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Di, 06:38 Uhr
26.02.2013

nnz-Forum: Warum nicht in der Region?

Am 21. Februar war Filmstart! Jedoch die Kinos in Nordhausen und Umgebung lassen auf die Vorführung warten. Für acht Oscars nominiert und drei bekommen hat die Verfilmung des Musicals „Les Misérables“. Ach ja – da waren doch noch drei Golden Globes. Doch nnz-Leser Jens Körner sucht diesen Film vergeblich in Nordthüringen...


Wer aber in die Programmliste vom letzten Donnerstag ab hineinschaut, findet diesen Film nicht! Jedenfalls nicht in Nordhausen und Umgebung. Warum nicht? Weil es eine Musical-Verfilmung ist? 90% des Filmes sind Gesang und das auch noch in englischer Sprache?

Der Franzose Victor Hugo schrieb 1862 seinen dreibändigen Roman „Die Elenden“ – dieser diente Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg als Vorlage für das Musical „Les Misérables“, das auch in Deutschland Millionen Zuschauer begeisterte. Der Regisseur Tom Hooper (The King´s Speech) verfilmte 2012 diese Melodien mit einer „fast“ grandiosen Besetzung.



Zur Geschichte: Der Sträfling Jean Valjean wird nach fast 20 Jahren (er hat nur ein Brot gestohlen) aus seiner Haft entlassen. Dabei versichert ihm der Inspektor Javert, dass er ihm auf den Fersen bleibt. Kurz darauf wird Valjean rückfällig und bestiehlt einen Geistlichen, der ihm aber das gestohlene Silbergeschirr überlässt und ihm sogar noch zwei Kerzenleuchter dazu gibt. Das bewegte Valjean dazu, umzudenken.

Verfolgt von Javert tauchte Valjean unter und gründete eine Fabrik – wurde sogar Bürgermeister der Stadt. In seiner Fabrik arbeitete Fantine, die ein uneheliches Kind hatte, was zu dieser Zeit eine Sünde war. Fantine wurde aus der Fabrik entlassen. Ihre kleine Cosette lebte bei einem dubiosem Gastwirt, die selbst eine Tochter (Eponine) hatten.

Um Geld für ihre Tochter zu „verdienen“ prostituierte sich Fantine. Bei einem Zwischenfall mit einem Freier wird Fantine verhaftet. Kurz zuvor hatte sie noch ihre Haare und Zähne verkauft. Valjean bekam die Verhaftung mit. Später am Sterbebett, Fantine war todkrank, versprach Valjean, sich um Cosette zu kümmern. Er kaufte das Mädchen bei den Thénardiers, dem Wirtspaar, frei und flieht mit ihr in ein Kloster nach Paris. Zuvor hatte er Javert vor einem Gericht gestanden, dass er jener Häftling 24601 ist, den der Inspektor sucht und dass der Angeklagte nicht für seine Tat büßen muss.

Einige Jahre später – Cosette ist schon eine Frau – beginnt die Französische Revolution. Die Studenten vom ABC-Café bauen eine Barrikade in Paris auf. Cosette verliebt sich in einen der Studenten namens Marius. Aber auch Eponine Thénardier ist in Marius verliebt. Die Fronten der Revolution verhärten sich. Mittendrin ist der kleine Straßenjunge Gavroche, der beim Einsammeln von Munition bei den gefallenen Gegnern selbst einen tödlichen Schuss abbekommt. Ebenso ergeht es Eponine, die Marius von Cosette einen Liebesbrief überbringen soll.

Javert mischt sich unter die Studenten – wird aber als Verräter enttarnt. Valjean, der von der Liebe zwischen Cosette und Marius wusste, schleppte den auf den Barrikaden verletzten Marius durch die Kanalisation in Sicherheit. Dabei trifft er auch noch auf Thénardier.

Wieder geraten Valjean und Javert in eine Konfrontation. Valjean hat auf den Barrikaden seinen Verfolger laufen lassen. Doch diesmal ist Javert im Zugzwang. Er gibt Valjean die Freiheit, aber kann dies mit seinem Gewissen nicht vereinbaren und begeht Selbstmord.

Marius und Cosette heiraten später. Beide wenden sich von Valjean ab. Aber als Marius den Wirt Thénardier wieder trifft und dieser ihm offerierte, dass Valjean sein Leben rettete, ist es schon fast zu spät.

Jean Valjean liegt im Sterben, aber Cosette und Marius schaffen es noch rechtzeitig. Am Sterbebett lüftet Valjean Cosette das Geheimnis ihrer Mutter und ihrer Herkunft. Dabei stirbt Valjean.


Die Geschichte ist nach meiner Meinung grandios. In der Schule hatten wir im Literaturunterricht den kleinen Gavroche behandelt bzw. wir mussten einen Auszug aus Victor Hugos Drei-Bänder lesen.

