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Fr, 09:52 Uhr
28.11.2003

nnz-Forum: Alle Macht den Räten

Nordhausen (nnz). Die beiden Studenten Sebastian Tüngerthal und Philipp Riesmeyer hatten vor einigen Tagen ihre Vorstellungen zur Nordhäuser Region, speziell zur Planung des Industriegebietes in der Goldenen Aue vorgestellt. Im nnz-Forum hat „politischer Nachtrag“ der beiden ehemaligen Gymnasiasten.


Die SPD Stadträte fordern begründungsarm ein Ende der Diskussion um das Industriegebiet „Goldene Aue“, wohl wissend, dass es eine solche in den letzten Jahren kaum gegeben hat. Dies ist eine fatale, fast unglaubliche Attacke in Richtung Denkverbot. Eine Erklärung dafür ist eventuell, dass man sich im heraufziehenden Wahlkampf von der partnersuchenden PDS und deren mit eingeschränkter Kompetenz fungierenden Verkündungsduo nicht übertreffen lassen wollte.

Gerade in der beachtenswerten Programmdebatte der Postkommunisten rekrutieren deren Nordhäuser Vertreter ihre Schreier nach Parteiausschluss für kritische Denker. Dabei halten sie ihre auftraggebenden Schweiger z.B. aus der Kreistagsfraktion sorgfältig in Deckung. Die durch Diskussion überforderten SPD-Stadträte projizieren ihren eigenen Zustand, nämlich den der stabilen finanziellen Absicherung, mit der kaum noch zu übertreffenden unqualifizierten Planung des Industrieparks „Goldene Aue“, auf die Kritiker. Auch auf unsere kritischen Verweise und das Angebot zur Mitarbeit in der Presse wurde weder von den SPD-Stadträten noch von der Kreistagsfraktion der PDS reagiert. Mit einer solchen koordinierten Arroganz löst man nicht die dramatische Kette von Arbeitslosigkeit und Perspektive junger Familien. Wenn dann noch die Konzeption der Schulnetzplanung, als ein wichtiges Instrument der kulturellen Perspektive unserer Region, aber auch wichtig für Investoren, in das Ressort der PDS fällt, dann ist Gefahr angesagt.

Von keinem der hier ausgesprochenen Opponenten ist uns auch nur ein einziger konstruktiver Vorschlag bekannt, der die Komplexität von Wirtschaftsstrategie und Ansiedlungsalternativen verbindet. Somit bleibt auch ein Rätsel, wie man die hohe Ausgabe finanzieller Mittel für das geplante Industriegebiet und das eklatante Ergebnis künftig vermeiden kann. Wie schnell sich, 13 Jahre nach der Wende, die Autoren von Diskussions- und Denkverboten mit „Blockierern“ von Demokratie vergesellschaften können, muss gerade uns Jugendliche sehr aufmerksam machen. Aber könnten da nicht auch Investoren hellhörig werden?

Wenn Nordhausen sich Kompetenz und Reife für die Entwicklung zum Oberzentrum erarbeiten will, dann sollte die mögliche Industriefläche ein Problem sein. Noch wesentlicher ist die kluge ökonomische- und kulturelle Konzeption für die Region als Ganzes, ihre Vernetzung von Produktion und Forschung, die Branchenprofilierung und die Schaffung von arbeitsteiligen Kooperationsfeldern.

Verbotsgeschrei kontra ergebnisorientierte Debatten – das ist die Alternative des spezifischen Nordhäuser Diskurses. Während die SPD-Stadträte Wieninger, Meyer und Fütterer kritisch konstruktive Beiträge zur Industriegebietsdiskussion beenden und diese mit den unter Schulniveau liegenden Kategorien wie Unwahr und falsch bewerten, ist das Sprecherratsmitglied Bachmann von der PDS mit dem Parteiauftrag ausgefüllt, seinen Kreistagsfraktionsvorsitzenden vor „Diffamierung“ zu behüten. So verstellt man sich den Blick für die Realität in einem Land, wo sich in anderen Regionen trotz großer Schwierigkeiten Einzelblüten von der Motorherstellung bis zur Zuliefererindustrie entwickelt haben.

Unter solchen Koalitionen haben Arbeitslose und wir Jugendliche kaum noch Chancen – aber noch hat der Wähler die Entscheidung.
Sebastian Tüngerthal , Philipp Riesmeyer

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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