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Fr, 08:01 Uhr
27.02.2004

Das eine Herz des Jürgen Reinholz

Nordhausen (nnz). Der Rohstoffabbau im Südharz ist gestern von Politikern und Unternehmern konträr diskutiert worden. Für Verwirrung sorgte vor allem ein Statement von Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz. Im Gespräch mit der nnz redete Reinholz dann noch einmal Klartext.


Dr. Zeh, Hartmann/nnz-Foto: Wiethoff

Ausgerechnet ein Wirtschaftsminister hat gestern den Bestrebungen zum weiteren Rohstoffabbau im Südharz eine klare Abfuhr erteilt. Ein Anhydritabbau bei Neustadt, der wird nicht stattfinden, meinte Jürgen Reinholz, „das können sie abhaken.“ Für einen Moment herrschte Stille in der versammelten Unternehmerschaft im BIC Nordthüringen, dann verhaltener Beifall. Der kam aus der Nordhäuser kommunalpolitischen Ecke. Bereits in einem Gespräch mit einer Nachrichtenagentur hatte Reinholz gestern gesagt, dass weitere Bergwerksfelder ein gravierender Einschnitt in die Landschaft und in den aufkeimenden Tourismus seien.

Das geplante Abbaugebiet vor den Toren Neustadts werde es nicht geben, machte der Wirtschaftsminister noch einmal im Gespräch mit der nnz klar. Da habe er sich am Nachmittag mit seinem Kollegen Volker Sklenar abgestimmt. „Die Landesregierung wird dieses Areal als FFH-Gebiet nachmelden“, so Reinholz. Kaum Chancen zur Genehmigung seien auch für das Abbauvorhaben am Winkelberg gegeben. Er sei als Minister sowohl für die Wirtschaft als auch für den Tourismus verantwortlich. Doch beim Südharz würde nur ein sprichwörtliches Herz in seiner Brust schlagen, das für den Tourismus. Den hält Reinholz auch im Südharz für den Wirtschaftszweig mit der größten Nachhaltigkeit.

Sein Unverständnis über die Rohstoffsituation machte der Wirtschaftsminister gegenüber den Reserven am Kohnstein deutlich. „Solange dort der Rohstoff auf einen Abbau wartet, so lange müssen nicht weitere Löcher aufgerissen werden. Diesen Zustand kann man keinem normal denkenden Menschen verständlich machen“, sagte Jürgen Reinholz der nnz.
Autor: nnz

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