So, 10:35 Uhr
01.07.2012
Lebenswege von Landräten (Teil 2)
Hier will Reinhard Gündel den Lebensweg von Johannes Kunzemann aufzeigen, der auf Landrat Dr. Horst Baerensprung, der von 1927 bis 1929 in der Grimmelallee den damaligen Landkreis regierte...
Baerensprungs Nachfolger 1929 bis 1932 wird der Landrat Johannes Kunzemann ein aktiver Funktionär der SPD und des Reichsbanners in Magdeburg. Unmittelbar vor Machtantritt der Nazis 1933 versah kurzzeitig das SPD-Mitglied Dr. Middelhaufe die Aufgaben des hiesigen Landrates, sowie zuständig für den Kreis Ilfeld. Wie kaum einer vor ihm war er einen politischen Rufmord ausgesetzt und das durch konservative und Faschistische Kreise in Ilfeld und Nordhausen.
So erlaubte sich ein Arzt nicht am 03.08.1932 mit hakenkreuzgeschmückten Auto durch Ilfeld zu fahren und die Werbetrommel zu rühren – und damit jeder das auch begriff, hatte er am Auspuff eine rostige Gabel mit Pappschild angebracht. Darauf die Inschrift jetzt misten wir aus. Erste Opfer wurden der Landrat und ein jüdischer Arzt Dr. Blumenthal im Ort über dessen Verbleib wir nichts wissen. Dr. Middelhaufe wurde wegen seiner aufrechten Haltung und seinen Eintreten für die demokratische Republik, für soziale Gerechtigkeit zum Opfer seiner Gesinnung.
Mutig verkündigte er noch am 06.09.1932 in Ilfeld. Mit dieser Papenregierung erfolgt der Abbau der Sozialpolitik. Jetzt müssen sich alle Schwachen zusammenschließen, denn es dürfe nicht sein, dass der Stärkere den Schwachen an die Wand drückt. In vielen Veranstaltungen warnte er vor der drohenden braunen Gefahr, verbietet die Hitlerzeitung die von Braunschweig kommend, im Kreis verbreitet wurde.
In Salza, in der Friedenseiche erhebt er seine Stimme und fordert Schlagt Hitler das 2.Mal. Er entlarvte einen Verleger P. aus Ilfeld der mit seinem Kreisanzeiger Für Glauben, Recht und Freiheit die Öffentlichkeit belog und den Weg für die Nazis medial ebnete. Bereits Ende 1932 diskutierten diese Kräfte im Hotel Krone darüber wer ins Landratsamt soll und welche Funktionen sie erhalten sollten. Auch ein Nordhäuser Arzt war im Gespräch, eben der, der das Auto fuhr, ein Papierfabrikant, ein Bildhauermeister und natürlich der eingangs erwähnte Politiker und Schriftleiter P. aus Ilfeld. Sie ereichten ihr Ziel.
Am 02.08.1932 teilt die Regierung in Hildesheim mit. Der Regierungsassessor Dr. von Unruh ist zur Vertretung des Landrates nach Ilfeld versetzt wurden. Als Parteiloser Jurist tätig auch im Polizeipräsidium in Köln, zuletzt Altena in Westfalen. Der Autor des Buches Das Personenlexikon des 3. Reichs Ernst Klee beschreibt ihn:Am 11.11.1933 auf der Unterzeichnerliste Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und den nationalsozialistischen Staat. Nur zu logisch, 1937 trat er der NSDAP bei.
Das war nun der geeignete Landrat für diese Region. Middelhaufe wird, wie es damals umschrieben hieß, in den einstweiligen Ruhestand versetzt und dann mit sofortiger Wirkung in die Regierung von Westpreußen, nach Marienwerder versetzt. Über seinen Verbleib wissen wir noch nichts.
Am 26.11.1932 verabschiedete der Kreisverein der SPD im Gesellschaftszimmer vom Genossen Otto den verdienten Funktionär. Gewürdigt wird sein ehrlich gradliniger Charakter und sein Mut die Wahrheit zusagen. Mit dem Gesang des Sozialistenmarsches begleitet von der Reichsbannerkapelle verabschiedete sich Middlhaufe für immer.
