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Fr, 10:26 Uhr
11.01.2013

nnz-doku: Eine Liebeserklärung

Gestern hatte die Nordhäuser Kreissparkasse zum Neujahrsempfang ins Theater geladen (wir berichteten ausführlich). Dabei hielt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Asche eine bemerkenswerte Rede, die mit "Liebeserklärung" überschrieben war. Innerhalb unserer doku-Reihe veröffentlichen wir die Rede...


Diese Worte verbunden mit dem bekannten S als Logo zierten die Titelseite des Handelsblattes am 03. August 2012. Ein historischer Moment, denn das Handelsblatt war in der Vergangenheit nicht gerade ein Freund der Deutschen Sparkassenorganisation.

Und nun: Lob und Anerkennung für das Erfolgsmodell Sparkasse.

Eigentlich aber spricht das Handelsblatt nur aus, was wir Sparkässler schon immer gewusst haben. Nämlich das Sparkassen gut für Deutschland sind. Die Krisen der letzten Jahre haben die Sehnsucht der Menschen nach einer heilen Bankenwelt wieder gestärkt. Das Geschäftsmodell der Sparkassen - bis 2008 hin und wieder als langweilig tituliert – entspricht genau dieser Sehnsucht.

Gut die Hälfte der Deutschen gibt eine Sparkasse als ihre Hauptbank an. Die Nähe zu den Menschen in den Regionen meiner Meinung nach der Erfolgsfaktor. Die Sparkassen in Deutschland sind mit rd. 15.000 Filialen in der Regel gleich nebenan. Und damit es wirklich persönlich wird, arbeiten rd. 360 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mehr als 23 000 Auszubildenden für unsere Kunden. Und auch dort zu sein, wo keine Großbank sich blicken lässt, zeichnet uns Sparkassen aus. Eine Region mit gestalten, etwas bewirken und mit entwickeln, dafür stehen wir.

Regionalität, Gemeinwohlorientierung und Nachhaltigkeit sind uns Sparkassen schon in die Geburtsurkunden geschrieben und machen unseren genetischen Code aus. Wir sind für die Menschen da, seit über 200 Jahren. Es klingt schon ein wenig pervers, wenn Großbanken verkünden, dass Sie in Zukunft den Menschen in den Mittelpunkt Ihres Handelns stellen wollen. Ja wen denn sonst, frage ich sie.

Gerade im Zuge der Finanzkrise haben Werte wie Vertrauen, Solidität und Kontinuität einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. Und genau das ist es, wofür wir stehen. Durch die Anwendung dieser Werte sind die Sparkassen gut durch die Finanzmarktkrise gekommen. Wir haben nicht an den globalen Finanzmärkten spekuliert. Vielmehr haben wir den Bezug zum wirklichen Leben und zur realen Wirtschaft nie verloren.

Ich denke, Vertrauen wächst aus Verlässlichkeit und Stabilität. Umfragen zeigen immer wieder, dass das Vertrauen in die Sicherheit der Geldanlagen bei den Sparkassen mit Abstand am größten ist.

Hierfür gibt es zwei wichtige Grundlagen. Eine davon ist das Geschäftsmodell. Für 85 % der Bankkunden ist es entscheidend, dass ein Kreditinstitut nicht nur auf die Maximierung der eigenen Gewinne achtet, sondern auch das Wohlergehen der Menschen und Unternehmen in seinem Umfeld im Auge behält.

Die zweite Grundlage für dieses Vertrauen ist eine leistungsfähige Einlagensicherung. 55 % aller Deutschen vertrauen in diesen Tagen noch dem Euro. Aber 71 % vertrauen auf die Sicherheit ihrer Spareinlagen.

Das bedeutet: Die Einlagensicherheit ist ein wichtiges Vertrauensfundament für die Währungsunion. Die deutsche Einlagensicherheit ist daher auch kein Feld auf dem experimentiert werden darf. Das muss den europäischen Instanzen klar sein. Das hohe Schutzniveau der deutschen Einlagen darf nicht zugunsten einer europäischen Lösung vermindert werden.

Neben dem Vertrauen in die Solidität der Schuldner ist der Werterhalt von Kapitaleinlagen der zweite wichtige Gesichtspunkt für Sparer. Dazu gehört auch das der Euro stabil gehalten wird. Aktuell sehen wir keine akuten Inflationsgefahren, dagegen sprechen die Konsolidierungsnotwendigkeiten in vielen staatlichen- und privaten Haushalten sowie Banken. Langfristig besteht jedoch die Gefahr, dass über eine erhöhte Inflationsrate Gläubiger zu einer Finanzierung der Lasten in Europa herangezogen werden.

