Mo, 12:10 Uhr
29.12.2003
Durststrecke überwunden
Nordhausen (nnz). Die Thüringer Wirtschaft schnuppert Morgenluft. Nach einer fast dreijährigen Durststrecke befindet sich der Freistaat wieder auf Wachstumskurs. Die Hintergründe zu diesen optimistischen Aussagen finden Sie mit einem Klick auf MEHR.
Für das kommende Jahr rechnet die Industrie- und Handelskammer Erfurt mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 bis 2,0 Prozent. "Anzeichen dafür, dass die Konjunktur in den Startlöchern steht, gibt es schon", so IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Die Firmenchefs würden ihre gegenwärtige Geschäftslage wieder positiver einschätzen und blickten zudem optimistischer in die Zukunft. Im Laufe des Jahres habe sich in den IHK-Konjunkturumfragen die Zahl der Pessimisten von 41 auf 24 Prozent deutlich verringert.
Als Basis für die wirtschaftliche Dynamik erweise sich einmal mehr die Industrie. Nach vorläufigen Berechnungen der IHK liege der Umsatz im ablaufenden Jahr mit 21,5 Milliarden Euro um 6,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Damit verbunden sei ein Zuwachs der Industriebeschäftigten um ca. 5.000 Personen auf 147.000 gewesen. "Der höchste Stand seit 1992", stellt Grusser erfreut fest.
Besonders positiv wäre die Entwicklung in der Investitionsgüterbranche – die auch als Konjunkturindikator gilt – und im zurückliegenden Jahr einen Umsatzanstieg von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchen konnte. "Die Inlandsnachfrage hat sich stabilisiert und auch aus dem Auslandsgeschäft werden weitere Impulse erwartet", so Grusser.
Wichtig sei zudem, dass sich die mittelständischen Firmen im Freistaat betriebswirtschaftlich stabilisieren konnten und so die Zahl der Firmenpleiten entgegen dem bundesweiten Trend in Thüringen stark abgenommen habe. Mit rund 1.100 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2003 sei ein erfreulicher Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1.370) zu verzeichnen.
Allerdings werde die konjunkturelle Aufhellung noch von einigen Wolken überschattet. So gingen auch im kommenden Jahr von den Unternehmensinvestitionen kaum Konjunkturimpulse aus.
"Warum die Unternehmen nicht stärker investieren, erklärt sich einerseits aus der in vielen Bereichen immer noch schwach ausgelasteten Kapazität, andererseits aber auch aus der noch nicht gewichenen Skepsis und Verunsicherung über die künftigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen", kommentiert Grusser die Investitionsabsichten der Firmen. Es sei völlig unverständlich, warum die Politik glaube, Deutschland wieder flott machen zu können, indem sie insbesondere mittelständische Familienunternehmen durch falsche Regelungen bei der Gesellschafterfremdfinanzierung und durch eine Mindeststeuer sowie höhere Erbschaftssteuer belaste. Wichtig sei jetzt die Perspektive, dass die Reformen im nächsten Jahr trotz der beginnenden Landtagswahlkämpfe ihre Fortsetzung fänden. Die von allen Seiten geforderte große Steuerreform dürfe nicht zum Spielball parteitaktischen Kalküls werden.
Autor: nnzFür das kommende Jahr rechnet die Industrie- und Handelskammer Erfurt mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 bis 2,0 Prozent. "Anzeichen dafür, dass die Konjunktur in den Startlöchern steht, gibt es schon", so IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Die Firmenchefs würden ihre gegenwärtige Geschäftslage wieder positiver einschätzen und blickten zudem optimistischer in die Zukunft. Im Laufe des Jahres habe sich in den IHK-Konjunkturumfragen die Zahl der Pessimisten von 41 auf 24 Prozent deutlich verringert.
Als Basis für die wirtschaftliche Dynamik erweise sich einmal mehr die Industrie. Nach vorläufigen Berechnungen der IHK liege der Umsatz im ablaufenden Jahr mit 21,5 Milliarden Euro um 6,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Damit verbunden sei ein Zuwachs der Industriebeschäftigten um ca. 5.000 Personen auf 147.000 gewesen. "Der höchste Stand seit 1992", stellt Grusser erfreut fest.
Besonders positiv wäre die Entwicklung in der Investitionsgüterbranche – die auch als Konjunkturindikator gilt – und im zurückliegenden Jahr einen Umsatzanstieg von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchen konnte. "Die Inlandsnachfrage hat sich stabilisiert und auch aus dem Auslandsgeschäft werden weitere Impulse erwartet", so Grusser.
Wichtig sei zudem, dass sich die mittelständischen Firmen im Freistaat betriebswirtschaftlich stabilisieren konnten und so die Zahl der Firmenpleiten entgegen dem bundesweiten Trend in Thüringen stark abgenommen habe. Mit rund 1.100 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2003 sei ein erfreulicher Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1.370) zu verzeichnen.
Allerdings werde die konjunkturelle Aufhellung noch von einigen Wolken überschattet. So gingen auch im kommenden Jahr von den Unternehmensinvestitionen kaum Konjunkturimpulse aus.
"Warum die Unternehmen nicht stärker investieren, erklärt sich einerseits aus der in vielen Bereichen immer noch schwach ausgelasteten Kapazität, andererseits aber auch aus der noch nicht gewichenen Skepsis und Verunsicherung über die künftigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen", kommentiert Grusser die Investitionsabsichten der Firmen. Es sei völlig unverständlich, warum die Politik glaube, Deutschland wieder flott machen zu können, indem sie insbesondere mittelständische Familienunternehmen durch falsche Regelungen bei der Gesellschafterfremdfinanzierung und durch eine Mindeststeuer sowie höhere Erbschaftssteuer belaste. Wichtig sei jetzt die Perspektive, dass die Reformen im nächsten Jahr trotz der beginnenden Landtagswahlkämpfe ihre Fortsetzung fänden. Die von allen Seiten geforderte große Steuerreform dürfe nicht zum Spielball parteitaktischen Kalküls werden.