Reinhard Gündel
Autor: nnzBaerensprungs Nachfolger 1929 bis 1932 wird der Landrat Johannes Kunzemann ein aktiver Funktionär der SPD und des Reichsbanners in Magdeburg. Unmittelbar vor Machtantritt der Nazis 1933 versah kurzzeitig das SPD-Mitglied Dr. Middelhaufe die Aufgaben des hiesigen Landrates, sowie zuständig für den Kreis Ilfeld. Wie kaum einer vor ihm war er einen politischen Rufmord ausgesetzt und das durch konservative und Faschistische Kreise in Ilfeld und Nordhausen.
So erlaubte sich ein Arzt nicht am 03.08.1932 mit hakenkreuzgeschmückten Auto durch Ilfeld zu fahren und die Werbetrommel zu rühren – und damit jeder das auch begriff, hatte er am Auspuff eine rostige Gabel mit Pappschild angebracht. Darauf die Inschrift jetzt misten wir aus. Erste Opfer wurden der Landrat und ein jüdischer Arzt Dr. Blumenthal im Ort über dessen Verbleib wir nichts wissen. Dr. Middelhaufe wurde wegen seiner aufrechten Haltung und seinen Eintreten für die demokratische Republik, für soziale Gerechtigkeit zum Opfer seiner Gesinnung.
Mutig verkündigte er noch am 06.09.1932 in Ilfeld. Mit dieser Papenregierung erfolgt der Abbau der Sozialpolitik. Jetzt müssen sich alle Schwachen zusammenschließen, denn es dürfe nicht sein, dass der Stärkere den Schwachen an die Wand drückt. In vielen Veranstaltungen warnte er vor der drohenden braunen Gefahr, verbietet die Hitlerzeitung die von Braunschweig kommend, im Kreis verbreitet wurde.
In Salza, in der Friedenseiche erhebt er seine Stimme und fordert Schlagt Hitler das 2.Mal. Er entlarvte einen Verleger P. aus Ilfeld der mit seinem Kreisanzeiger Für Glauben, Recht und Freiheit die Öffentlichkeit belog und den Weg für die Nazis medial ebnete. Bereits Ende 1932 diskutierten diese Kräfte im Hotel Krone darüber wer ins Landratsamt soll und welche Funktionen sie erhalten sollten. Auch ein Nordhäuser Arzt war im Gespräch, eben der, der das Auto fuhr, ein Papierfabrikant, ein Bildhauermeister und natürlich der eingangs erwähnte Politiker und Schriftleiter P. aus Ilfeld. Sie ereichten ihr Ziel.
Am 02.08.1932 teilt die Regierung in Hildesheim mit. Der Regierungsassessor Dr. von Unruh ist zur Vertretung des Landrates nach Ilfeld versetzt wurden. Als Parteiloser Jurist tätig auch im Polizeipräsidium in Köln, zuletzt Altena in Westfalen. Der Autor des Buches Das Personenlexikon des 3. Reichs Ernst Klee beschreibt ihn:Am 11.11.1933 auf der Unterzeichnerliste Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und den nationalsozialistischen Staat. Nur zu logisch, 1937 trat er der NSDAP bei.
Das war nun der geeignete Landrat für diese Region. Middelhaufe wird, wie es damals umschrieben hieß, in den einstweiligen Ruhestand versetzt und dann mit sofortiger Wirkung in die Regierung von Westpreußen, nach Marienwerder versetzt. Über seinen Verbleib wissen wir noch nichts.
Am 26.11.1932 verabschiedete der Kreisverein der SPD im Gesellschaftszimmer vom Genossen Otto den verdienten Funktionär. Gewürdigt wird sein ehrlich gradliniger Charakter und sein Mut die Wahrheit zusagen. Mit dem Gesang des Sozialistenmarsches begleitet von der Reichsbannerkapelle verabschiedete sich Middlhaufe für immer.
Reinhard Gündel



