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Fr, 15:44 Uhr
16.11.2012

Adams widerspricht Umweltministerium

Mit einer Videobotschaft wendet sich der Landtagsabgeordnete Dirk Adams (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) an die Menschen im Südharz. In seinem knapp drei Minuten dauernden Filmbeitrag widerspricht er der mehrfach vorgetragenen These des Thüringer Umweltministeriums, wonach die Abwässer des zu Nordhausen gehörenden Ortes Steigerthal in den „Krummbach“ fließen würden....

Dirk Adams in Steigerthal (Foto: privat) Dirk Adams in Steigerthal (Foto: privat)

„Die Abwässer versickern lange vor dem Erreichen des Krummbachs im Untergrund.“ sagt Adams. Der hohe Anteil an wasserlöslichen Gesteinen wie im Südharzer Gipskarst entwickelt ein sehr dynamisches System an Quellen und weiteren Zuläufen, welches durch die Abwässer stark belastet wird. So hatte Adams von seinem letzten Besuch noch einen anderen Punkt, an welchem die Abwässer in den Untergrund eintraten, in Erinnerung.



Inzwischen versickern die Abwässer in einem neuen Erdfall in rund 20 Meter Entfernung. „Das zeigt die große Dynamik des Untergrunds, die durch die Einleitungen weiter provoziert wird.“ erläutert Adams dazu. Er fordert die schnellstmögliche Beseitigung und eine umfassende Sanierung der Abwasserkanalisation in Steigerthal. Dabei verweist er auf eine seit dem Jahr 2004 bestehende Sanierungsanordnung. „Es bleibt nicht mehr viel Zeit, die Maßnahmen müssen bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Das notwendige Geld muss jetzt durch das Land und die Stadt Nordhausen bereitgestellt werden.“Unbekannt

Hintergrund:Die Abwässer des Nordhäuser Ortsteils Steigerthal fließen nur unzureichend geklärt mittels eines „Bürgermeisterkanals“ in den Gipskarstuntergrund. Die Untergrundwässer werden dadurch mit erheblichen Schadstofffrachten belastet. Zudem wird eine erhebliche Erhöhung des Gipslösevermögens verursacht, welche zum Beispiel als Erdfälle an der Oberfläche große Schäden verursachen können. Seit zwei Jahren machen VertreterInnen einer BürgerInneninitiative sowie von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN auf die Situation aufmerksam. In der Antwort auf die mündliche Anfrage des Abgeordneten im letzten Plenum des Thüringer Landtags wurde erneut die Behauptung geäußert dass die Abwässer in den „Krummbach“ fließen würden. Dem widersprechen sowohl VertreterInnen der Bürgerinitiative als die VertreterInnen von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN.

Die Kleine Anfrage „Bereitstellung von Fördermitteln für den Neubau der Abwasser- und Oberflächenwasserkanäle in Nordhausen, Ortsteil Steigerthal“ inklusive der Antwort der Landesregierung (Drucksache 5/2853) finden Sie hier: http://dirkadams.de/aktiv-im-landtag/kleine-anfragen/
Die Mündliche Anfrage inklusive der Antwort der Landesregierung finden Sie hier: http://http://dirkadams.de/aktuelles/?no_cache=1&expand=427148
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
16.11.2012, 18:15 Uhr
Umweltmisterium verfälscht bewusst Tatsachen
Bei so viel Ignoranz von Gutachten könnte man schon wieder an die Decke gehen. Seit 1979 versuchen einige Menschen vergeblich, das Abwasserproblem in Steigerthal zu lösen und von den Verantwortlichen Taten einzufordern. Heute leben wir im Jahre 2012 und das Ministerium stellt sich hin und verbreitet Halbwahrheiten. Wohl tritt der Jauchebach gelegentlich tatsächlich in der Krummbachquelle aus, aber eben nicht immer. Wenn es zu trocken ist, versickert er vorher und verseucht den unterirdischen Karst. Das aber ist seit vielen Jahren bekannt. Der Geologe Reinhard Völker schrieb dazu ein Gutachten. Und in der nnz sollte meine Serie "Kloake Steigerthal" ein wenig für Aufklärung sorgen. Aber selbst wenn der Jauchebach tatsächlich immer in den Bach fließen würde: Was wäre daran besser? _ Nichts, auch wenn es das Ministerium am liebsten so erscheinen lassen möchte. Dass es die Behörden seit der Wende nicht geschafft haben, einen Umweltfrevel ohnegleichen zu beseitigen, dass sie die Steigerthaler immer und immer wieder vertröstet haben, zeigt, wie wenig Herrn Reinholz tatsächlich an der Umwelt liegt. Die BI sollte sich nicht länger hinhalten lassen sondern noch viel mehr die Zähne zeigen. Taten der Landesregierung statt Worte sind endlich gefragt - und zwar nicht wieder am Sanktnimmerleinstag sondern jetzt sofort!
Diese Ignoramz und Tatenlosigkeit der Politik ist es, die die Wekt in den Abrund treibt.

Hier noch einmal ein Auszug aus dem Gutachten von Reinhard Völker, das die dreiste Behauptung des Ministeriums widerlegt. Weitere Infos auch in "Kloake Steigerthal" (http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=103979)

Folgende Zitate aus Gutachten:

„Das bedeutet, dass der Jauchebach von Steigerthal bei Trockenheit 850 m unterirdisch durch ein Karstgerinnesystem läuft, in dem weitere unterirdische Wasserzuläufe vorhanden sind. Bei ganz großer Trockenheit fließt der Jauchebach in den Dreckponor 1 ein. Er erscheint dann nicht in der Quelle 2 (Schinderkopfquelle – B.S.) und nicht in der Quelle 3 (Quelltopf-B.S.). Er tritt erst in der Quelle 7 wieder auf (Krummbachquelle-B.S.). Es ist aber auch beobachtet worden, dass der Jauchebach gar nicht mehr austritt und auch die Quelle 7 (Krummbachquelle-B.S.) versiegt.

Das bedeutet, dass der Jauchebach teilweise, manchmal auch völlig unterirdisch verbleibt. Die Konsequenz ist eine Verseuchung des Karstwassers und eine erhebliche Erhöhung des Gipslösevermögens mit erhöhter Möglichkeit der Erdfallbildung. (Fremdionige Wasserinhaltsstoffe erhöhen das Gipslösevermögen erheblich).“ (Zitat Ende).
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