Allerdings werden schon jetzt die Sparer und die Lebensversicherungskunden ungefragt und gegen ihren Willen zu Solidarleistungen für die Europäische Währungsunion herangezogen. Die aktuellen Rettungsmaßnahmen, sprich die Flutung der Geld- und Kapitalmärkte mit Liquidität oder der Ankauf von Anleihen durch die Europäische Zentralbank führen zu Marktzinsen, die unter den aktuellen Preissteigerungsraten liegen. Hier werden Sparer und Lebensversicherungskunden in kleinen Schritten durch Wertverlust de facto enteignet.

Auch als Finanzierungspartner der mittelständischen Unternehmen sind die Sparkassen eine stabile und verlässliche Größe. Rd. 40 % der Unternehmenskredite in Deutschland kommen von einer Sparkasse oder Landesbank. Als Auftraggeber, Arbeitgeber, Investor, Förderer und nicht zuletzt als Steuerzahler sind die Sparkassen ein fester Bestandteil der regionalen Infrastruktur und ein unverzichtbarer Stabilisator der regionalen Wirtschaftsentwicklung. Umso wichtiger ist es, dass die regionalen Akteure näher zusammenrücken. Die Frage nach dem Mehrwert für die Region sollte auch bei der Zusammenarbeit mit einem Kreditinstitut gestellt werden.

Meine Damen und Herren,
in den letzten 5 Jahren haben wir es mit Krisen zu tun, die sich in unterschiedlichen Gewändern gezeigt haben, als Subprimekrise, als Liquiditätskrise, als Solvenzkrise und als Staatsschuldenkrise. Im Kern geht es um einen Verlust in das Vertrauen, dass Versprochenes eingelöst werden kann.

Verloren gegangenes Vertrauen zurück gewinnen, ist eine Mammutaufgabe, bedarf viel Zeit und mehr als nur Absichtserklärungen. Konsequentes Handeln und auch schmerzhafte Einschnitte sind gefordert. Keine Leistung ohne Gegenleistung – dazu kann und darf es keine Alternative geben.

Auch Teile der Kreditwirtschaft haben in erheblichem Umfang Vertrauen verspielt. Ich nenne nach der Lehmann-Pleite nur beispielhaft milliardenschwere Fehlspekulationen einzelner Händler, Geldwäschevorwürfe bei Großbanken oder zuletzt die augenscheinliche Manipulation des Libor-Referenzzinssatzes.

Die Rückbesinnung auf die Grundfunktionen eines Kreditinstitutes fällt nach wie vor einigen Banken schwer. Es ist für uns unverständlich, das staatlich gestützte Banken ihre Zinsen für die Rettungsleistungen nicht zahlen können und trotzdem mit wettbewerbsverzerrenden Angeboten auf Kundenfang gehen.

Solide wirtschaftende Kreditinstitute wird auf diese Weise von gedopten Banken ein unfairer Wettbewerb geliefert. Diese staatlichen Eingriffe in normale Marktmechanismen sind auf Dauer nicht erträglich, schaden der Wettbewerbskultur und am Ende der Volkswirtschaft. Es ist dringend erforderlich ein stabiles Finanzsystem in Deutschland und Europa zu erhalten. Es ist aber nicht erforderlich, nicht überlebensfähige, einzelne Kreditinstitute künstlich am Leben zu erhalten.

Die Regulierung der Kreditwirtschaft ist nach den Erschütterungen und Fehlentwicklungen der Vergangenheit stark in den Fokus der Politik gerückt. Das begrüße ich ausdrücklich. Allerdings ist es falsch, die Banken oder die Banker über einen Kamm zu scheren. Es ist auch nicht hilfreich mit populistischen Maßnahmen und einem Mehr an Papier zu glauben, das damit ein Mehr an Information und Verbraucherschutz erreicht wird.

Ich habe in den letzten Tagen eine Ausbildungsversicherung für mein Enkelkind abgeschlossen. Zusätzlich zum Vertrag wurden mir 38 Seiten Kleingedrucktes übergeben. Wem dient das? Schafft das wirklich mehr Transparenz und Vertrauen?

Die Europäische Gesetzgebung hat in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer regulatorischer Anforderungen für die Kreditinstitute gebracht. Damit nicht genug, hat unsere deutsche Verbraucherschutzministerin noch ordentlich oben aufgesattelt. Dabei ist sie deutlich über das Ziel hinaus geschossen.

