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Mi, 10:56 Uhr
07.01.2004

„Politik kann sich ändern“

Nordhausen (nnz). In dieser Woche fragen wir die nnz-Leser nach ihrem Favoriten für den Ministerpräsidenten. Dabei stand ein Kandidat in diesen Tagen im Mittelpunkt des medialen Interesses – Christoph Matschie. Doch eigentlich ist er der Verlierer...


So viel können wir verraten: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt der Smarte klar hinter Althaus und Ramelow zurück – ihn würden nur die wenigsten nnz-Leser zum „MP“ wählen. Während Neu-Ministerpräsident Althaus fast täglich in 30-Sekunden-Statements aus den jeweiligen TV-Kanälen politische Wichtigkeiten verkündet, darf sich Matschie nur kurz sonnen. Zum Beispiel wenn eine neue Agenda in Weimar verkündet wird. Da darf der Christoph auch schon mal neben dem Gerhard sitzen. Mit Wahlkampfunterstützung in dieser sozialdemokratischen Breite dürfte es das für die kommenden Wochen gewesen sein.

Viel interessanter als eine Wahlprognose ist eigentlich die Haltung Matschies zu Koalitionen, denn die absolute Mehrheit dürfte die SPD Mitte dieses Jahres wohl kaum gewinnen, auch wenn der Gerhard wöchentlich zwischen Sonneberg und Nordhausen aufmarschieren würde. Die SPD braucht Partner zum eventuellen Regieren. In der vergangenen Woche, da meinte der SPD-Landesvorsitzende Matschie, eine Koalition mit der PDS käme für ihn nicht in Frage. „Die sind kein Partner“, sagte er einer regionalen Zeitung kurz nach Neujahr.

Das wollten zu diesem Zeitpunkt viele Genossen des aktuellen Landesvorstandes aber weder hören, geschweige denn lesen. Man habe sich doch im Landesvorstand klipp und klar auf eine Vorgehensweise verständigt, gab der linkslastige Flügel zu verstehen. „Da darf ein solcher Satz nicht gesagt werden“, meinte eine Vorständlerin zur nnz. Und da sich mit den Abgängern aus der SPD-Landtagsfraktion vor allem die verabschieden, die schon vor vier Jahren gegen eine Zusammenarbeit mit der PDS waren, hat es Matschie sichtlich schwer mit solchen Äußerungen. Gestern dann, in Weimar erneut befragt, ruderte der Staatssekretär denn schon mal vorsorglich zurück.

„Wir gehen nicht mit einer Koalitionsaussage in die Wahl“, sagte er am Dienstag am Rande der SPD-Vorstandsklausur in Weimar. Die PDS stehe derzeit als verlässlicher Partner nicht zur Verfügung. Politik könne sich allerdings ändern. Na bitte, da soll noch mal einer sagen, Politik könne nicht interessant sein. Aber die Genossen in Thüringen sind von dem blassen Politiker ja schon einiges gewohnt. Da klingelt es ihnen noch in den Ohren, dass ihr „Landes-Partei-Boß“ nach seiner vergeigten Wahl ins SPD-Präsidium sagte, „ich bin nicht enttäuscht“. Vielleicht sagt der Christoph das auch nach der Landtagswahl? Und fährt am Tag darauf wieder nach Berlin. Welcher Ansicht die nnz-Leser sind, das erfahren Sie am kommenden Dienstag. Bis dahin können Sie weiter abstimmen.
Autor: nnz

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