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Do, 06:32 Uhr
12.07.2012

Petition übergeben

Am kommenden Dienstag sollen die Nordhäuser Stadträte über die Gründung einer Gesellschaft entscheiden, die eine Biomethan-Anlage planen, bauen und betreiben soll. Das wiederum löst Proteste bei den betroffenen Bürgern aus, die eine Petition übergeben wollen...


"Je mehr Bürger sich gegen diese Standorte wehren, desto größer ist die Chance, die Verantwortlichen zum Nachdenken zu bringen und sich über andere Standorte einen Kopf zu machen! Wir lassen und wollen nicht unsere Wohnqualität nehmen", sagt Wilfried Rossmell, einer der Initiatoren der Petition, die wir nachfolgend als Entwurf veröffentlichen.

Wir sagen ja zur Energiewende in Form von Sonne, Wind, Erdwärme und zu anderen regenerativen Energien! Wir sagen Nein zum Bau einer Biomethangasanlage in wohnnahen Bereichen der Stadt Nordhausen!

Argumente und Fragen stellen wir am 17.07.2012 in einer Petition auf der öffentlichen Stadtratssitzung, wo bereits über die Gründung einer GmbH zur Betreibung einer Biomethan-Anlage abgestimmt werden soll!

1. Durch zusätzlich mehr als 7000 LKW Transporte und noch unbekannter Anzahl von Transporten mit Betriebs- und Hilfstoffen entsteht auf den Zufahrtswegen um und durch die Wohngebiete eine enorme Lärmbelästigung!

2. Die Sicherheit der Anwohner, insbesondere der Kinder wird dabei aufs Spiel gesetzt, da die Anlieferung in Himmelgarten neben den Ortsdurchfahrten aus den umliegenden Gemeinden erfolgt, entlang aller Wohngebiete (auch inNDH-Ost!), an bestehenden Gewerbegrundstücken und eines Kinderspielplatzes über z.T. die schon jetzt stark beschädigten Straßen, über die Plattenstraße in der Bielener Str. und zum großen Teil über eine 3m breite Anliegerstr. erfolgt, wo sich dann 2,5m breite LKW begegnen werden!

3. Umweltfaktoren werden einfach ignoriert! Zusätzlich werden Flächen versiegelt und die Vernichtung von wertvollen Naherholungsgebieten gedultet und Lebensräume für Tiere zerstört! Die Windlücke, der schwarze Weg dienen gerade für die angrenzenden Wohngebiete als Naherholungsflecken und zur Entspannung für die ganze Familie.

4. Mangelnder Ausbau der Infrastruktur insbesondere des Straßenbaus lassen die Lebensqualität aller Bewohner sinken! Wer kommt für die Folgekosten von Straßenreparaturen, Zufahrtstraßen und Wege aller betroffenen Anwohner auf, die für diese nicht ausbleibenden Beschädigungen keine Schuld tragen?

5. Wie vertragen sich kürzlich erst durchgeführte kostspielige und aufwendige Hochwasserschutzmaßnahmen und -anlagen mit der geplanten Biomethangasanlage in deren Einzugsbereich?

6. Welche Maßnahmen sollen getroffen werden, um die Lebensqualität der Anwohner zu wahren? Wer verantwortet den Verfall von Wohn- und Lebensqualität in Himmelgarten und in NDH-Ost inklusive. den Wertverlusten am bestehenden Eigentum? Sind Lärmschutzmaßnahmen im Projekt kalkuliert, ebenfalls für die Transportwege und der Betriebsstätte?

7. Wer kommt für Schäden an privaten Gebäuden der Anwohner und der Zufahrtstraßen auf, die aufgrund des imensen Verkehrsaufkommens entstehen???

8. Welche Erfahrungen liegen für den für den Betrieb einer solchen Anlage in Punkto Sicherheit vor? Explosionen, Gasaustritte, Störfälle und Haverien sind hinreichend bekannt und können im Internet nachgelesen werden und man braucht gar nicht weit zu gehen, wenn man an Halberstadt denkt, wo ein Behälter geplatzt ist und die angrenzenden Bürger große Schäden erlitten haben!!!

9. Sind die Rückbau- und Entsorgungskosten einer solchen Anlage nach Betriebsende bzw. nach Ablauf der Nutzungsdauer in der Kalkulation hinreichend berücksichtigt?

10. Ist es ökologisch sinnvoll, eine Monokultur wie Mais im standortnahen Bereich der Anlage auf mindestens 500 ha Anbaufläche mit allen Nachteilen wie Bodenerosion, Überdüngung und Auswaschung in Grund- und Oberflächenwasser sowie Schädlingsbefall "billigend" in Kauf zu nehmen???

11. Gibt es nicht weitere, andere geeignete Standorte für den Bau dieser geplanten Anlage in Nordhausen und Umgebung, wo keine Bürger ihrer Wohnqualität beraubt werden?

12. Wer haftet für Schäden, die im Haveriefall bei Anwohnern entstehen können?

Dies sind nur einige wenige unserer Fragen und Bedenken zur Standortwahl einer solchen Biomethangasanlege. Wir betroffenen Bürger der Stadt Nordhausen erwarten von den gewählten Volksvertretern der Stadt und vor allem vom neuen Bürgermeister Herrn Dr. Klaus Zeh eine zukunftsorientierte Entscheidung bei der Standortwahl zum Wohle der Bürger, die sie gewählt haben!

