eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 06:22 Uhr
31.01.2013

nnz-Forum: Wisch und Klick?

Mit dem Beitrag: "Wer wollte diesen Prachtbau?" haben wir eine muntere Diskussionsrunde initiiert. Dem schließt sich auch nnz-Leser Jürgen Wiethoff an. Zu seiner privaten Bestandsaufnahme gelangen Sie nicht mit dem Umblättern einer Seite, sondern mit einem Klick...


Wer krank ist, geht zum Arzt. Wessen Auto streikt, geht zum Kfz-Meister. Wohin gehen „Stadtmütter und -väter“, wenn sie etwas bauen wollen? Der Verfasser dieses Beitrags glaubte bisher, in ein Architektur-Büro. Vielleicht auch in zwei, wegen der zu recht beliebten 2. Meinung. Inzwischen mehren sich aber die Zweifel.

Absolut richtig hinterfragte Peter-Stefan Greiner in „Wer wollte diesen Prachtbau?“ nicht nur dieses, sondern auch die Risiken und Nebenwirkungen der Kulturbibliothek. Der Verfasser dieses Beitrages hat leider das Problem (und das teilt er sicher mit einigen anderen Bürgern), dass er sich Architektur als Plan nicht richtig in der Wirklichkeit vorstellen kann. Je mehr der Bau fortschreitet, kann man jedoch erkennen, dass die, die diesen Bau geplant haben, dass noch schlechter konnten. Schade, dass die entscheidungsbefugten, teilweise sicher selbst ernannten, Fachleute sich das nicht vorstellen konnten. Hoffentlich schämen sie sich wenigstens.

Der Bau nimmt den sanierten Wohnungen von „Postkartenecke“ bis Engelsburg viel von ihrer neu gewonnenen Wohnqualität und erinnert irgendwie in der Entstehung an „Erichs Lampenladen“, auch Ballast der Republik genannt. Andere Betrachter mögen andere Assoziationen haben. Man kann nur hoffen, dass wenigstens einige davon weniger negativ ausfallen, so dass der Bau länger lebt als o.g. Beispiel für vergangene Protzerei. Wirklich allseits positive Meinungen dazu hat man noch nicht gehört oder gelesen.

Jetzt den Kritikern vorzuwerfen, dass sie ihre Meinung damals bei der Offenlegung der Baupläne nicht geäußert haben, ist scheinheilig. Dazu bedarf es schon einiger Fachkenntnisse und diese vermutet man bei den Verantwortlichen. Um andererseits beurteilen zu können, ob beispielsweise ein Ei faul ist, muss man auch nicht selbst Eier legen können. Die damaligen Entscheidungsträger müssen sich schon heute fragen lassen, was sie angesichts des ursprünglichen geplanten Investitionsvolumens unternommen haben, um ihre Entscheidung für den Bau auch verantworten zu können.

Betrachten wir nun einmal die eigentliche Zweckbestimmung des Bau´s „Kulturbibliothek“.

An Herrn Greiners Zukunftsvisionen des gedruckten Lesestoffes gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Ein 8-Zoll-e-book oder -Tablet hat in etwa die Maße eines Buches, ist aber nur höchstens halb so dick. Je nach verwendeter Speicherkarte passt dort eine mehr oder weniger große Bibliothek hinein. Als Rechenbeispiel und weil vielen Gern-Lesern möglicherweise bekannt, soll Ken Follets „Sturz der Titanen“ dienen. 1011 Druckseiten benötigen 76 MB. Auf eine 32 GB-Speicherkarte passen rund 420 Bücher dieses Formats. Man stelle sich also vor, dass man von Nachtschichtpause bis Vorlesung in der Uni in 420 „Wälzern“ (mit Hilfe mehrerer Speicherkarten entsprechend mehr) nachschlagen oder nur lesen kann.

Bei o. g. Roman (und natürlich auch vielen anderen Büchern) gibt es außerdem gekennzeichnete links, mit deren Hilfe man im Internet oder im nicht gedruckten Buchanhang sofort Sachbezüge, geschichtliche Zusammenhänge und ähnliches recherchieren kann. Eine Hilfe, auf die in schätzungsweise zwei Jahren schon kein Student mehr verzichten will und zeitlich auch sicher bald nicht mehr kann.

Sicher braucht man nicht vorzurechnen, wie viel kürzer ein paar „Wisch“ oder „Klick“ gegenüber einem Gang zur Bibliothek sind, wie viel schneller ein Computer das Zitat findet, als ein rasch und raschelnd blätternder Student oder Professor.

Noch ein paar Sätze an jene Kritiker des e-book, die gleich wieder einen Schlag gegen die Volksgesundheit herauf beschwören: Geräte auf dem heutigen Stand der Technik haben stufenlos regelbare Helligkeit, Schrift- und Randgröße und einen Tag- (schwarz auf weiß) bzw. Nacht- (weiß auf schwarz)Modus. Fragen Sie mal die Partner lesender Menschen, wie positiv sich das auf deren Nachtruhe auswirkt. Mal ganz abgesehen davon, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit und an fast jedem Ort lesen kann.

Die beiden großen Internetportale momox.de (Ankauf) und medimops.de (Verkauf), ursprünglich gestartet für den Handel mit gebrauchter Literatur, haben längst reagiert und ihr Sortiment um CD, DVD, Spiele, Handy und Tablet erweitert. Schauen Sie dort auf die Preise und Sie werden erkennen, welch harte Zeiten Bibliotheken bevorstehen.
Jürgen Wiethoff
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)