So, 11:57 Uhr
11.03.2001
Karin Zierdt streifte "hauchzart" die Million
Nordhausen (nnz). Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen und die arbeitssuchende sonderpädagogische Fachkraft rechnete nicht wirklich mit einer Zusage. Anstatt aber wie Millionen andere Pseudokandidaten die Telefon-Hotline zu bemühen (die übrigens schon eine ganze Weile nicht mehr freigeschaltet ist), schickte Karin Zierdt eine originelle Postkarte nach Köln und erhielt nur eine Woche später den ersten Anruf der TV-Produktionsfirma "Endemol", der ihre Teilnahme bestätigte. Ganz genau wurde ihr soziales Umfeld, ihre Familienverhältnisse, ihr Bildungsstand und alles mögliche andere abgefragt. Eine Schlüsselfrage war sicherlich auch die, ob sie schon einmal an einer anderen Talkshow im Fernsehen teilgenommen habe. Offenbar wollen die Macher ausschließen, in ihrer Sendung Dumpfbacken wie Zladko und Jenny Elvers sitzen zu haben. Vier Tage hatte Karin Zeit sich Sorgen um Lampenfieber und schwierige Fragen zu machen, ihre drei Telefonjoker zu bestimmen, über die geeignete Garderobe und die richtige Begleitperson nachzudenken. Letzten Sonntag fuhr sie mit ihrer Tochter in die Domstadt und stieg in einem Hotel ab. Nach einem Stadtbummel am Montag ging es am Nachmittag in die Produktionsstudios, die sich in Sichtweite der Big-Brother-Container befinden. Den ersten Tests für die Handhabung der Technik bei der Einstiegsfrage folgten ein längerer Aufenthalt in der "Maske" und angespanntes Warten bis zum Beginn der Aufzeichnung. Die Einstiegsfrage konnte Karin Zierdt nicht richtig beantworten und dachte schon, die Sache sei gelaufen und sie hätte sich wenigstens zwei schöne Tage bei "Tünnes und Scheel" machen können. Doch der erste Kandidat aus ihrem Zehnerfeld kam nicht weit und die neun Unterlegenen aus ihrer Runde bekamen eine zweite Chance. Die nutzte Karin mit Glück und Geschick. Obwohl sie die genaue zeitliche Entstehungsreihenfolge der vier Wagner-Opern, die den "Ring der Nibelungen" ausmachen nicht wusste, riet sie als einzige Anwärterin richtig und begab sich nach einem Schnitt in der Aufzeichnung (noch einmal Makeup auffrischen und Frisur richten) ins grelle Rampenlicht. Mit ihrer gesunden Grundeinstellung: "Wenn ich eine Antwort nicht weiß, dann zocke ich eben. Was habe ich denn zu verlieren?" beendete sie die erste Aufzeichnung schon mit der gelösten 8.000,-DM-Frage. Die Schlusssirene unterbrach die Sendung, doch außer dem Studiopublikum ging niemand nach Hause. Karin und ihre Tochter bekamen eine weitere Pause zum Umkleiden zugestanden und dreißig Minuten später spielte Jauch dem Fernsehpublikum einen neuen Tag vor. Am Ende konnte die Nordhäuserin mit 125.000,- DM die Heimreise antreten und Samstagabend stieg eine ordentliche Party nach der Sendung. Der Telefonhörer bekam schon bald Gelegenheit, sich neben dem Apparat auszuruhen, sonst würde es wohl jetzt noch klingeln. Am Mittwoch um 12.00 Uhr berichtet Karin Zierdt live im Offenen Kanal Nordhausen (100,4 MHz) über ihren Aufenthalt bei Jauch.

