Do, 15:36 Uhr
26.02.2004
Ministerielle Unterstützung
Nordhausen (nnz). Im Kampf für den Erhalt der Südharz-Natur und gegen einen weiteren Rohstoffabbau erhält der BUND Unterstützung von Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU). Mehr zu dieser besonderen Konstellation mit dem bekannten Klick.
Der BUND warnt vor einer Ausweitung des Gipsabbaus im Südharz. Die Landesregierung dränge zu einer Genehmigung des Abbaus am Winkelberg nördlich von Nordhausen, obwohl verheerende Auswirkungen für Natur und Tourismus zu befürchten seien, sagte Thüringens BUND-Chef Burkhard Vogel der Nachrichtenagentur ddp in Erfurt. Selbst Vertreter von Kommunen und der Landkreis Nordhausen sprächen sich gegen das Projekt aus und hätte entsprechende Beschlüsse gefaßt.
Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) wandte sich heute ebenfalls gegen den Gipsabbau am Winkelberg. Die Haltung der Landesregierung sei ablehnend. Nach Ansicht des BUND ist das Vorhaben für einen Gipsabbau ganz klar politisch gesteuert. Die Landesregierung vertrete einseitig die Interessen der Industrie, obwohl die genehmigten Gipsabbau-Gebiete der Region noch für mehr als 20 Jahre Arbeit garantierten, sagte Vogel. Ein Gipsabbau am Winkelberg laufe zudem konträr zu den Bemühungen der Tourismusregion Südharz. Ein Gipsabbau am Winkelberg gefährde auch verschiedene Tourismusbetriebe in ihrer Existenz, wie zum Beispiel das Projekt eines Golfplatzes bei Neustadt.
Großen Schaden befürchtet der BUND-Mann auch für den Naturraum Südharz. Der Winkelberg sei ein bedeutender Lebensraum für Fledermäuse. Die Artenvielfalt an diesem Ort sei ungewöhnlich für Thüringen. Die Südharzer Gipskarstlandschaft sei ein weltweit einmaliges Naturjuwel und dürfe nicht für das weiße Gold geopfert werden. Selbst die Europäische Union kenne die Bedeutung dieses Gebietes und dringe auf eine Nachmeldung als Schutzgebiet. Umweltschützer im Landkreis Nordhausen forderten ein länderübergreifendes Biosphärenreservat Südharz.
Wirtschaftsminister Reinholz bestätigte die Befürchtungen des BUND. Die laufen bei mir offene Türen ein. Das wäre ein gravierender Einschnitt in Landschaft und Tourismus, sagte er der Nachrichtenagentur ddp. Die Landesregierung befördere das Vorhaben der Firma Heidelberger Zement nicht. Auch eine Ausweisung der Region als Schutzgebiet unter Ausnahme der für den Gipsabbau vorgesehenen Teile des Winkelberges sei aus seiner Sicht nicht akzeptabel. Hier ist der Umweltminister gefragt, betonte Reinholz mit Blick auf seinen Kabinettskollegen Volker Sklenar (CDU).
Reinholz räumte ein, dass das Unternehmen über das noch aus
DDR-Zeiten stammende Bergrecht verfüge. Allerdings ließen die Straßen zum Winkelberg einen Verkehr schwerer Transportlaster nicht zu. Hier halten wir den Daumen drauf, versicherte Reinholz. Der BUND hat angekündigt, bei einem Treffen der Nordhäuser Wirtschaft mit Minister Reinholz gegen den drohenden Gipsabbau zu demonstrieren. Die nnz wird darüber noch heute berichten.
Autor: nnzDer BUND warnt vor einer Ausweitung des Gipsabbaus im Südharz. Die Landesregierung dränge zu einer Genehmigung des Abbaus am Winkelberg nördlich von Nordhausen, obwohl verheerende Auswirkungen für Natur und Tourismus zu befürchten seien, sagte Thüringens BUND-Chef Burkhard Vogel der Nachrichtenagentur ddp in Erfurt. Selbst Vertreter von Kommunen und der Landkreis Nordhausen sprächen sich gegen das Projekt aus und hätte entsprechende Beschlüsse gefaßt.
Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) wandte sich heute ebenfalls gegen den Gipsabbau am Winkelberg. Die Haltung der Landesregierung sei ablehnend. Nach Ansicht des BUND ist das Vorhaben für einen Gipsabbau ganz klar politisch gesteuert. Die Landesregierung vertrete einseitig die Interessen der Industrie, obwohl die genehmigten Gipsabbau-Gebiete der Region noch für mehr als 20 Jahre Arbeit garantierten, sagte Vogel. Ein Gipsabbau am Winkelberg laufe zudem konträr zu den Bemühungen der Tourismusregion Südharz. Ein Gipsabbau am Winkelberg gefährde auch verschiedene Tourismusbetriebe in ihrer Existenz, wie zum Beispiel das Projekt eines Golfplatzes bei Neustadt.
Großen Schaden befürchtet der BUND-Mann auch für den Naturraum Südharz. Der Winkelberg sei ein bedeutender Lebensraum für Fledermäuse. Die Artenvielfalt an diesem Ort sei ungewöhnlich für Thüringen. Die Südharzer Gipskarstlandschaft sei ein weltweit einmaliges Naturjuwel und dürfe nicht für das weiße Gold geopfert werden. Selbst die Europäische Union kenne die Bedeutung dieses Gebietes und dringe auf eine Nachmeldung als Schutzgebiet. Umweltschützer im Landkreis Nordhausen forderten ein länderübergreifendes Biosphärenreservat Südharz.
Wirtschaftsminister Reinholz bestätigte die Befürchtungen des BUND. Die laufen bei mir offene Türen ein. Das wäre ein gravierender Einschnitt in Landschaft und Tourismus, sagte er der Nachrichtenagentur ddp. Die Landesregierung befördere das Vorhaben der Firma Heidelberger Zement nicht. Auch eine Ausweisung der Region als Schutzgebiet unter Ausnahme der für den Gipsabbau vorgesehenen Teile des Winkelberges sei aus seiner Sicht nicht akzeptabel. Hier ist der Umweltminister gefragt, betonte Reinholz mit Blick auf seinen Kabinettskollegen Volker Sklenar (CDU).
Reinholz räumte ein, dass das Unternehmen über das noch aus
DDR-Zeiten stammende Bergrecht verfüge. Allerdings ließen die Straßen zum Winkelberg einen Verkehr schwerer Transportlaster nicht zu. Hier halten wir den Daumen drauf, versicherte Reinholz. Der BUND hat angekündigt, bei einem Treffen der Nordhäuser Wirtschaft mit Minister Reinholz gegen den drohenden Gipsabbau zu demonstrieren. Die nnz wird darüber noch heute berichten.


