Fr, 10:54 Uhr
01.02.2013
Von einem unvergessenen Menschen
Das Kreisarchiv im Nordhäuser Landratsamt verwaltet und behütet im wahrsten Sinne des Wortes einen Schatz, der nicht in Geld zu messen ist und die Historie des Landkreises Nordhausen und seinen Kommunen erzählt. Im November 2005 war eine neue Rarität hinzugekommen...
In diesen Tagen hat sich nämlich der Schatz des Landkreises auf geradezu wundersame Weise vermehrt. An mehreren Tagen hintereinander trafen aus der Hansestadt Hamburg Westpakete ein. Äußerst sorgsam verpackt und geschnürt, befanden sich darin Dokumente, Fotos, persönliche Aufzeichnungen, Forschungsberichte und wertvolle alte Bücher und Broschüren von nahezu unschätzbarem Wert. Sämtliche Dokumente stammten von Manfred Bornemann.
In einem Brief hat der damalige Landrat Joachim Claus dem Heimatforscher Manfred Bornemann damals für seine großherzige Geste gedankt. In dem Schreiben heißt es: Es ist eine große Bereicherung, wenn wir die Bestände unseres Kreisarchivs durch derartige Dokumente vervollkommnen können. Die Übernahme Ihrer hochwertigen Sammlung bietet für die historische Forschung im Landkreis Nordhausen eine Fülle von neuen Möglichkeiten. Deshalb möchte ich Ihnen versichern, dass die Ergebnisse Ihrer jahrzehntelangen Forschungstätigkeit durch die fachlich qualifizierte Betreuung in unserem Kreisarchiv der optimalen Nutzung durch unsere Bürgerinnen und Bürger zugeführt werden können.
Herr Bornemann forschte viele Jahre als Benutzer in den Beständen des Kreisarchivs Nordhausen und pflegte einen regen Kontakt und Gedankenaustausch mit den Archivarinnen. Nun hatte er in akribischer Kleinarbeit sein Lebenswerk geordnet und es im Jahre 2005 dem Nordhäuser Kreisarchiv als Schenkung zukommen lassen. Fast drei laufende Meter umfasst das Material.
Im Kreisarchiv Nordhausen wurden diese Unterlagen nach archivwissenschaftlichen Maßgaben verzeichnet und in einem Findbuch mit der Bestandsbezeichnung Sammlung Bornemann zusammengefasst. Neben zahlreichen wertvollen Büchern enthält sie Sammelmappen zur Geschichte des Landkreises Nordhausen, der Grafschaft Hohnstein, von Ilfeld und Umgebung. Die Geschichte der Harzquerbahn, der Industrie und des Bergbaus wurden durch Manfred Bornemann intensiv erforscht. Foto-Alben, Postkarten-Sammlungen und historische Karten spiegeln die Historie unserer Heimat ebenso wieder, wie Zeitschriften-Sammlungen.
Manfred Bornemann wurde am 26. Mai 1933 in Ilfeld geboren. Seine Vorfahren waren väter- und mütterlicherseits Steiger, Holzfäller, Maurer und Steinbrucharbeiter. Von 1939 bis 1943 besuchte er die Schule in Ilfeld. 1952 legte er in Nordhausen das Abitur ab. Schon als Jugendlicher nahm er seine Heimat bewusst wahr, befasste sich mit der Geschichte seines Geburtsortes und dessen Umgebung, sammelt eifrig Zeitdokumente, schrieb und forschte. Ein anschließendes Geologie-Studium an der Humboldt-Universität in Berlin brach er 1955 ab und ging anschließend in den Westen, um mehr Freiheit genießen zu können. So begründete er diesen Schritt.
Er arbeitete zunächst im Ruhrgebiet als Bergmann. 1959 zog er nach Hamburg, wo er noch heute lebt. Über die Jahrzehnte der Teilung Deutschlands hinweg blieb er seiner Heimat treu verbunden. Nach der Wende wurde er Mitglied im Harzklub-Zweigverein Ilfeld und trat 1991 dem Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein bei. In jedem Jahrbuch des Landkreises Nordhausen ist Bornemann mit einem Beitrag vertreten. Manfred Bornemann hatte im Vorfeld seiner Schenkung nur einen Wunsch: Ich möchte meine über Jahrzehnte gesammelten und erarbeiteten Dokumente in guten Händen wissen. Sie sind es.
Nun betrauern wir den unvergessenen Heimatforscher, Chronisten, Schriftsteller und allseitig interessierten Menschen Manfred Bornemann, der im Dezember 2012 in Hamburg verstarb. Der teure Verstorbene hat für die Geschichtsschreibung des Landkreises Nordhausen einen denkwürdigen Schatz hinterlassen.
