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Fr, 18:30 Uhr
11.05.2012

2012 ist ein Jubiläumsjahr

Am Sonntag (13. Mai) begeht man in Nordhausen den 1085. Tag der Ersterwähnung, denn am 13. Mai 927 schenkte König Heinrich I. seiner Frau, der Königin Mathilde, sein Eigengut in Quedlinburg (Quitilingaburg), Pöhlde (Palithi), Nordhausen (Northusae) und Duderstadt (Dudersteti) und die Einkünfte von den Ortschaften Woffleben (Wafilieba) und Gudersleben (Gudisleibon) aus dem Zorgegau (pago Zurega). Dazu Anmerkungen von Heidelore Kneffel...


König Heinrich I. (Foto: privat) König Heinrich I. (Foto: privat) Allerdings ist die Urkunde nicht überliefert, aber durch sekundäre Quellen, so schreibt es der Historiker Hans Silberborth im Band 1 „Das tausendjährige Nordhausen“, festgehalten. So nahm man in Nordhausen 1927 diese Datierung als Ersterwähnung Nordhausens, obwohl vom 16. September 929 eine Urkunde existiert, die sich im Staatsarchiv in Magdeburg befindet, in der Heinrich seine Schenkung an seine Frau erweitert, denn sie bekommt die genannten Orte, dazu noch Grona, als Wittum mit allen Einkünften auf Lebenszeit. Allerdings muss sie im Witwenstand bleiben. Den ältesten Sohn Otto bestimmt er als seinen Nachfolger.

Dieser Sohn Heinrichs und Mathildes kam 912 in Wallhausen zur Welt, also vor 1100 Jahren. Dieses Jubiläum wird vor allem in Sachsen-Anhalt begangen. Für diesen Otto I. steht in diesem Jahr noch ein weiteres Jubiläum an, denn 962 wurde er in der Peterskirche in Rom zum Kaiser gewählt. Die 1050. Wiederkehr dieses Ereignisses ist auch für Nordhausen bemerkenswert. Denn als König Otto I. 961 nach Italien aufbrach, gründete seine Mutter Königin Mathilde in Nordhausen ihr letztes Frauenstift. Das sollte ein gutes Omen für die bevorstehende Kaisererhebung ihres Sohnes sein. In zwei Lebensbeschreibungen über sie, 974 und nach 1002 verfasst, wird dargelegt, dass sie sich oft und gern hier aufhielt.

965 kehrte Kaiser Otto I. nach Köln zurück, wo er einen Reichstag abhielt. Die ganze Familie, auch Mathilde, war zugegen, die man hoch ehrte. Mehrere Ehen wurden geschlossen, immer getragen von dem Gedanken an Festigung und Mehrung des Einflusses der kaiserlichen Familie.

Otto I. besuchte 965 oder 966 seine Mutter in ihrer letzten Stiftung, denn er wollte ein weiteres Mal nach Italien aufbrechen. Über diesen siebentägigen Besuch gibt es in der Vita I von 974 über Mathilde einen ausführlichen Bericht. Beide mussten davon ausgehen, dass der Sohn seine betagte Mutter nicht mehr wiedersehen würde. Sie legte ihm die Stiftung in Nordhausen mit eindringlichen Worten ans Herz, denn hier hatte sie seine Schwester Gerberga geboren, die Königin in Frankreich war, und ihren Lieblingssohn Heinrich, den Herzog von Bayern, bereits gestorben.

Otto I. und Mathilde (Foto: privat) Otto I. und Mathilde (Foto: privat) Diese Abschiedsszene wurde 1912/13 von dem bekannten Künstler Hans Looschen aus Berlin im Auftrag der Stadt und Sparkasse für den Plenarsaal im Stadthaus gemalt. Auch ein Bild Heinrich I. entstand und eines von Heinrich dem Löwen, der Nordhausen in Brand setzte. Diese großformatigen Gemälde wurden bei der Bombardierung Nordhausens 1945 zerstört. Einige Fotos wurden überliefert.

Nach diesen schuf der Maler Ludwig Mucke aus Hamburg Kopien, die seit zehn Jahren in der ersten Etage des Neuen Rathauses hängen und es Wert sind, mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu gelangen. Initiator für die Auferstehung der drei Gemälde war der Verein für lebendiges Mittelalter, der die Bürger zu Spenden aufrief und selbst ein größeres Scherflein dazu gab.

Um an Otto I. und seine Eltern, Heinrich I. und Mathilde, in dem mehrfachen Jubiläumsjahr zu erinnern, wurde im Foyer des Alten Rathauses von der Autorin eine kleine Ausstellung aufgebaut. Sie wird am 13. Mai um 11.00 Uhr eröffnet. Weitere Führungen gibt es an diesem Tag um 14.00 und um 16.30 Uhr.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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