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Fr, 11:24 Uhr
07.09.2012

Radler unter sich

Als aktiver Fahrradfahrer ist der Nordhäuser Oberbürgermeister sich den Vorteilen und der Bedeutung des Radverkehrs nur allzu gut bewusst. Jetzt hatte er Fahrrad-Experten ins Rathaus eingeladen...


In einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern vom Kreisverband Nordhausen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs e.V. (ADFC-Nordhausen) hat sich Herr Dr. Zeh jetzt über die Radverkehrssituation und die Weiterentwicklung des Radverkehrs in der Rolandstadt ausgetauscht.

Radler-Gespräche (Foto: D. Jaunich) Radler-Gespräche (Foto: D. Jaunich)

Mit Lothar Burkhardt (links), Dirk de Gooijer (rechts) und Karl-Heinz Gröpler (2. v. r.) vom ADFC-Nordhausen sowie Vertretern aus den zuständigen Ämtern sprach das Stadtoberhaupt offen über Defizite des städtischen Radwegenetzes und fehlende Radwegeanbindungen einiger Ortsteile, aber auch über die Möglichkeiten einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit sowie die Zusammenarbeit von ADFC und Stadt.

Einigkeit bestand vor allem zur Bedeutung eines Ausbaus des Radwegenetzes als Grundvoraussetzung einer Steigerung des Alltagsradverkehrs und für die Belebung des Tourismus. Ebenso wurde die Zukunft von Pedelecs und E-Bikes sowie der damit verbundenen Chancen und Herausforderungen thematisiert.

Am Beispiel des geplanten Radwegs nach Herreden, wurde jedoch auch deutlich, dass sich die Finanzierung von solchen Vorhaben oftmals als sehr schwierig darstellt. Handelt es sich nicht um städtische Straßen, wie im Beispiel der K20 – die Straße zwischen Nordhausen und Herreden - so können Fördermittel nur von den jeweils zuständigen Straßenbaulastträgern beantragt werden.

Der Landkreis müsste in diesem Fall auch die entsprechenden Eigenanteile der Finanzierung nachweisen, ist jedoch selbst in einer finanziell schwierigen Situation. Eine „freiwillige“ Übernahme der Kosten für eine nicht städtische Straße durch die Stadt ist während einer Haushaltssperre auch gegenüber dem Thüringer Rechnungshof nicht möglich. In diesem Zusammenhang ist der Oberbürgermeister für eine engere Kooperation mit Landrätin Birgitt Keller und zur Findung einer einvernehmlichen Lösung bereits in Kontakt getreten.

Bezüglich einer Verbesserung der Zusammenarbeit von ADFC-Nordhausen und Stadt sollen wieder regelmäßige Beratungen stattfinden. Auch eine gemeinsame, kontinuierliche Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Stadtrat, des ADFC, der Bürgerschaft und der Verwaltung sowie die Benennung eines Fahrradbeauftragten, als städtischen Ansprechpartner, wurden angesprochen und sollen noch weiter konkretisiert werden.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
07.09.2012, 13:06 Uhr
Ein radelnder OB ist gut für Nordhausen
Die "Mischung" aus OB und Fahrradfahrer ist eindeutig zu begrüßen: Und in Zeiten steigender Spritpreise dürfte das Fahrrad auch weiterhin an Bedeutung gewinnen. Natürlich ist Nordhausen auf Grund seiner Lage in einer hügeligen Region nicht unbedingt dafür prädestiniert, der deutschen Radlerstadt schlechthin, Münster, den Titel streitig zu machen. Aber fest steht auch, dass jeder neue Radweg mehr Menschen motivieren wird, von vier auf zwei Räder umzusatteln. Dazu aber ist ein wahres Netz von Radwegen notwendig, dass Einkaufzentren mit Wohngebieten und Ausflugszielen im Umfeld der Stadt miteinander verbindet.

Geld für Straßenbauprojekte wird leider eher bewilligt, als jenes für Fahrradwege. Meiner Meinung nach sollte jede Straße, die neu gebaut oder saniert wird, automatisch einen Radweg beigestellt bekommen. Für jede Bundesstraße sollte, wenn baulich und naturschutzfachlich möglich, ein paralleler Radweg obligatorisch sein. Zum Beispiel dürfte die B4 in Richtung Rothesütte ab Netzkater breit genug für einen Radweg sein.

Oft fehlt es gerade in Nordhausen an Stellplätzen für Fahrräder vor Geschäften. Auch mit dem gegenseitigen Verstehen zwischen Radfahrern und Autofahrern ist es nicht immer weit her. Beide Seiten machen oft gravierende Fehler: Autofahrer beim rechts abbiegen und an Grundstücksausfahrten, Radfahrer beim Einordnen als Linksabbieger. Viele Radfahrer zeigen eine recht unsichere Fahrweise mit einem großen Platzbedarf. Auch hierdurrch sind Unfälle vorprogrammiert. In vielen Städten sind die Zahl schwer verunfallter Radfahrer gestiegen. Auch wünsche ich mir eine Helmpflicht für Radfahrer endlich auch in Deutschland.

Jeder Autofahrer sollte ganz obligatorisch während seiner Fahrschule mehrere Fahrstunden auf dem Fahrrad absolvieren müssen - im Stadtverkehr. Und jeder Radfahrer sollte eine Art Führerschein machen. Das müsste in den Schulunterricht zu integrieren sein.

Ich bin in Halle 2 Jahre lang als Fahrradkurier gefahren und kam damals (allerdings bis auf ein kleines Vorkommnis unfallfrei) zu der Erkenntnis, dass es für Radler lebensentscheidend sein kann, dass sie sich in den Autofahrer, und dieser in sie hineinversetzen kann.

Vom OB wünsche ich mir, dass die Zusammenarbeit mit dem ADFC tatsächlich fortgesetzt wird und sichtbare Früchte trägt. Die angedachten Maßnahmen finde ich gut.
Flitzpiepe
07.09.2012, 13:13 Uhr
Fahrradführerschein
In der Grundschule wird ein Fahrradführerschein von jedem Schüler gemacht. Mit Theorie und Praxis. Bitte informieren sie sich vorher besser.
Sabine
07.09.2012, 16:53 Uhr
DIe Frage ist nur...
... wie viel die Grundschüler in späteren Jahren noch vom erlernten wissen und in welchem Umfang den Kindern die Regeln im Straßenverkehr beigebracht werden können.

Die Helmpflicht befürworte ich im Übrigen auch. Wenn ich mir die Unfallmeldungen hier in Berlin anschaue in denen von Radfahrern die Rede ist, ist zu erkennen, dass in 80% der Fälle der Kopf Schaden genommen hat. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Betroffenen und natürlich auch für die Krankenkassen.

Aber generell zum Thema:
Es wäre schön, wenn sich in Nordhausen wirklich etwas bezüglich des Radwegeausbaus tun würde. Es müssen ja - gerade zwischen den Ortschaften - keine Asphaltwege sein. Wenn überhaupt befestigt, sind meiner Ansicht nach ohnehin feingeschotterte Wege zu bevorzugen.

Also: Auf, auf! Dann kann ich die alte Heimat vielleicht bald ganz neu erkunden.

Sabine
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