In der Anlage dieser Petition erhält der Bürgermeister Herr Dr. Klaus Zeh einer Unterschriftensammlung von betroffenen und besorgten Bürgern der Stadt Nordhausen, die bis dahin gesammelt wurden.

Wir forden den Bürgermeister, Stadträte und die verantwortlichen Personen auf, noch im Juli vor der Sommerpause eine Bürgerversammlung einzuberufen, in der sie uns auf unsere Fragen und Bedenken antworten und ihre Entscheidung erläutern sollen!

Zugleich behalten wir uns vor, bei einem Festhalten an den bekannten Standorten zum Bau dieser Biomethangasanlage eine Bürgerinitiative zu gründen und mit allen rechtlichen, persönlichen Mitteln mit allen besorgten Bürgern gegen die Errichtung an diesen Standorten vorzugehen! Wir wollen und wünschen uns kein 2. "Stuttgart 21", aber wir erwarten eine Einsicht aller Beteiligten beim Bau einer solchen Anlage, dass sie in der Nähe von Wohngebieten nichts zu suchen hat und den Bürgern mehr schaden, als der Nutzen einer solchen Anlage mitsichbringen wird! Wir lassen uns jedenfalls unsere Lebensqualität nicht nehmen und dafür werden wir alles tun und alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen!

Vergeßt nicht liebe Bürger den 17.07.2012 ab 15 Uhr die öffentlichen Stadtratssitzung in den Stadtwerken von Nordhausen in der Robert-Blum-Str. 1! Zeigen wir dort Gesicht, indem wir zahlreich vertreten sind und den Mitgliedern des Stadtrates unsere Meinung zum Ausdruck bringen! Wir wollen und dulden keine Biomethangasanlagen in Wohnnähe!
Autor: nnz

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Kommentare
dirfido
13.07.2012, 08:17 Uhr
ICH bin dabei!!!!
Richtig SO, am besten gleich eine Bürgerinitiative gründen!

ICH bin dabei!!!!
Retupmoc
13.07.2012, 09:33 Uhr
Vorschlag
Man sollte die Anlage in den "Reichen"-Gegenden von Nordhausen planen. Dann kommt die garantiert nicht. Wieviel LKW sollen sich noch durch die Stadt zwängen? Dann haben wir ja die gewünschten Tempo 20 überall. Von den Unfällen mal abgesehen.

Ich bin dagegen.
Flitzpiepe
13.07.2012, 10:49 Uhr
Nur noch Maisanbau
Wie ich erfahren habe, sind im Moment noch zwei weitere große Biogas-Anlagen auf Maisbasis im näheren Umfeld geplant. In Straußfurt und Menteroda.
Wir werden dann wohl nur noch von Maisfeldern umgeben sein.
Übrigens hat 2011 Deutschland den Getreidebedarf selbst nicht decken können. Man musste importieren. Sonst hat Deutschland exportiert!
Aber die Jäger können sich dann über die vielen Wildschweine freuen und die Landbesitzer über höhere Pacht...

Meine Frage zu Anbau und Verwendung von Gen-Mais hätte ich auch gern beantwortet.

Ich empfehle nochmal: http://initiativen-mit-weitblick.de/
Dort u.a. die Störfallseite.
E20
13.07.2012, 13:07 Uhr
viel zu wenig Resonanz!
hier müssten tausende Kommentare stehen mit einer rigorosen Ablehnung der geplanten Anlage - also dann hoffe ich auf tausende Bürger mit Protesthaltung am Dienstag
W.Roßmell
13.07.2012, 16:03 Uhr
Wir hoffen auf wirklich viele Bürger...
am Dienstag zur Stadtratssitzung, aber sicher nicht mit über 1000 Gegnern, wir sind gegen die Standorte einer solchen Anlage wie geplant an angrenzenden Wohngebieten und dafür werden wir kämpfen!

Ja auch ich wundere mich über die relative geringe Resonanz hier, aber inzwischen ist das Thema ja hier schon so verteilt, dass man es nicht mehr zusammenhängend nachvollziehen kann. Deshalb zählt nur der Dienstag ab 15Uhr bei den Stadtwerken in Nordhausen! Bürger, zeigt Gesicht und seid dabei, wenn es um unser aller Lebensqualität geht und nicht um Gewinne und kurze Wege...!
Totofino
13.07.2012, 17:32 Uhr
Sinnhaftigkeit
alternativ Energie zu erzeugen ist sinnvoll, aber bitte nicht dafür extra neue Monokulturen anbauen (siehe Raps), das führt nur dazu, das auf diesem Land keine Kulturen angebaut werden, die zur Erzeugung von Nahrungsmitteln dienen, das führt in der Folge zur Verteuerung von Lebensmitteln.

Wenn Biogas zur Erzeugung von Energie genutzt werden soll, dann bitte dort, wo es sowieso schon anfällt und bitte dort produzieren wo es niemanden in der Wohnqualität beeinträchtigt.

Viel Glück mit der Petition
Harzer_Wolf
14.07.2012, 11:00 Uhr
Ich würde gern kommen
aber ich muss arbeiten. Ich protestiere hiermit aber auch. Wir brauchen die Anlage nicht. Sollen sich die Politiker doch jeder so ein Teil in den Garten stellen.
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