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Do, 14:14 Uhr
08.01.2004

Was ganz Neues: Innovation!

Nordhausen (nnz). Innovation heißt das Zauberwort, das die SPD und nun auch die Bündnisgrünen, aus dem Zylinder geholt haben. Die Begeisterung hält sich in Grenzen, vor allem außerhalb des grün-roten Parteienspektrums. Jetzt kommt sogar eine Warnung von der Thüringer Wirtschaft.


IHK-Präsident Niels Lund Chrestensen warnte davor, das Thema als politisches Ablenkungsmanöver oder als Leerformel im bevorstehenden Wahlkampfmarathon zu missbrauchen. Notwendig wären konkrete Strategien für mehr Innovationsdynamik am Standort Deutschland. „Die von der SPD-Führung verabschiedeten Weimarer-Leitlinien enthalten zu viele Selbstverständlichkeiten über notwendige Innovationen, über Forschung und Entwicklung, über Risikobereitschaft oder Wettbewerbsfähigkeit“, kritisierte er. Im gesamten Papier zeige sich erneut der Spagat, den die SPD permanent bewältigen muss - zwischen den offenkundigen Reformerfordernissen des Landes einerseits und der Befindlichkeit der Parteibasis andererseits. Entscheidend sei aber wie immer, was sich zu diesen Themen im politischen Alltag tun wird.

Nach wie vor entstünden Innovationen in Deutschland in erster Linie in den Unternehmen. Auch Thüringer Firmen hätten trotz schwieriger Rahmenbedingungen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung weiter gesteigert. Mit jährlich etwa 30 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner liege der Freistaat an der Spitze der neuen Bundesländer. Die beim Deutschen Patent- und Markenamt aus Thüringen eingereichten Anmeldungen seien in den letzten fünf Jahren immerhin um 30 Prozent gestiegen.

Im vergangenen Jahr konnte die IHK Erfurt mit mehr als 1.280 registrierten Auskünften und Informationen ein hohes Interesse an Technologie- und Kooperationsberatungen feststellen. Über die technologieorientierten Beratungsprogramme wurden 91 Unternehmen mit über 400.000 Euro gefördert. „Angesichts immer kürzer werdender Innovationszyklen brauchen Unternehmen neben einer ausreichenden Finanzausstattung starke Partner“, betonte Chrestensen. Kooperationen mit anderen Unternehmen und exzellenten Forschungsdienstleistern würden zunehmend wichtiger, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Ein effektives System zur Vermarktung und Verwertung von Ideen aus den Hochschulen sowie eine neue „Kundenorientierung“ der öffentlichen Forschung seien dringend erforderlich. Hier wolle die IHK die Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen in Schmalkalden, Erfurt und Nordhausen auf der Grundlage der bestehenden Kooperationsverträge weiter intensivieren. Besondere Stärken weise der Freistaat in den Zukunftsbranchen Informations- und Kommunikationstechnik, Mikrosysteme und Biotechnologie auf. Vorrangig auf diesen Gebieten gelte es bereits existierende Kooperationen auszubauen und damit den Technologietransfer zu sichern.
Autor: nnz

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