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Sa, 15:02 Uhr
17.01.2004

nnz-Forum: Verzerrung der Realität

Nordhausen (nnz). Über den (Un-) Sinn von Gesprächsrunden zwischen dem Ministerpräsidenten und den Studenten der Fachhochschule Nordhausen erreichte die nnz-Redaktion ein Statement von Studenten der FHN. Wir veröffentlichen es in unserem Forum.


Der erschienene Artikel „Schnuppertour durch den Landkreis (2)“ über das Zusammentreffen des Ministerpräsidenten mit den Studenten der Fachhochschule Nordhausen (FHN) gleicht einem Märchen aus 1001 Nacht. Doch wie jedes Kind weiß, sind Märchen eine Verzerrung der Realität. Wenn „schüchterne“ Studenten „artig“ klatschen, zeugt das von Respekt gegenüber der Veranstaltung und dem Thüringer Ministerpräsidenten.

Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) ist mit den von Ihr angekündigten Demonstrationen, nicht das Sprachrohr für die gesamte Studentenschaft der FHN! Der Großteil der Studenten weiß noch nicht einmal, dass eine solche Vereinigung existiert und welche Aktivitäten und Ziele von dieser verfolgt werden. Wenn die Medien mit ihrem „Sensationsinteresse“ auf Gerüchte über Demonstrationen vertrauen, ist es selbstverständlich, dass die Enttäuschung bei dem Anblick von „schüchternen“ und „artigen“ Studenten groß ist.

Selbst erfahrene Journalisten sind so verwirrt, dass sie gleich die Fragen der Studenten Sinn entstellten. So lautete die Frage eines Studenten des Studiengangs Sozialmanagement nicht: „Habe ich nach meinem Studium eine Chance auf einen Job“, sondern vielmehr: „Weswegen bekommt ein Student nach Abschluss des Studiums, wenn er keinen Job bekommt, Sozialhilfe und kann im Park auf einer Parkbank sitzen? Wenn er aber ein Zweitstudium beginnen möchte, um sich weiterzuqualifizieren, er nicht nur für seinen Lebensunterhalt, sondern auch für die Studiengebühren selbst aufkommen muss?“!

Der Ministerpräsident erläuterte diese Frage sehr umfangreich, ohne sie jedoch wirklich zu beantworten. In den weiteren Diskussionen ging es neben der Bildung von so genannten Eliten, Studiengebühren und um den für uns noch nicht ersichtlichen Aufschwung von Wirtschaft und Technik in Thüringen. Über den sozialwirtschaftlichen Bereich, der für den größten Teil der Studenten an der FHN als zukünftiger Arbeitgeber gilt, wurde hauptsächlich in ein Tuch des Schweigens gehüllt.

Während die Stimmung auf beiden Seiten immer emotionaler wurde, neigte sich die Veranstaltung dem Ende entgegen. Statt Demonstrationen oder Protesten konnten wir Studenten unsere Meinung auf einer niveauvollen Basis vertreten. Dazu brauchten wir keine „nackten Tatsachen“, wie in anderen Hochschulen, präsentieren!
Dana Eisenmann, Sven Obermann, Kathrin Oelschläger, Marion Sachse – Studenten des Studiengangs Sozialmanagement

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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