Di, 09:16 Uhr
24.02.2004
Welchen Namen hätten Sie gern?
Nordhausen (nnz). Sie war Freie und Reichsstadt. Der Volksmund redet von der Rolandstadt. Jetzt aber soll der Beinamen von Nordhausen revolutioniert werden. Die Stadträte müssen einen neuen Namen finden...
Die Vorlage 1032/2004 hat es in sich. Darin heißt es: Die Stadt Nordhausen stellt an den Freistaat Thüringen, Innenministerium, den Antrag auf Verleihung der Bezeichnung Hochschulstadt Nordhausen. In der Begründung der Verwaltung ist zu lesen, dass 1.000 Studenten das Stadtleben bereichern würden, dass sich die Professoren und Angestellten der Fachhochschule in die Gesellschaft eingebracht hätten und dass es viele Kooperationsvereinbarungen mit Nordhäuser Unternehmen und der Hochschule gebe. Es folgen viele andere Argumente, bis hin zur Vortragsreihe FHN Impulse.
Eigentlich eine feine Sache, dass die Rolandstädter nun plötzlich Hochschulstädter werden können. Doch man sollte die Argumente genauer betrachten. Von den 1.000 Studenten kommen die Mehrzahl aus einem Umkreis, der einen zusätzlichen Aufenthalt in der künftigen Hochschulstadt nicht notwendig macht. Im Klartext: Die düsen nach Vorlesung oder Seminaren wieder nach Hause. Einen ähnlichen Zustand beschreiben auch die Gastronomen in und um Nordhausen, sie profitieren kaum von der Studentenschaft.
So gibt es hinter vorgehaltener Hand auch schon mal Äußerungen in Nordhausen, dass die Stadt am Harz für große Teile der Professorenschaft ehe nur Arbeits- nicht aber Wohn- oder Wohlfühlstätte sei. Das Gleiche soll angeblich für die Wirksamkeit der abgeschlossenen Kooperationsbeziehungen gelten.
All das soll aber nicht heißen, dass die Fachhochschule in Nordhausen nicht eine wichtige Funktion einnimmt. Aber sie ist eben nicht der Mittelpunkt dieser Stadt, wie das zum Beispiel bei Ilmenau der Fall ist. Selbst bei der Hochschulstadt Schmalkalden zeigen sich die Relationen ein wenig anders. Hier stehen 18.000 Einwohner fast 3.000 Studenten gegenüber. In den zurückliegenden Monaten wurde in und um Nordhausen viel über Beinamen diskutiert. Stadt der Wirtschaft, Kulturstadt, Rolandstadt und jetzt Hochschulstadt. Die Stadträte sollte am Mittwoch genau überlegen, ob sie dieser Beschlussvorlage sofort zustimmen oder ob es noch Beratungsbedarf geben könnte. Vielleicht hört man zuvor auch in die Bürgerschaft hinein.
Autor: nnzDie Vorlage 1032/2004 hat es in sich. Darin heißt es: Die Stadt Nordhausen stellt an den Freistaat Thüringen, Innenministerium, den Antrag auf Verleihung der Bezeichnung Hochschulstadt Nordhausen. In der Begründung der Verwaltung ist zu lesen, dass 1.000 Studenten das Stadtleben bereichern würden, dass sich die Professoren und Angestellten der Fachhochschule in die Gesellschaft eingebracht hätten und dass es viele Kooperationsvereinbarungen mit Nordhäuser Unternehmen und der Hochschule gebe. Es folgen viele andere Argumente, bis hin zur Vortragsreihe FHN Impulse.
Eigentlich eine feine Sache, dass die Rolandstädter nun plötzlich Hochschulstädter werden können. Doch man sollte die Argumente genauer betrachten. Von den 1.000 Studenten kommen die Mehrzahl aus einem Umkreis, der einen zusätzlichen Aufenthalt in der künftigen Hochschulstadt nicht notwendig macht. Im Klartext: Die düsen nach Vorlesung oder Seminaren wieder nach Hause. Einen ähnlichen Zustand beschreiben auch die Gastronomen in und um Nordhausen, sie profitieren kaum von der Studentenschaft.
So gibt es hinter vorgehaltener Hand auch schon mal Äußerungen in Nordhausen, dass die Stadt am Harz für große Teile der Professorenschaft ehe nur Arbeits- nicht aber Wohn- oder Wohlfühlstätte sei. Das Gleiche soll angeblich für die Wirksamkeit der abgeschlossenen Kooperationsbeziehungen gelten.
All das soll aber nicht heißen, dass die Fachhochschule in Nordhausen nicht eine wichtige Funktion einnimmt. Aber sie ist eben nicht der Mittelpunkt dieser Stadt, wie das zum Beispiel bei Ilmenau der Fall ist. Selbst bei der Hochschulstadt Schmalkalden zeigen sich die Relationen ein wenig anders. Hier stehen 18.000 Einwohner fast 3.000 Studenten gegenüber. In den zurückliegenden Monaten wurde in und um Nordhausen viel über Beinamen diskutiert. Stadt der Wirtschaft, Kulturstadt, Rolandstadt und jetzt Hochschulstadt. Die Stadträte sollte am Mittwoch genau überlegen, ob sie dieser Beschlussvorlage sofort zustimmen oder ob es noch Beratungsbedarf geben könnte. Vielleicht hört man zuvor auch in die Bürgerschaft hinein.

