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Mi, 14:51 Uhr
23.01.2013

Südharzer Holz unterm Hammer

Wie jedes Jahr wurde im November und Dezember 2012 im Südharzer Forstamt die Laub- und Nadelholzsubmission vorbereitet. 84 Festmeter besten Rohholzes sind in acht von zehn Revieren geschlagen worden...


Da der Trend zur dunklen Farbe bei den Kunden weiterhin anhält, setzten die Förster und Waldbesitzer auf die wertbeständige Eiche. Reichlich 40 Festmeter kamen unter die Säge. Das Alter dieser Riesenwalzen lag um die 200 Jahre. Die besten Eichenstandorte im Kreis sind der Heringer Wald, der Alte Stolberg, die Tiefenbach bei Werther, das Fronderöder Holz und der Günzeroder Hagen, also das Harzvorland.

Gefolgt wurde die Eiche von der Gemeinen Esche. Die Eschen stammen vor allem aus Holzeinschlägen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht, entlang von Bundesstraßen im Harz. Hier waren die Bedenken der Förster am Größten, denn durch das europaweite Eschentriebsterben vagabundieren erhöhte Mengen Eschenholz auf dem mitteleuropäischen Markt. Mit kleinen Losen waren noch Bergahorn, Kirschbaum und Europäische Lärche vertreten.

Anfang Dezember lagen 1.300 Festmeter Besthölzer zur Bewertung durch die Holzkäufer auf dem Meistgebotsplatz Egstedt von Thüringen Forst bei Erfurt. Das war rund ein Drittel weniger als ein Jahr vorher. Einige Absatzmärkte von Werthölzern schwächeln infolge der Finanzkrise. Die deutsche Binnenkonjunktur hält bis jetzt jedoch. Die Entscheidung war richtig.
Im wahrsten Sinne des Wortes: Eine Wertholzeiche aus der Tiefenbach bei Werther. (Foto: Carsten Wiegleb)
Die Riegelung ist auf der Querschnittsfläche nicht zu sehen, nur beim Anschalmen der Stammoberfläche im Holz unter der Rinde. (Foto: Carsten Wiegleb)
Der Weidaer Riegelahorn „Der Spitzenstamm!“ (Foto: Carsten Wiegleb)
 Brachte den höchsten Erlös aus dem Südharz, ein Bergahorn aus dem Giebichenhagen, ein Bergrücken zwischen Rüdigsdorf und Buchholz. (Foto: Carsten Wiegleb)
 Eine Superesche aus der Langen Wand bei Ilfeld. Die Esche, der Weltenbaum  Yggdrasil  in der Nordischen Mythologie. Seine Zweige reichen über den ganzen Himmel und erstrecken sich über die ganze Welt (Foto: Carsten Wiegleb)
Das zeigte die Eröffnung der Gebote und die Zuschlagstermine am 16. und 17. Januar 2013 im Thüringer Forstamt Erfurt-Willrode. Der Knaller der Auktion kam leider nicht aus dem Südharz, es war ein Riegelahorn* eines Kleinwaldbesitzers aus der Nähe von Weida in Ostthüringen. 1,85 Festmeter absolute Spitzen- und Extraware erbrachten 19.567 Euro, das sind 10.577 Euro pro Festmeter. Ersteigert hat ihn eine Furnierfirma aus dem Norden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Aber auch alle Laub- und Nadelstammhölzer des Forstamtes Bleicherode-Südharz wurden auskömmlich beboten. Der Zuschlag wurde erteilt. Der Bergahorn einer Forstgenossenschaft im Giebichenhagen spielte 1.325 Euro pro Festmeter ein, eine Traubeneiche aus der Tiefenbach 608 Euro pro Festmeter und ein „Lärchenzylinder“ aus Ellrich 378 Euro pro Festmeter. Das war ein positives Novum. Eine kapitale Stammesche aus der Langen Wand bei Ilfeld vertrieb mit einem Festmetererlös von 250 Euro schnell die Sorgenfalten des Nordhäuser Privatwaldbesitzers. Er wurde von dem Ilfelder Förster seines Vertrauens gut beraten.
Klaus-W. Brüggemann, Fostamtsleiter

*Riegelwuchs: Synonym = unechter Wimmerwuchs; welliger Verlauf der Holzfasern, Normalaufbau der Jahrringe, von Messerfurnierindustrie gesucht (Textur), selten.
Autor: red

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