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Di, 10:55 Uhr
20.01.2004

Schulzentrum vor dem Aus

Nordhausen (nnz). Es galt als die innovativste Form der schulischen Arbeit in und um Nordhausen. Das christliche Schulzentrum. 1997 ging es mit der Grundschule an den Start, übrig geblieben sind Schulden. Einzelheiten wie immer in Ihrer nnz.


Die Eltern erhielten in den zurückliegenden Tagen einen Brief vom evangelischen Schulzentrum. Darin wurde kurz und knapp mitgeteilt, dass das Zentrum zum Ende dieses Schuljahres schließen wird. Es fehlt der Grund- und Regelschule schlicht und ergreifend das Geld. Wie die nnz vom Schulträger, der evangelischen Kirche Thüringen in Eisenach erfuhr, ist bis Schuljahresende ein Defizit in Höhe von 500.000 Euro aufgelaufen. Wie Oberkirchenrat Christhard Wagner sagte, werde sich das Defizit mit jedem Monat erhöhen, deshalb „müssen wir die Schule schließen“.

Der Kirchenkreis habe sich bei der Gründung des Schulzentrums auf die Hoffnung gestützt, dass neben den Geldern, die Träger und Förderverein aufbringen können, auch so genannte Drittmittel herbeigeschafft werden können. Hierbei soll es sich in erster Linie um Stiftungen gehandelt haben. Doch da sei kein oder zu wenig Geld geflossen. Sicher, so gibt der Eisenacher Oberkirchenrat zu, habe die Rückzahlung der 150.000 Euro an die Johanniter Unfallhilfe ein Loch in die Finanzdecke des Zentrums gerissen, doch das Aus wäre auch so gekommen. Die ersten drei Jahre müsse freie Schulen ohne die volle Unterstützung des Staates auskommen.

Was für den Außenstehenden nur schwer nachvollziehbar ist, das ist unter anderem die Tatsache, dass Ende vergangenen Jahres Wirtschaftsminister Reinholz noch reichlich Fördermittel nach Nordhausen brachte. Wußte man damals nichts von dem finanziellen Desaster? Was wird mit diesem Geld? Nicht nachvollziehbar ist auch, warum unbedingt eine Regelschule hinzukommen musste, ging und geht doch die Mehrzahl der Schüler nach der Grundschule aufs Gymnasium.

In Nordhausen will man weiter um den Erhalt des Schulzentrums kämpfen, bestätigte Superintendent Curt Stauss der nnz. Bis zum Sommer habe man Zeit, das Geld aufzutreiben. Doch das wird angesichts der Haltung in Eisenach und angesichts leerer Kirchenkassen wohl ein Wunschtraum bleiben. Für die Stadt Nordhausen bleibt nun ein leeres Schulgebäude und vor allem bleiben über 150 Schüler, die in das staatliche Schulsystem integriert werden müssen. Die 20 Lehrer und Erzieher hingegen, die eine engagierte Arbeit geleistet hatten, die werden sich in die pädagogische Warteschleife des Freistaates einreihen.
Autor: nnz

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