Di, 11:19 Uhr
13.03.2001
Zweiter Disput zwischen Zahlenkolonnen und Ansprüchen
Nordhausen (nnz). Etwa 70 junge Menschen, vorwiegend aus Nordhausen und Umgebung waren am späten Nachmittag zur zweiten Diskussionsrunde in die Käthe-Kollwitz-Straße gekommen. Wie können sich die Gemeinden des Landkreises in die Vorbereitung des Kreishaushaltes einbringen? Wie gestalten sie das Jugendleben in ihrem "Hoheitsgebiet"? Diese Fragen wollten der Sollstedter Bürgermeister Jürgen Hohberg und die Kämmerin der Nordhäuser Stadtverwaltung, Karin Spieß, beantworten.
Hohberg machte deutlich, daß man in Sollstedt seit 1990 bemüht ist, der Jugend ein ansprechendes Niveau anzubieten, der Jugendklub des Ortes werde wohl auch diese Legislaturperiode überstehen, so Hohberg. Karin Spieß argumentierte, daß für die Jugendarbeit gesetzlich der Landkreis zuständig sei, die Stadtverwaltung allerdings mehr als 900.000 Mark in diesem Jahr zur Verfügung stellen werde. Kompliziert wurde die Situation, als Spieß und Hohberg die Zahlenwerke (Haushaltspläne) bemühten. Da schalteten die Jugendlichen vermutlich erst einmal ab und konfrontierten die Redner mit Sprüchen. Warum werden für ein paar Blümchen der Landesgartenschau 80 Millionen Mark ausgegeben, bei der Jugendarbeit aber werde der Rotstift angesetzt. Spätestens da war der Knackpunkt erreicht. Die "Argumentierer" der Zahlen konnten es nicht rüberbringen, daß gespart werden müsse, die Jugendlichen waren nicht gewillt, Verständnis für die Zahlen des Haushaltes zu zeigen. Sicher, es ist schon kompliziert, sich zwischen Kreisumlage, ungedecktem Finanzbedarf oder irgendwelchen Kostenstellen zu bewegen. Doch hätte anerkannt werden müssen, daß es sich die Verantwortlichen im Kreistag und im Stadtrat nicht leicht machen mit so einem Haushalt. Und erst recht nicht, wenn es sich um einen Sparhaushalt handelt. Nehmen wir einmal an, daß es sich bei den jungen Gästen um interessierte Jugendliche handelte, doch für Politik interessierten auch diese sich nicht, wie sie eine Frage des Moderators beantworteten.
Gehören sie zu einer Generation, die nur beschäftigt werden möchte, nebenbei mobil telefoniert und für die Eigeninitiative ein Fremdwort ist? Diese Frage sollten sich auch Jürgen Hohberg und Karin Spieß stellen. Wie soll es die kommunale Politik schaffen, junge Menschen für ihr Tun und Handeln zu interessieren, vielleicht auch mal zu begeistern? Eine Antwort lautet: Gegenseitiges Verständnis wecken. Da sind sowohl die Damen und Herren "Entscheider" gefragt, aber auch die Leute, die sich berufsmäßig mit der Jugend beschäftigen. Themen wie an diesem Nachmittag sollten nicht nur in "Krisensituationen" bemüht werden. Wenn man sich da so den monatlichen Veranstaltungsplan des Jugendklubhauses ansieht, dann erkennt man in dieser Richtung verstärkten Nachholebedarf. Wie wäre es denn mal mit einem Angebot "Besuch einer Kreistagssitzung" für die jungen Leute. Übrigens: Bei allem durchaus verständlichen Unverständnis gegenüber den geplanten Kürzungen sollte auch das Geschaffene nicht vergessen werden. Und da bietet vor allem die Ausstattung des Jugendklubhauses durchaus genügend Stoff, in diese Richtung nach- und weiterzudenken.
Autor: nnzHohberg machte deutlich, daß man in Sollstedt seit 1990 bemüht ist, der Jugend ein ansprechendes Niveau anzubieten, der Jugendklub des Ortes werde wohl auch diese Legislaturperiode überstehen, so Hohberg. Karin Spieß argumentierte, daß für die Jugendarbeit gesetzlich der Landkreis zuständig sei, die Stadtverwaltung allerdings mehr als 900.000 Mark in diesem Jahr zur Verfügung stellen werde. Kompliziert wurde die Situation, als Spieß und Hohberg die Zahlenwerke (Haushaltspläne) bemühten. Da schalteten die Jugendlichen vermutlich erst einmal ab und konfrontierten die Redner mit Sprüchen. Warum werden für ein paar Blümchen der Landesgartenschau 80 Millionen Mark ausgegeben, bei der Jugendarbeit aber werde der Rotstift angesetzt. Spätestens da war der Knackpunkt erreicht. Die "Argumentierer" der Zahlen konnten es nicht rüberbringen, daß gespart werden müsse, die Jugendlichen waren nicht gewillt, Verständnis für die Zahlen des Haushaltes zu zeigen. Sicher, es ist schon kompliziert, sich zwischen Kreisumlage, ungedecktem Finanzbedarf oder irgendwelchen Kostenstellen zu bewegen. Doch hätte anerkannt werden müssen, daß es sich die Verantwortlichen im Kreistag und im Stadtrat nicht leicht machen mit so einem Haushalt. Und erst recht nicht, wenn es sich um einen Sparhaushalt handelt. Nehmen wir einmal an, daß es sich bei den jungen Gästen um interessierte Jugendliche handelte, doch für Politik interessierten auch diese sich nicht, wie sie eine Frage des Moderators beantworteten.
Gehören sie zu einer Generation, die nur beschäftigt werden möchte, nebenbei mobil telefoniert und für die Eigeninitiative ein Fremdwort ist? Diese Frage sollten sich auch Jürgen Hohberg und Karin Spieß stellen. Wie soll es die kommunale Politik schaffen, junge Menschen für ihr Tun und Handeln zu interessieren, vielleicht auch mal zu begeistern? Eine Antwort lautet: Gegenseitiges Verständnis wecken. Da sind sowohl die Damen und Herren "Entscheider" gefragt, aber auch die Leute, die sich berufsmäßig mit der Jugend beschäftigen. Themen wie an diesem Nachmittag sollten nicht nur in "Krisensituationen" bemüht werden. Wenn man sich da so den monatlichen Veranstaltungsplan des Jugendklubhauses ansieht, dann erkennt man in dieser Richtung verstärkten Nachholebedarf. Wie wäre es denn mal mit einem Angebot "Besuch einer Kreistagssitzung" für die jungen Leute. Übrigens: Bei allem durchaus verständlichen Unverständnis gegenüber den geplanten Kürzungen sollte auch das Geschaffene nicht vergessen werden. Und da bietet vor allem die Ausstattung des Jugendklubhauses durchaus genügend Stoff, in diese Richtung nach- und weiterzudenken.


