Mo, 18:32 Uhr
19.01.2004
Eine fast ideale Wendung
Nordhausen (nnz). Genau das soll die neue Konzeption zur Abfallverwertung auf dem Gelände der Deponie in Nenzelsrode sein. Wie dieses im Einzelnen aussieht, das weiß nnz.
Ein Loch als Standortvorteil? Das geht tatsächlich, wenn dieses 450.000 Kubikmeter groß ist und auf dem Gelände einer Abfalldeponie liegt. Vor allem jenem schon mit Landesmitteln entsprechend ausgebautem Deponieraum ist es wohl zu verdanken, daß ab 1. Juni. 2005 nur 5 Prozent aller Mülllieferungen Nenzelsrode wieder verlassen müssen und verbrannt werden.
Am Standort Polder 7 entsteht eine moderne Müllsortieranlage. Sie wird eine Länge von 85 und eine Breite von 60 Metern haben. Der wichtigste Bestandteil wird eine mit Stahlkugeln gefüllte Trommel sein, die den angelieferten Haus- und Gewerbemüll in kleinste Teile zerschlägt. Im hinteren Teil findet eine weitere Aussiebung statt. Der Müll wird in eine heizwertreiche und eine heizwertarme Fraktion getrennt. Rund 60 Prozent hat etwa einen Heizwert von Braunkohle und wird zu Pellets gepresst. In Kraftwerken und der Zementindustrie kann dieser Abfall zur Energiegewinnung sinnvoll verwendet werden.
Nachdem diese Trennung erfolgte, schließt sich ein weiterer Baustein an. Dieser ist etwas absolut neues. Mineralorganisches Material wird abgetrennt und einer weiteren Verwertung zugeführt. Das betrifft rund weitere 30 Prozent der Abfälle. Dieses Material kommt zu einer biologischen Behandlung, die gleich nebenan stattfinden soll. Der TVN (Technologie Verbund Nordhausen) der auch die Biogasanlage betreibt, soll dafür zuständig sein.
Die biologische Behandlung gliedert sich in zwei Teile. Eine zehntägige Intensivrottung in Tunneln, wo die organischen Bestandteile weitgehend abgebaut werden, und eine achtwöchige Nachrottung in zwei Meter hohen Mieten. Was übrig bleibt, das soll 15 Jahre lang in den Deponieraum hinter Polder 7 verfüllt werden.
Für die Bürger ist es vor allem wichtig, daß sich nichts an dem ab 2005 kalkuliertem Entsorgungsentgelt ändern wird und die Versorgungssicherheit bestehen bleibt. Das garantiert die Firma Rethmann, die gegenüber dem Landkreis und dem Zweckverband Abfallwirtschaft Nordthüringen verantwortlich ist. Im Betrieb solcher Mülltrennungsanlagen verfügt die Firma über große Erfahrung, wie Projektleiter Stefan Grüner betonte. Er meinte auch, daß es wenig sinnvoll sei, Müll hunderte Kilometer zu einer Verbrennungsanlage zu fahren.
Zur Zeit läuft die Ausschreibung für den Bau der Sortieranlage. Im Mai sollen die Erdarbeiten beginnen. Auch die Versorgung mit Strom und Telefon stelle auf dem gut erschlossenen Deponiegelände kein Problem dar. Im April 2005 könnte die Anlage dann ihren Probebetrieb aufnehmen. Müll, den man dafür verwenden könne, bekäme man ja ausreichend auf die Deponie geliefert. Ein Monat bleibt dann, um zu überprüfen, ob alles funktioniert.
Dann kam das Gespräch auf die Müllverbrennungsanlage, die in Staßfurt gebaut werden soll. Dieses Projekt in Nenzelsrode soll unabhängig davon sein. Ursprünglich war es geplant, den Müll nur einfach zu trennen und 50 Prozent zur Verbrennung zu transportieren, aber das ist jetzt vom Tisch, zum Vorteil des Landkreises Nordhausen.
Die Frage, ob auf Grund der neuen Technik die Gebühren sinken könnten, wurde nicht abschließend geklärt. Fakt ist, daß technologiebedingt ein neuer Beschluß des Zweckverbandes her muß. Aber dazu wollte sich Verbandsvorsitzender Dr. Henning Werner noch nicht äußern.
Landrat Joachim Claus lobte das Konzept und die konstruktive Zusammenarbeit. Aus Sicht des Kreises seien die Diskussionen um den Müll schwierig gewesen. Aber jetzt sei man zufrieden. Der Genehmigungsantrag liegt jedenfalls seit Dezember 2003 beim Landesverwaltungsamt. Man kann also gespannt darauf warten, was aus unserem Müll in Zukunft werden kann.
