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Fr, 08:02 Uhr
02.01.2004

Das etwas andere Silvesterkonzert

Nordhausen/Sondershausen (nnz). Es müssen nicht immer nur Böller oder Raketen sein, mit denen man das alte Jahr verabschiedet. In Sondershausen gab es ein musikalisches Tschüss mit Orgel und Saxophon. Katrin Landgraf war aufmerksame Zuhörerin.


Dass man die bösen Geister zu Silvester nicht nur mit Raketen und Böllern vertreiben kann, sondern auch mit einem ganz besonderem Konzerterlebnis in Form der etwas ungewöhnlichen Besetzung der großen barocken Hey-Orgel und einem jazztypischen Saxophon, zeigten am Silvesterabend Ralf Benschu (Saxophonist der Gruppe Keimzeit) und Jens Goldhardt (Kantor der Stadtkirche St. Trinitatis Sondershausen), beide bekannt unter dem Namen Orgelsax.

Die kalte Kirche wurde nur mit dem warmen Schein von hunderten Teelichter, die auf den Emporen und dem Gang verteilt waren, beleuchtet und es erklang ein idyllisch wirkendes Thema einer neuen Improvisation für Saxophon und Orgel um einen Rückblick ins alte Jahr zu wagen. Dramaturgisch gut gelöst wurde der Wandel der Zeit, beziehungsweise durch die Zeit, durch die ständige Klangverschiebung des Saxophons - Ralf Benschu lief während der Liedfolge fortwährend durch die Kirche, neben die Orgel, auf die Empore und durch das Kirchenschiff, was unter anderem auch von der Publikumsnähe der Künstler zeugt und interessante Klangeffekte zur Folge hat.

Doch eben diese Klangeffekte sind Teil des Programms. Ob Dissharmonien, hauchdünne Sphärenklänge, Meditationen, vollkommen unm'f6glich erscheinende Rhythmen, die jedoch im Verlauf der Endlosimprovisation perfekt harmonieren, oder inmitten der Jazzimprovisation "durch den Wind" die Weltbekannte Melodie von Tochter Zion, die als Thema mit Variationen wie z.B. im Neujahrstypischen Walzertaktart 3/4, als Gospel, romantisch aufbrausend, oder im Rock'n Roll Stil verwendet wurden. Harmonie und moderne Rhythmen vereint zur gewohnt perfekte Abstimmung der Künstler, die sich durch erfolgreiche CD-Aufnahmen, auch als Solisten, einen Namen gemacht haben.

Das zahlreich erschienene Auditorium bedankte sich Ralf Benschu und Jens Goldhardt mit einem herzlichen und dankbaren Applaus. Nach der Ansprache der Pastorin Cornelia Bicklhaupt, erklang als Ausgangsmusik das Resurrexit II, dem das über 300 Mann starke Publikum noch gebannt zuhörte.
Katrin Landgraf
Autor: nnz

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