Sa, 16:48 Uhr
17.01.2004
nnz-Bücher-Kiste: Liebhaber schweigen
Nordhausen (nnz). Christine Orban lotet in Ihrem Roman Das Schweigen der Liebhaber ein Jahrhunderte altes Geschlechterproblem aus. Männer lieben, Frauen wollen aber auch über die Liebe sprechen - und finden nur selten Gehör. Mehr zu diesem interessanten Buch aus dem Eichborn-Verlag mit dem bekannten Klick.
Diese Erfahrung muss auch Idylle machen, eine junge Frau, Mitte dreißig, die auf einer Vernissage den attraktiven, verheirateten Jean kennen lernt. Beide sind voneinander elektrisiert, verlassen schnell die Galerie und geben sich stumm ihrer Leidenschaft hin - der Beginn einer Amour fou. Idylle ist fasziniert von dem schweigenden Mann, der statt Worte lieber Taten sprechen lässt. Doch was zunächst wie ein erotisches Machtspiel wirkt, verstetigt sich. Der Mann, den Idylle für die Liebe ihres Lebens hält, verweigert sich der Kommunikation. Ihre Versuche, ihm Empfindungen, Wünsche, Zukunftspläne mitzuteilen, bleiben unbeantwortet.
Idylle bleibt nur das Deuten des Schweigens. Ihre bodenständigere Freundin ermahnt Idylle ständig, sich endlich von dem Schweiger zu trennen, der mittlerweile ihr gesamtes Leben dominiert. Ihr Mann - so die Freundin - habe wenigstens früher geredet, allerdings nach ein paar Jahren sei auch er verstummt. Einen Liebhaber zu haben, der aber schon zu Beginn die Zähne nicht auseinander kriegt, sei ja ein hoffnungslose Fall. Doch Idylle bleibt unbelehrbar. Sie riecht in alle Ritzen der Stille, saugt seinen Blick, seine sprachlosen Gesten auf, tröstet sich beim Sex, versucht, den Grund der Verweigerung zu erahnen und fördert dabei Worte zu Tage, die das Schweigen in allen Facetten beschreibt. Als Idylle die Hoffnung schon fast aufgegeben hat, ihren Liebhaber zum Sprechen zu bringen, überreicht die Concierge ihr einen Brief...
Christine Orbans Roman gleicht einem Kammerspiel über das Schweigen. Sie beschreibt die Sprachlosigkeit zwischen den Geschlechtern mit psychologischem Feingefühl und sprachlicher Finesse. So wird ein Buch über das Schweigen der Männer zu einer Liebeserklärung an die Sprache. Das Buch erscheint im Februar.
Autor: nnzDiese Erfahrung muss auch Idylle machen, eine junge Frau, Mitte dreißig, die auf einer Vernissage den attraktiven, verheirateten Jean kennen lernt. Beide sind voneinander elektrisiert, verlassen schnell die Galerie und geben sich stumm ihrer Leidenschaft hin - der Beginn einer Amour fou. Idylle ist fasziniert von dem schweigenden Mann, der statt Worte lieber Taten sprechen lässt. Doch was zunächst wie ein erotisches Machtspiel wirkt, verstetigt sich. Der Mann, den Idylle für die Liebe ihres Lebens hält, verweigert sich der Kommunikation. Ihre Versuche, ihm Empfindungen, Wünsche, Zukunftspläne mitzuteilen, bleiben unbeantwortet.
Idylle bleibt nur das Deuten des Schweigens. Ihre bodenständigere Freundin ermahnt Idylle ständig, sich endlich von dem Schweiger zu trennen, der mittlerweile ihr gesamtes Leben dominiert. Ihr Mann - so die Freundin - habe wenigstens früher geredet, allerdings nach ein paar Jahren sei auch er verstummt. Einen Liebhaber zu haben, der aber schon zu Beginn die Zähne nicht auseinander kriegt, sei ja ein hoffnungslose Fall. Doch Idylle bleibt unbelehrbar. Sie riecht in alle Ritzen der Stille, saugt seinen Blick, seine sprachlosen Gesten auf, tröstet sich beim Sex, versucht, den Grund der Verweigerung zu erahnen und fördert dabei Worte zu Tage, die das Schweigen in allen Facetten beschreibt. Als Idylle die Hoffnung schon fast aufgegeben hat, ihren Liebhaber zum Sprechen zu bringen, überreicht die Concierge ihr einen Brief...
Christine Orbans Roman gleicht einem Kammerspiel über das Schweigen. Sie beschreibt die Sprachlosigkeit zwischen den Geschlechtern mit psychologischem Feingefühl und sprachlicher Finesse. So wird ein Buch über das Schweigen der Männer zu einer Liebeserklärung an die Sprache. Das Buch erscheint im Februar.

