Mi, 06:54 Uhr
26.11.2003
Kurze Wege
Nordhausen (nnz). Bernd Gulden hatte gestern einen guten Tag. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von FEUER powertrain berichtete nnz exklusiv von ersten Ergebnissen einer Vertragsverhandlung. Im nnz-Gespräch ging es aber auch um Standortfaktoren, schnelle Wegen und Aussichten in Nordhausen.
Der gestrige Tag fing für Bernd Gulden schon gut an. Per Telefon wurde dem Nordhäuser Unternehmen ein weiterer Serienauftrag zur Fertigung von Kurbelwellen zugesagt. Dann ging alles schnell und am Nachmittag waren schon zwei Mitarbeiter des europäischen Vertragspartners im Werk an der Rothenburgstraße auf Achse, um erste technische Details abzusprechen. Ab dem vierten Quartal des kommenden Jahren sollen 3.000 Kurbelwellen für Vier-Zylinder-Motore im Monat das Werk verlassen.
Die ersten Kurbelwellen des Jahrgangs 2003 befinden sich bei Volkswagen in Wolfsburg gerade im Test. Den ersten Part haben die Stahlteile bestanden, beim zweiten Testabschnitt ist Halbzeit, es sieht alles sehr gut aus, bilanziert Gulden und ist sich sicher, dass die Nordhäuser Kurbelwellen auch die 100.000 Kilometer Teststrecke gut überstehen werden. Im ersten Quartal des kommenden Jahres startet dann die Serienproduktion mit 400 Stück im Monat, 5.000 sollen es einmal werden. Im Februar geht’s mit monatlich 1.000 Stück für einen US-amerikanischen Motorenbauer im Nutzfahrzeugbereich weiter, 2.500 sollen es im zweiten Quartal werden. Und wenn der Auftrag, der gestern ausgehandelt worden war, sozusagen in Serie geht, dann kommen monatlich 3.000 Wellen hinzu.
Der Blick der Geschäftsleitung geht jedoch schon weiter – bis ins Jahr 2006, dann sollen in Nordhausen jährlich weit über 100.000 Kurbelwellen produziert werden. Dann wird auch die Halle mit dem modernen Innenleben aus allen Nähten platzen. Ob die Männerfreundschaft Gulden und Feuer dann an Expansion denkt? Ja, kommt die Antwort. Dann werden wir sicher Personal aufstocken und gleich gegenüber neu bauen müssen.
Warum hat sich das Unternehmen ausgerechnet in Nordhausen niedergelassen? Ist Deutschland nicht ein Produktionsstandort der hohen Kosten? Bernd Gulden winkt ab. In unserer Branche sind nicht die Personalkosten das entscheidende Kriterium, es ist einfach die Auslastung der Maschinen. Wir haben hier ‚Hightech’ vom Feinsten stehen, das ausgelastet sein will. Der Hauptlieferant unserer Maschinen ist eine Firma aus Chemnitz. Da braucht ein Service-Techniker im Störfall nur einige Stunden, um nach Nordhausen zu kommen, ist ein Argument der powertrain-Führungsetage. Ein weiterer Grund liegt in den gläsernen Büros selbst. Eine kleine, dafür aber eingespielte Leitungsmannschaft schafft kurze Wege für schnelle Entscheidungen. Schnell reagieren und flexibel handeln – diese Kombination kommt am Markt an und hat bislang schon manchen Mitbewerber ins Schwitzen und Grübeln gebracht.
Ein Lob hat Bernd Gulden aus dem Bayerischen dann trotzdem noch auf Lager. Es gilt all denen, die dem Unternehmen bei der Ansiedlung geholfen haben. Vor allem aber gilt es Ex-Wirtschaftsminister Franz Schuster und seinem Nachfolger Jürgen Reinholz. Auch hier waren und sind es die kurzen Wege, die Gulden und Feuer vorfanden und auch jetzt noch nutzen. Die gezielte Förderung des Freistaates habe sich bewährt.
Bleiben da noch Wünsche? Na klar, die Autobahn muß endlich fertig werden. Das betrifft nicht in erster Linie die Lkw, die unsere Kurbelwellen künftig nach Wolfsburg und dann zu den Überseehäfen bringen, das betrifft eigentlich die kurzen Wege für die Entscheider. Ein Beispiel: Unsere Vertragspartner landeten gestern am frühen Morgen in Hannover und brauchten dann mehr als drei Stunden bis nach Nordhausen. Das ist einfach zuviel Zeit. Zeit, die verloren ist. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass ein Standort attraktiver wird, je besser und schneller er erreichbar ist, argumentiert Bernd Gulden.
Es war gestern – wie geschrieben – ein guter Tag für ihn und er wird sich sicher ein Weizenbier genehmigt haben, als Bayer. Ein guter Tag aber auch für die Mitarbeiter in der Produktionshalle, die fast Laborcharakter hat. Denn die Profis Gulden und Feuer wissen, dass eine zufriedenen Firma zufriedene Mitarbeiter hat. Beide wissen aber auch, dass zufriedene Mitarbeiter eine Firma noch zufriedener machen. Klingt fast wie eine Firmenphilosophie. Vielleicht soll es so sein...