Warum? Das kann ich Ihnen sagen. Im Mittelpunkt unseres Handels steht ganz klar der Kunde, das war so und das wird auch in Zukunft so sein. Wir wollen mit bestmöglicher Qualität überzeugen, das haben wir schon seit Jahren in unserer Geschäftsstrategie formuliert. Die Ergebnisse verschiedener Kundenbefragungen weisen uns auch gute bis sehr gute Werte aus. Wir ruhen uns auf diesen Erfolgen nicht aus, sondern arbeiten weiter jeden Tag daran.

Qualität erleben Sie, verehrte Kunden, durch die Köpfe die unsere Sparkasse ausmachen, ob sie Ute Müller, Diana Langlotz, Nadin Klapproth, Anke Mann, Peter Kohl und viele andere, heißen. Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für unsere Sparkasse und deren Wahrnehmung durch Sie. Diesen Mitarbeitern schenken Sie als Kunden Ihr Vertrauen. Diese Mitarbeiter tun alles in Ihrer Macht stehende, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Anstatt diese Berater zu stärken, tendiert der Gesetzgeber eher zu Misstrauen und pauschaler Vorverurteilung. Ein Beispiel:

Seit dem 01. November 2012 müssen Wertpapierberater in ein bundesweites Beratungsregister gemeldet und damit präventiv an den Pranger gestellt werden. Das ist so als würden alle Führerscheinbesitzer präventiv in die Flensburger Verkehrssünderdatei gemeldet werden. Es könnte ja einmal zu einem Verstoß kommen.

Beschwerden müssen ohne Prüfung von Berechtigung, Substanz oder Fortbestehen an die Bankenaufsicht angezeigt werden. Verdeckte Ermittler sollen in Form von staatlichen Testkäufern die Beratung in deutschen Kreditinstituten überprüfen. Die Dokumentation, die heute über ein Beratungsgespräch erstellt werden muss, ist so bedeutungs- und umfangreich und offenbar wichtiger als eine wirklich gute Beratung selbst.

Das sind Irrwege, die aus der Fehleinschätzung geboren werden, Berater trachteten flächendeckend danach, ihre Kunden über den Tisch zu ziehen. So etwas mag es im Einzelfall geben, für unsere Berater weise ich das vehement zurück. Unsere Mitarbeiter leben hier, genauso wie Sie, unsere Kunden. Sie treffen sich auch jenseits des Berufslebens, in Kindergärten, Schulen, Vereinen und bei Festen. Sparkassenberater begleiten häufig ihre Kunden ein Leben lang.

Mit populistischen Maßnahmen und einer überbordenden, bürokratischen Regulierung werden die Weichen völlig falsch gestellt.

Wichtiger wäre es nach unserer Meinung, genauer hin zu schauen und dort Regulierungen zu treffen wo die wirklichen schwarzen Schafe sind. Immer mehr Finanzdienstleistungen triften ab in sogenannte Schattenbanken, die nicht so stark reguliert sind aber über eine gute Lobby verfügen.

Meine Damen und Herren,

unser Geschäftsjahr 2012 war geprägt von Unsicherheit. Unsicherheit wie sich die schwelende Staatsschuldenkrise entwickelt, bleibt Griechenland in der Eurozone, kommen evtl. weitere neue Hiobsbotschaften hinzu, wie wirken sich die Sparmaßnahmen in einigen Ländern auf die Wirtschaftsentwicklung aus, löst man die enorme Staatsverschuldung mit hoher Inflationsrate und was passiert mit dem historisch niedrigen Zinsniveau.

Auch die Unfähigkeit zur Lösungsfindung in den USA zum Jahreswechsel war keine Vertrauensbildende Maßnahme. Vor diesem Hintergrund können wir Ihnen für das abgelaufene Geschäftsjahr erfreuliche Ergebnisse präsentieren.

Die Geschäftsentwicklung unserer Sparkasse war im abgelaufenen Jahr von einem in dieser Größenordnung nicht erwarteten Wachstum der Kundeneinlagen geprägt. Die Einlagen unserer Kunden stiegen um gut 50 Mio € auf 823 Mio € an. Das ist ein Plus von 6 %. Ein Ergebnis das auch deutlich über der durchschnittlichen Wachstumsrate der Thüringer Sparkassen liegt. Einen größeren Vertrauensbeweis konnten Sie, liebe Kunden, uns kaum geben. Dafür sage ich im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz herzlich Danke.