Autor: wf
Ein Loch als Standortvorteil? Das geht tatsächlich, wenn dieses 450.000 Kubikmeter groß ist und auf dem Gelände einer Abfalldeponie liegt. Vor allem jenem schon mit Landesmitteln entsprechend ausgebautem Deponieraum ist es wohl zu verdanken, daß ab 1. Juni. 2005 nur 5 Prozent aller Mülllieferungen Nenzelsrode wieder verlassen müssen und verbrannt werden.
Am Standort Polder 7 entsteht eine moderne Müllsortieranlage. Sie wird eine Länge von 85 und eine Breite von 60 Metern haben. Der wichtigste Bestandteil wird eine mit Stahlkugeln gefüllte Trommel sein, die den angelieferten Haus- und Gewerbemüll in kleinste Teile zerschlägt. Im hinteren Teil findet eine weitere Aussiebung statt. Der Müll wird in eine heizwertreiche und eine heizwertarme Fraktion getrennt. Rund 60 Prozent hat etwa einen Heizwert von Braunkohle und wird zu Pellets gepresst. In Kraftwerken und der Zementindustrie kann dieser Abfall zur Energiegewinnung sinnvoll verwendet werden.
Nachdem diese Trennung erfolgte, schließt sich ein weiterer Baustein an. Dieser ist etwas absolut neues. Mineralorganisches Material wird abgetrennt und einer weiteren Verwertung zugeführt. Das betrifft rund weitere 30 Prozent der Abfälle. Dieses Material kommt zu einer biologischen Behandlung, die gleich nebenan stattfinden soll. Der TVN (Technologie Verbund Nordhausen) der auch die Biogasanlage betreibt, soll dafür zuständig sein.
Die biologische Behandlung gliedert sich in zwei Teile. Eine zehntägige Intensivrottung in Tunneln, wo die organischen Bestandteile weitgehend abgebaut werden, und eine achtwöchige Nachrottung in zwei Meter hohen Mieten. Was übrig bleibt, das soll 15 Jahre lang in den Deponieraum hinter Polder 7 verfüllt werden.
Für die Bürger ist es vor allem wichtig, daß sich nichts an dem ab 2005 kalkuliertem Entsorgungsentgelt ändern wird und die Versorgungssicherheit bestehen bleibt. Das garantiert die Firma Rethmann, die gegenüber dem Landkreis und dem Zweckverband Abfallwirtschaft Nordthüringen verantwortlich ist. Im Betrieb solcher Mülltrennungsanlagen verfügt die Firma über große Erfahrung, wie Projektleiter Stefan Grüner betonte. Er meinte auch, daß es wenig sinnvoll sei, Müll hunderte Kilometer zu einer Verbrennungsanlage zu fahren.
Zur Zeit läuft die Ausschreibung für den Bau der Sortieranlage. Im Mai sollen die Erdarbeiten beginnen. Auch die Versorgung mit Strom und Telefon stelle auf dem gut erschlossenen Deponiegelände kein Problem dar. Im April 2005 könnte die Anlage dann ihren Probebetrieb aufnehmen. Müll, den man dafür verwenden könne, bekäme man ja ausreichend auf die Deponie geliefert. Ein Monat bleibt dann, um zu überprüfen, ob alles funktioniert.
Dann kam das Gespräch auf die Müllverbrennungsanlage, die in Staßfurt gebaut werden soll. Dieses Projekt in Nenzelsrode soll unabhängig davon sein. Ursprünglich war es geplant, den Müll nur einfach zu trennen und 50 Prozent zur Verbrennung zu transportieren, aber das ist jetzt vom Tisch, zum Vorteil des Landkreises Nordhausen.
Die Frage, ob auf Grund der neuen Technik die Gebühren sinken könnten, wurde nicht abschließend geklärt. Fakt ist, daß technologiebedingt ein neuer Beschluß des Zweckverbandes her muß. Aber dazu wollte sich Verbandsvorsitzender Dr. Henning Werner noch nicht äußern.
Landrat Joachim Claus lobte das Konzept und die konstruktive Zusammenarbeit. Aus Sicht des Kreises seien die Diskussionen um den Müll schwierig gewesen. Aber jetzt sei man zufrieden. Der Genehmigungsantrag liegt jedenfalls seit Dezember 2003 beim Landesverwaltungsamt. Man kann also gespannt darauf warten, was aus unserem Müll in Zukunft werden kann.