Autor: nnzDer gestrige Tag fing für Bernd Gulden schon gut an. Per Telefon wurde dem Nordhäuser Unternehmen ein weiterer Serienauftrag zur Fertigung von Kurbelwellen zugesagt. Dann ging alles schnell und am Nachmittag waren schon zwei Mitarbeiter des europäischen Vertragspartners im Werk an der Rothenburgstraße auf Achse, um erste technische Details abzusprechen. Ab dem vierten Quartal des kommenden Jahren sollen 3.000 Kurbelwellen für Vier-Zylinder-Motore im Monat das Werk verlassen.
Die ersten Kurbelwellen des Jahrgangs 2003 befinden sich bei Volkswagen in Wolfsburg gerade im Test. Den ersten Part haben die Stahlteile bestanden, beim zweiten Testabschnitt ist Halbzeit, es sieht alles sehr gut aus, bilanziert Gulden und ist sich sicher, dass die Nordhäuser Kurbelwellen auch die 100.000 Kilometer Teststrecke gut überstehen werden. Im ersten Quartal des kommenden Jahres startet dann die Serienproduktion mit 400 Stück im Monat, 5.000 sollen es einmal werden. Im Februar geht’s mit monatlich 1.000 Stück für einen US-amerikanischen Motorenbauer im Nutzfahrzeugbereich weiter, 2.500 sollen es im zweiten Quartal werden. Und wenn der Auftrag, der gestern ausgehandelt worden war, sozusagen in Serie geht, dann kommen monatlich 3.000 Wellen hinzu.
Der Blick der Geschäftsleitung geht jedoch schon weiter – bis ins Jahr 2006, dann sollen in Nordhausen jährlich weit über 100.000 Kurbelwellen produziert werden. Dann wird auch die Halle mit dem modernen Innenleben aus allen Nähten platzen. Ob die Männerfreundschaft Gulden und Feuer dann an Expansion denkt? Ja, kommt die Antwort. Dann werden wir sicher Personal aufstocken und gleich gegenüber neu bauen müssen.
Warum hat sich das Unternehmen ausgerechnet in Nordhausen niedergelassen? Ist Deutschland nicht ein Produktionsstandort der hohen Kosten? Bernd Gulden winkt ab. In unserer Branche sind nicht die Personalkosten das entscheidende Kriterium, es ist einfach die Auslastung der Maschinen. Wir haben hier ‚Hightech’ vom Feinsten stehen, das ausgelastet sein will. Der Hauptlieferant unserer Maschinen ist eine Firma aus Chemnitz. Da braucht ein Service-Techniker im Störfall nur einige Stunden, um nach Nordhausen zu kommen, ist ein Argument der powertrain-Führungsetage. Ein weiterer Grund liegt in den gläsernen Büros selbst. Eine kleine, dafür aber eingespielte Leitungsmannschaft schafft kurze Wege für schnelle Entscheidungen. Schnell reagieren und flexibel handeln – diese Kombination kommt am Markt an und hat bislang schon manchen Mitbewerber ins Schwitzen und Grübeln gebracht.
Ein Lob hat Bernd Gulden aus dem Bayerischen dann trotzdem noch auf Lager. Es gilt all denen, die dem Unternehmen bei der Ansiedlung geholfen haben. Vor allem aber gilt es Ex-Wirtschaftsminister Franz Schuster und seinem Nachfolger Jürgen Reinholz. Auch hier waren und sind es die kurzen Wege, die Gulden und Feuer vorfanden und auch jetzt noch nutzen. Die gezielte Förderung des Freistaates habe sich bewährt.
Bleiben da noch Wünsche? Na klar, die Autobahn muß endlich fertig werden. Das betrifft nicht in erster Linie die Lkw, die unsere Kurbelwellen künftig nach Wolfsburg und dann zu den Überseehäfen bringen, das betrifft eigentlich die kurzen Wege für die Entscheider. Ein Beispiel: Unsere Vertragspartner landeten gestern am frühen Morgen in Hannover und brauchten dann mehr als drei Stunden bis nach Nordhausen. Das ist einfach zuviel Zeit. Zeit, die verloren ist. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass ein Standort attraktiver wird, je besser und schneller er erreichbar ist, argumentiert Bernd Gulden.
Es war gestern – wie geschrieben – ein guter Tag für ihn und er wird sich sicher ein Weizenbier genehmigt haben, als Bayer. Ein guter Tag aber auch für die Mitarbeiter in der Produktionshalle, die fast Laborcharakter hat. Denn die Profis Gulden und Feuer wissen, dass eine zufriedenen Firma zufriedene Mitarbeiter hat. Beide wissen aber auch, dass zufriedene Mitarbeiter eine Firma noch zufriedener machen. Klingt fast wie eine Firmenphilosophie. Vielleicht soll es so sein...