Neben diesen Kundeneinlagen betreuen wir für Sie noch rd. 160 Mio € in Wertpapieranlagen und bei Verbundpartnern. In Summe vertrauen Sie uns also rd. 1 Mrd. € an, der höchste Betrag den unser Haus jemals verantwortet hat. Das macht uns Stolz und stimmt uns zuversichtlich, dass wir mit unserer Geschäftsphilosophie Ihre Erwartungen erfüllen.

Auch im Kreditgeschäft mit unseren Kunden konnten wir erneut zulegen und den Bestand auf 483 Mio € steigern, ein Zuwachs von knapp 2 %. Nun stellt der Bestand immer den Saldo aus Auszahlungen und Kreditrückführungen dar. Dahinter verbergen sich rd. 84 Mio € neue Kredite an Unternehmen und Privatpersonen. Das ist eine erneute Steigerung im Vergleich zu dem schon guten Vorjahresergebnis.

Diese Entwicklung ist auch ein Spiegelbild einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung in unserer Region. Als absoluter Marktführer stehen wir gut 50 % der Unternehmen in der Region als Geschäftspartner zur Verfügung. Und wir arbeiten daran unseren Marktanteil noch weiter auszubauen.

Die Bilanzsumme unserer Sparkasse wird eine deutlichen Sprung nach vorn machen sich geringfügig unter der Schallmauer von 1 Mrd. € einstellen.

Fast 900 000 € haben wir im vergangenen Geschäftsjahr zur Förderung kultureller, sportlicher und sozialer Aktivitäten in die Region zurück gegeben. Damit nehmen wir wie kein anderes Kreditinstitut gesellschaftliche Verantwortung wahr.

Ich kann Ihnen heute insgesamt also über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 berichten. An dieser Stelle bedanke ich mich sehr herzlich bei Herrn Przybilla, der bis zu seinem Ausscheiden in den Ruhestand am 31.03.2012 als Vorstandsvorsitzender die Verantwortung in unserer Sparkasse trug. Wir konnten auf gemeinsam gut bestellten Feld die Ernte einfahren, aber nicht ohne den Acker noch ordentlich bearbeitet zu haben.

Ein Dank gilt an dieser Stelle auch unserem Verwaltungsrat mit Frau Landrätin Keller an der Spitze. Nicht zu vergessen unser langjähriger Landrat Joachim Claus, der 22 Jahre auch an der Spitze unseres Verwaltungsrates gestanden hat und am 30.06.2012 ausgeschieden ist.

Es war und ist eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Verwaltungsrat. Wir sehen dieses Miteinander auch als wichtiges Fundament für unseren Geschäftserfolg.

Sehr geehrte Gäste, ich will noch einen kurzen Blick nach vorn werfen. Die Unsicherheit bleibt uns noch einige Zeit erhalten. Allerdings gehen viele Experten davon aus das wir uns in Sachen Finanz- und Staatsschuldenkrise auf der Zielgeraden befinden. Die Wirtschaft in Europa wird 2013 kaum wachsen, in Deutschland erwarten wir ein Wirtschaftswachstum zwischen 0,5% und 1%.

Die Zinsen werden voraussichtlich niedrig bleiben und es ist schon bemerkenswert wenn eine Zeitungsüberschrift vor wenigen Tagen verkündet, „der Bund zahlt wieder Zinsen für Wertpapiere“.

Für den Deutschen Aktienmarkt sehen wir moderate Steigerungen bis auf ca. 8500 Punkten im DAX. Die Inflation sollte sich im Jahresdurchschnitt bei max. 2 % einpendeln und der Arbeitsmarkt bleibt hinsichtlich der Arbeitslosigkeit entspannt, hinsichtlich des Fachkräftemangel in den Regionen aber weiter angespannt.

Das Finanzierungsumfeld für Unternehmen und Privatkunden in Deutschland bleibt unverändert günstig.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb am Jahresende: Entscheidend ist die Kernaussage: Eine Krise sieht anders aus. Den Deutschen geht es gut. Das ist das Ergebnis harter, kreativer Arbeit und diverser Reformen in den vergangenen Jahre. Darauf darf man sich allerdings nicht ausruhen. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Liebe Kundinnen und Kunden, vielen Dank für Ihr Vertrauen in uns. Ich verspreche Ihnen das wir alles dafür tun werden, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Wir würden uns freuen wenn Sie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weiter empfehlen. Wir freuen uns über jeden neuen Kunden.
Autor: psg

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