Und nun frage ich mich – warum gibt es die Verfilmung, die im Trailer ständig im TV beworben wird, noch nicht im Kino in Nordhausen oder Umgebung???
Jens Körner (1974) aus Nordhausen-OST
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
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Kommentare
98maschr
26.02.2013, 10:39 Uhr
Wie wäre es...
wenn Sie einfach mal im Kino selbst nachfragen als sich hier gleich zu echauffieren? Django lief zuletzt auch mit einer Woche Verspätung an, insofern denke ich, daß Sie durchaus Chancen haben dieses vollkommen überbewertete Musical hier noch zu sehen ;)
AndreasH
26.02.2013, 11:04 Uhr
Antwort selbst gegeben !!!!!
Sie haben die Antwort doch bereits selbst gegeben Herr Körner!!!!

90% des Filmes sind Gesang und das auch noch in englischer Sprache !

In Erfurt läuft dieser Film...
Aber in Nordhausen ? Sondershausen ? Bleicherode ?? Mit nur ein paar wenigen Besuchern rechnet sich das für die Kinobetreiber nicht !
Hier ist sicher nicht der kulturelle Markt für diese Art schwerer Unterhaltung !
Auch wenn der Film Oscars bekommen hat - hier - in der Provinz - ist nicht Hollywood !!
Jedenfalls nicht für DIESE Art von Filmen.
Zudem hat der Film die epische Länge von 2 stunden und 37 Minuten und in der Originalversion NUR Gesang und Null Sprechdialoge!!!
Sicher mag der Film für Musicalfans DER Hit und das Non Plus Ultra sein - aber wer wirklich interessiert ist, der kann auch bis nach Erfurt fahren (bilden Sie doch eine Fahrgemeinschaft mit anderen Interessenten) oder warten Sie einfach auf die DVD ;-)

MfG
Andreas Hohmann
Flitzpiepe
26.02.2013, 11:12 Uhr
Warum immer gleich diese Vorwürfe
von Ihnen, 98maschr, an andere, dass man sich doch bitte selber drum kümmern sollte. Was ist ihr eigentliches Problem?

Das ist doch hier nur eine Empfehlung eines vielleicht interessanten Filmes an andere Leser. Dann noch mit der Verwunderung, dass dieser Film hier noch nicht läuft. Warum sollte dies nicht in der NNZ veröffentlicht werden? Das auch ein Kino wirtschaftlich handeln muss, ist sicher auch dem Autor klar.
Harzer_Wolf
26.02.2013, 12:01 Uhr
Kinoprogramm
Leider setzen die Kinogroßketten nur noch auf die publikumswirksamen Filme. Der Betreiber in Nordhausen hat da keinen Einfluß drauf. Hauptsache, es werden ein paar Leute erschossen, gefoltert oder nackt gezeigt - das bringt Quote und Einnahmen. Und nicht zuletzt noch eine ganze Reihe Leute, die bei überteuertem Popcorn und Cola für weiteren Umsatz sorgen.

Mit einem anspruchsvollem Film locken Sie vielleicht zehn "Hanseln" ind ie Vorstellung. Ob das Bildungsniveau in diesem Land allerdings beim Popcornkino steigt bleibt abzuwarten.

Zuletzt eine gute Nachricht für Herrn Körner. Nach meinen Informationen läuft der Streifen ab Mitte März in Sondershausen. Das Kino "64" wird sich sicher freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen.
Serendipity
26.02.2013, 12:05 Uhr
Kurzweilige Bespaßung geht halt am besten
Der Kinobetreiber muß vorher natürlich abwägen, ob die Filme von den Nordhäusern angenommen werden. Leider sucht man die etwas "anspruchsvolleren" Streifen in Nordhausen vergebens. Kunstfilme gehen halt nicht. Diese laufen dann einige Monate später - wenn man Glück hat - im Montagskino. Die letzten Filme, bei den ich bereit gewesen wäre ins Kino zu gehen, sind Melancholia, The Artist, Liebe ("Amour"), Shame. Keiner von denen lief im Hauptprogramm. Anscheinend ist mein Filmgeschmack nicht gerade rentabel fürs Kino. ;-)
clmiroe85
26.02.2013, 12:55 Uhr
In NDH gilt: Kino oder Kultur
Ich stimme dem Artikel zu und bin sehr froh, dass diese Worte endlich mal gesagt werden. In Nordhausen ist es fast unmöglich anspruchsvollere Filme zu schauen.

Mir ist durchaus bewusst, dass ein Kino von den Besucherzahlen lebt, aber warum kann man nicht auch etwas für die Kultur in Nordhausen beitragen?!

Ich bin jedenfalls erleichtert, dass es mir in Nordhausen nicht allein so geht, dass ich für gute und außergewöhnliche Filme nach Erfurt fahren muss. Oder ich kaufe mir einfach die DVD ;) (Danke AndreasH für diesen unglaublichen Tipp)
-----7
28.02.2013, 13:09 Uhr
Hört Ihr wie das Volk erklingt...
... ist ja der deutsche Text zum Titel "do you hear the people sing"

Scheinbar hat Nordhausen meinen Beitrag gelesen und nun ist Les Mis im Programm. Vor kurzem stand noch nichts in der Vorschau.
98maschr
28.02.2013, 16:34 Uhr
Selbstbeweihräucherung?
Bei allem nötigen Respekt Herr Körner, aber das haben Sie jetzt nicht wirklich ernst gemeint, oder?^^ Der Film wäre so oder so hier erschienen, auch ohne Ihren Artikel.
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