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Sa, 07:55 Uhr
28.02.2004

nnz-doku: Petition an Althaus

Nordhausen (nnz). Der BUND im Landkreis Nordhausen hat eine Petition zum Erhalt der Südharzlandschaft verabschiedet und an Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) geschickt. Die nnz veröffentlicht die Petition innerhalb ihrer doku-Reihe.



Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Althaus,

Wir freuen uns über Ihr Engagement zur Wirtschaftsförderung der Region, dem nördlichsten Teil des "Grünen Herzens Deutschlands", in dem auch die Naturausstattung von herausragender Schönheit und Einzigartigkeit ist, wie Sie es ja bereits bei Ihrem Besuch von Neustadt im Januar 2004, im Rahmen Ihrer Kreisbereisung unterstrichen haben.

Kommunen wie Neustadt haben die höchsten Tourismuszuwachsraten von ganz Nordthüringen zu verzeichnen, die Stadt Nordhausen wurde zum diesjährigen Ausrichter der Landesgartenschau ausgewählt. Die Region, Ihre Heimat lebt vom Tourismus und wir hoffen, durch die Landesgartenschau noch viele neue Gesichter für unsere reizvolle Gegend begeistern zu können.

Jedoch stehen wir momentan mit den starken Wünschen für eine Ausweitung oder sogar nur einer Sicherung des bestehenden Tourismus und damit der Schaffung von Arbeitsplätzen vor einem ernsthaften Problem: Obwohl Thüringen in den letzten 2 Jahren 2 von 3 Gipswerken schließen musste, werden weiterhin erhebliche Flächen im Landkreis Nordhausen zum Gipsabbau genehmigt, obwohl sie nicht Bestandteil von Vorranggebieten für Rohstoffgewinnung sind - von denen allein der Landkreis Nordhausen über 600 Hektar bereits ausgewiesen hat.

Insbesondere liegen ganz aktuell zwei Abbauanträge für das einzige noch nicht durch Steinbrüche verschandelte und sehr wertvolle Gebiet der Rüdigsdorfer Schweiz vor: am Winkelberg zwischen Rüdigsdorf und Petersdorf und im Harzfelder Holz bei Neustadt, sollen auf 18 bzw. rund 40 Hektar wunderschöne Naturlandschaften im unmittelbaren Einzugsgebiet der Stadt Nordhausen abgetragen werden - und das im Jahr der Landesgartenschau, direkt vor den Toren der Stadt!

Mit den geplanten Abbauten wird auf Jahrhunderte hin der Tourismus der Region, insbesondere der Zentren Neustadt und Nordhausen massiv beeinträchtigt, viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, ein Ausbau des Tourismus wird verhindert! Dabei existiert im Landkreis Nordhausen nur noch ein Gipswerk (Südharzer Gipswerke, Ellrich), das nur noch knapp 40 Arbeitnehmern, in den letzten Jahren auch fast nur noch Kurzarbeit-Plätze stellte. Auch dieses Werk soll, so verlautet aus gut unterrichteten Kreisen, verkauft werden, da die Firma Heidelberger Zement sich aus dem Gipsabbau zurückziehen will.

Die Gipsindustrie ist ein aussterbender Beschäftigungszweig im Landkreis Nordhausen, der Tourismus hingegen ist der aufblühende Zweig. Dennoch werden Heidelberger Zement und einer in den Nachbarländern angesiedelten Firma (BPB Formula) touristisch hochattraktive Landschaften direkt bei Nordhausen zum Abbau gewährt.

Herr Ministerpräsident, wir bitten Sie dringendst, alles in Ihren Kräften stehende zu tun, um den blühenden Arbeitszweig Tourismus im Landkreis Nordhausen nicht nur zu erhalten sondern ganz entschieden zu fördern und ihn nicht dem sterbenden Zweig der Gipsindustrie zu opfern. Wie Sie sicherlich wissen hat der Landkreis Nordhausen mit der Ausweisung von über 600 Hektar Abbauflächen für Gips seiner Verantwortung für Rohstoffbereitstellung auf alle Fälle erfüllt - ein Ausgleich der Interessen besteht aber gerade jetzt auch in einem Verbot des Abbaues von Winkelberg, Günzdorf und Bromberg (am Rüsselsee).

Da nur noch bis Ende März Zeit ist, die fehlenden Flächen bzw. die gesamte Rüdigsdorfer Schweiz der EU als FFH-Gebiet nachzumelden reichen Versprechungen nicht mehr aus und die Bevölkerung der Region wird sich damit nicht mehr zufrieden geben. Wir bitten Sie ganz herzlich, unterstützen Sie uns in unseren Bemühungen, indem Sie Ihre ganze Autorität für den Schutz der Rüdigsdorfer Schweiz und damit für den wirtschaftlich wichtigen Aufschwung im Tourismus unserer Heimat einsetzen. Unterstützen Sie die Forderung der ganzen Nordthüringer Region, die Rüdigsdorfer Schweiz als „Ganzes“ der EU als FFH-Gebiet nachzumelden. Lassen Sie Ihren Worten vom Januar Taten folgen und unterstreichen Sie mit Ihrer Richtlinienkompetenz die Wichtigkeit des Schutzes dieser einmaligen Landschaft.

Wir geben unserer Hoffnung Ausdruck in Ihnen einen „Verbündeten“ für den Schutz Ihrer und unserer Heimat gefunden zu haben. Sie sind der einzige, der diese Landschaft noch vor der drohenden Zerstörung bewahren kann!

Mit freundlichem Gruß

BUND-Kreisverband Nordhausen
Autor: nnz

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