Di, 16:47 Uhr
13.03.2001
Schrille Nacht mit Pyro-Show und Trennschleifern
Nordhausen (nnz). Ein Funkeregen, erzeugt von kreischenden Trennschleifern, und ein Spektakel aus Flammen: All das sollte im Nordhäuser Theater stattfinden. Doch da hört nicht nur für das Bauordnungsamt der Stadtverwaltung, sondern vor allem für die Feuerwehr der Spaß auf. Für derartige "programmatische Einlagen" werde man keine Verantwortung übernehmen, hieß es in einem Schreiben der Feuerwehr an die Geschäftsführung der Theater GmbH. Einzusehen sind die genauen Wortlaute dieser Protokolle bei der Nordhäuser Berufsfeuerwehr. Am 5. März kamen dann schließlich besorgte Mitarbeiter des Theaters gar in die Stadtverwaltung und äußerten sich kritisch ob des "Feuereifers" einiger leitender Mitarbeiter und von Machern des Kinder- und Jugendtheaters. Noch am 7. März sei die Theaterleitung aufgefordert worden, die Feuer- und Funkenshow aus dem Programm zu streichen, sowie das Rauchen nur an bestimmten Plätzen im Haus zu gestatten. Keine Antwort aus dem Theater. Die gleiche Reaktion einen Tag später, als per Fax aus der Stadtverwaltung noch einmal daran erinnert wurde. Am 8. März um 15 Uhr wurde schließlich die Veranstaltung durch das Bauordnungsamt der Stadt versagt, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. Für Oberbürgermeisterin Barbara Rinke ist es bis heute unverständlich, dass die Geschäftsleitung des Theaters hier nicht konstruktiv mit der Stadt zusammengearbeitet habe. Jedenfalls wolle sie nicht länger die Rolle eines Schiedsrichters für die Querelen in der Leitung des Theaters übernehmen. nnz erfuhr aus dem Theater, dass die Folgen der zurückliegenden Schrillen Nächte durchaus schrill für den Etat des Theaters gewesen sein sollen. Mit Kippen verschandelte Stuhlbezüge, beschmutzte Tapeten und vieles mehr - machte im November eine Renovierung des Theater von knapp 3.000 Mark. Auch sei das Niveau der Schrillen Nacht dem eines Theaters nicht mehr angemessen, wird im Musentempel hinter vorgehaltener Hand erzählt. Man wollte es in der vergangenen Woche auf einen Affront ankommen lassen, vor allem gegen die Stadtverwaltung, arbeiten doch dort auch Mitglieder des Aufsichtsrates. Und der hatte sich in seiner zurückliegenden Sitzung ein eindeutiges Urteil über die Führungskrise des Theaters gebildet.
Autor: psg