Durch unser Bemühen seine einmaligen Arbeiten und Sammlungen zur verwahren und interessierten Bürgern des Landkreises Nordhausen und weit darüber hinaus zu vermitteln, ehren wir einen unvergessenen Menschen – Manfred Bornemann.
Viola Herzog, Kreisarchivarin
Autor: redIn diesen Tagen hat sich nämlich der Schatz des Landkreises auf geradezu wundersame Weise vermehrt. An mehreren Tagen hintereinander trafen aus der Hansestadt Hamburg Westpakete ein. Äußerst sorgsam verpackt und geschnürt, befanden sich darin Dokumente, Fotos, persönliche Aufzeichnungen, Forschungsberichte und wertvolle alte Bücher und Broschüren von nahezu unschätzbarem Wert. Sämtliche Dokumente stammten von Manfred Bornemann.
In einem Brief hat der damalige Landrat Joachim Claus dem Heimatforscher Manfred Bornemann damals für seine großherzige Geste gedankt. In dem Schreiben heißt es: Es ist eine große Bereicherung, wenn wir die Bestände unseres Kreisarchivs durch derartige Dokumente vervollkommnen können. Die Übernahme Ihrer hochwertigen Sammlung bietet für die historische Forschung im Landkreis Nordhausen eine Fülle von neuen Möglichkeiten. Deshalb möchte ich Ihnen versichern, dass die Ergebnisse Ihrer jahrzehntelangen Forschungstätigkeit durch die fachlich qualifizierte Betreuung in unserem Kreisarchiv der optimalen Nutzung durch unsere Bürgerinnen und Bürger zugeführt werden können.
Herr Bornemann forschte viele Jahre als Benutzer in den Beständen des Kreisarchivs Nordhausen und pflegte einen regen Kontakt und Gedankenaustausch mit den Archivarinnen. Nun hatte er in akribischer Kleinarbeit sein Lebenswerk geordnet und es im Jahre 2005 dem Nordhäuser Kreisarchiv als Schenkung zukommen lassen. Fast drei laufende Meter umfasst das Material.
Im Kreisarchiv Nordhausen wurden diese Unterlagen nach archivwissenschaftlichen Maßgaben verzeichnet und in einem Findbuch mit der Bestandsbezeichnung Sammlung Bornemann zusammengefasst. Neben zahlreichen wertvollen Büchern enthält sie Sammelmappen zur Geschichte des Landkreises Nordhausen, der Grafschaft Hohnstein, von Ilfeld und Umgebung. Die Geschichte der Harzquerbahn, der Industrie und des Bergbaus wurden durch Manfred Bornemann intensiv erforscht. Foto-Alben, Postkarten-Sammlungen und historische Karten spiegeln die Historie unserer Heimat ebenso wieder, wie Zeitschriften-Sammlungen.
Manfred Bornemann wurde am 26. Mai 1933 in Ilfeld geboren. Seine Vorfahren waren väter- und mütterlicherseits Steiger, Holzfäller, Maurer und Steinbrucharbeiter. Von 1939 bis 1943 besuchte er die Schule in Ilfeld. 1952 legte er in Nordhausen das Abitur ab. Schon als Jugendlicher nahm er seine Heimat bewusst wahr, befasste sich mit der Geschichte seines Geburtsortes und dessen Umgebung, sammelt eifrig Zeitdokumente, schrieb und forschte. Ein anschließendes Geologie-Studium an der Humboldt-Universität in Berlin brach er 1955 ab und ging anschließend in den Westen, um mehr Freiheit genießen zu können. So begründete er diesen Schritt.
Er arbeitete zunächst im Ruhrgebiet als Bergmann. 1959 zog er nach Hamburg, wo er noch heute lebt. Über die Jahrzehnte der Teilung Deutschlands hinweg blieb er seiner Heimat treu verbunden. Nach der Wende wurde er Mitglied im Harzklub-Zweigverein Ilfeld und trat 1991 dem Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein bei. In jedem Jahrbuch des Landkreises Nordhausen ist Bornemann mit einem Beitrag vertreten. Manfred Bornemann hatte im Vorfeld seiner Schenkung nur einen Wunsch: Ich möchte meine über Jahrzehnte gesammelten und erarbeiteten Dokumente in guten Händen wissen. Sie sind es.
Nun betrauern wir den unvergessenen Heimatforscher, Chronisten, Schriftsteller und allseitig interessierten Menschen Manfred Bornemann, der im Dezember 2012 in Hamburg verstarb. Der teure Verstorbene hat für die Geschichtsschreibung des Landkreises Nordhausen einen denkwürdigen Schatz hinterlassen.
Durch unser Bemühen seine einmaligen Arbeiten und Sammlungen zur verwahren und interessierten Bürgern des Landkreises Nordhausen und weit darüber hinaus zu vermitteln, ehren wir einen unvergessenen Menschen – Manfred Bornemann.
Viola Herzog, Kreisarchivarin




