das Südharzkrankenhaus verfügt danach über ein breites Spektrum an Fachgebieten und ist damit eine überregional versorgende Einrichtung für den gesamten Raum Nordthüringen. Es ist auch eines von fünf Thüringer Tumorzentren. Die Landesregierung wird auch die noch ausstehenden Baumaßnahmen an der Klinik finanziell fördern. Knapp 20 Mio. Euro für Ersatzneubauten im Bereich der Psychiatrie sind zur Bewilligung vorgesehen.
Als dritten weichen Standortfaktor wies Minister Dr. Zeh auf die Bildung hin. Mit der Fachhochschule verfügt Nordhausen über eine praxisbezogene und fachübergreifende Einrichtung, die gut oder bestens ausgebildete Absolventen hervorbringt, wie sich bereits zeigte. Die Wirtschaft der Region hat damit die Möglichkeit, qualifizierte Fachkräfte gleich vor Ort zu erhalten und den jungen Leute bietet sich ein Anreiz, in der Region zu bleiben. In der ministeriellen Ansprache kam auch noch mal zum Ausdruck, dass er sich seinerzeit sehr für den Hochschulstandort Nordhausen eingesetzt hat. Denn das Wissen und Können der Menschen ist die wichtigste Ressource unseres Landes und der Region.
Abschließend stellte der Minister fest, dass Nordhausen über ausgezeichnete "weiche" Standortfaktoren verfügt. Mit seiner Kinderbetreuung, schulischen Bildung bis hin zur Fachhochschule und dem Südharzkrankenhaus kann sich Nordhausen und der Landkreis als Wirtschaftsstandort bestens empfehlen.
Monique Schlegel
Autor: nnzEine breitere Öffentlichkeit könnte dabei am ehesten interessieren was dabei Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh zu den sozialen und auch pädagogischen Gegebenheiten in Nordhausen den etwa hundert Teilnehmern der Veranstaltung vortrug. Der Minister führte in seinem Statement einleitend aus, dass nach seiner Auffassung weiche Standortfaktoren einer Region für potentielle Investoren nicht weniger wichtig sind als etwa die Verkehrsinfrastruktur oder auch günstige Gewerbegebiete. Wer in dieser Region ansiedeln will, legt auch Wert auf eine gute Infrastruktur in den Bereichen der Kinderbetreuung, Ausbildung und der Gesundheitsversorgung.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört nach seiner Auffassung ebenso zu den zentralen Voraussetzungen wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Thüringer Familienpolitik zeichnet sich dabei durch ein geschlossenes Konzept aus, das bundesweit bekannt ist durch das Thüringer Modell. Dieses gewährleistet eine lückenlose Unterstützung von Familien, insbesondere bei der Kinderbetreuung. Mit dem Landeserziehungsgeld wird finanzielle Unterstützung gewährleistet. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht ja in Thüringen ab zweieinhalb Jahren. Bis zum Abschluss der Grundschule folgt ein ebensolcher Anspruch auf Hortbetreuung.
Der Minister betonte, dass diese Ansprüche auf Kinderbetreuung nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in Thüringen auch verwirklicht sind. Das gilt natürlich auch für Nordthüringen. Im Landkreis Nordhausen gibt es mehr als 3000 Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze, für die die Landesförderung z.B. im Haushaltsjahr 2003 über 5,3 Mio. Euro aufwendete (siehe dazu auch im nnz-Archiv).
Zu dieser sozialen Infrastruktur gehört aber auch das Südharzkrankenhaus, in dem erst kürzlich eine neue Station eingeweiht wurde. Nordhausen habe sich einen hervorragenden Ruf in der stationären Patientenversorgung erworben, so Sozialminister Dr. Zeh (siehe ebenfalls nnz vom 14. Februar). Das Südharzkrankenhaus verfügt danach über ein breites Spektrum an Fachgebieten und ist damit eine überregional versorgende Einrichtung für den gesamten Raum Nordthüringen. Es ist auch eines von fünf Thüringer Tumorzentren. Die Landesregierung wird auch die noch ausstehenden Baumaßnahmen an der Klinik finanziell fördern. Knapp 20 Mio. Euro für Ersatzneubauten im Bereich der Psychiatrie sind zur Bewilligung vorgesehen.
Als dritten weichen Standortfaktor wies Minister Dr. Zeh auf die Bildung hin. Mit der Fachhochschule verfügt Nordhausen über eine praxisbezogene und fachübergreifende Einrichtung, die gut oder bestens ausgebildete Absolventen hervorbringt, wie sich bereits zeigte. Die Wirtschaft der Region hat damit die Möglichkeit, qualifizierte Fachkräfte gleich vor Ort zu erhalten und den jungen Leute bietet sich ein Anreiz, in der Region zu bleiben. In der ministeriellen Ansprache kam auch noch mal zum Ausdruck, dass er sich seinerzeit sehr für den Hochschulstandort Nordhausen eingesetzt hat. Denn das Wissen und Können der Menschen ist die wichtigste Ressource unseres Landes und der Region.
Abschließend stellte der Minister fest, dass Nordhausen über ausgezeichnete "weiche" Standortfaktoren verfügt. Mit seiner Kinderbetreuung, schulischen Bildung bis hin zur Fachhochschule und dem Südharzkrankenhaus kann sich Nordhausen und der Landkreis als Wirtschaftsstandort bestens empfehlen.
Monique Schlegel


