Kommentare
amlika
06.05.2012, 18:48 Uhr
Oh jaaaa...endlich eine Frau an der Spitze des Landkreises
Daumen hoch! Ich hoffe sehr, es reicht!!!
Bodo Schwarzberg
06.05.2012, 19:22 Uhr
Und nun Frau Keller: Blick ÜBER den Teller!
Ich freue mich über den um diese Uhrzeit recht wahrscheinlichen Wahlsieg von Birgit Keller. Nach dem beliebten, pragmatischen, aber dennoch eine recht verstaubte Politik ohne Blick über den Tellerrand vertretenden Landrat Joachim Claus eine Frau mit Visionen.
Zwar gilt für mich nach wie vor ein allgegenwärtiges Misstrauen gegenüber jedwedem Politiker: Denn auch die Weisheit gilt: "Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten." Und so glaube ich, einerseits, dass auch unter Frau Keller eine eher konservative, bürgerliche Provinzialpoltik gemacht werden wird, mit dem Fokus auf dem primären Interesse der Bevölkerung an ihrer ganz persönlichen Besitzstandwahrung.
Das so notwendige Denken über den Tellerrand hinaus, die Einordnung der Kreispolitik in das existentiell wichtige globale, statt antiquierte lokale denken, das wird auch sie wohl in Abhängigkeit des Bevölkerungswillens nicht hinbekommen. So viel Idealismus geht jedem Politiker ab, der schon so lange wie Frau Keller, oder in der Stadt Dr. Zeh, eingefahrene Gleise benutzt, um weiter zu kommen und möglichst wenig anzuecken, von Ausnahmen abgesehen.
Machen wir uns nichts vor: Auch hier regiert Geld die Welt. Und mir kann niemand der Kandidaten weismachen, dass er nicht an sehr vorgeschobener Stelle den zu wählenden Posten wegen dessen hoher Vergütung anstrebt.
Sollte ich Unrecht haben, werden wir das von Frau Keller und Klaus Zeh in Kürze an deren Idealismus sehen.
Aber immerhin: Die Linke hat zumindest erkannt, dass unser heutiges System in seiner Anlage massiv zu hinterfragen ist, vor allem was die katastrophalen Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzpolitik in Europa und weltweit angeht. So viel Schaden konnte die tatsächlich z.T. böse DDR jedenfalls nicht anrichten, wie so manche Wirtschafts- und Bankenbosse in Europa mit ihren weltweiten, menschlichen und ökologischen Auswirkungen.
Und so gratuliere ich Frau Keller. Sie war auch meine Kandidatin. Aber als kritischer Mensch, der sich lieber mit dem Blick auf seine Umwelt statt mit Nabelschau beschäftigt, werde ich sie gewiss auf die Einheit vom linken geschriebenen Wort und ihrer Realpolitik konfrontieren, falls notwendig.
Anno1968
06.05.2012, 19:25 Uhr
ohje
Mal eine Landrätin ist ja ok, meinen Glückwunsch. Aber wie kann man eine Partei wählen, die aus der SED mit entstanden ist? Das geht gar nicht. Was nicht persönlich gegen die neue Landrätin gerichtet ist. Warten wir mal ab.
Peppone
06.05.2012, 19:39 Uhr
Glückwunsch an Frau Keller
und verwalten Sie das Landratsamt bitte nicht, gestalten Sie es im Sinne unserer Menschen!
@Schwarzberg: Es reicht vollkommen aus wenn Sie über den "Tellerrand" nach Ozeanien oder Amazonien schauen und informieren, verhindern kann man's ja eh nicht. Unsere Landräte sollen sich um die Probleme vor Ort kümmern! Es geht um lokale Politik und nicht um das Recht auf einen konstanten Meeresspiegel!
Bodo Schwarzberg
06.05.2012, 19:46 Uhr
Dr. Zeh-bitte keine eingefahrenen Gleise
Ich gratuliere Dr. Klaus Zeh, dessen menschliche, verbindliche Art ich bei mehreren Gesprächen, auch für mein letztes Buch "Menschenbilder" in angenehmer Erinnerung habe. Ich bin kein Feund der Politik, wenn sie nicht visionär ist und die globalen Herausforderungen und Fakten als überlebensnotwendige Handlungsanleitung akzeptiert. Genau das wünsche ich mir von Dr. Zeh für unsere Stadt. Er stammt aus Leipzig, und damit aus einer Region, die mir vor allem auf Grund der Liebenswürdigkeit ihrer Bewohner genauso wie Nordhausen ans Herz gewachsen und in diesem Sinne mitunter beispielgebend ist. Ich würde mir wünschen, dass Klaus Zeh ein wenig sächsische Freundlichkeit, menschliche Nähe und Charisma in die Stadtpolitik vom Nordhäuser Schlage bringt. Als prominentes Vorbild, empfehle ich ihm diesbezüglich den ehemaligen Leipziger OB Wolfgang Tiefensee, den ich im Rahmen der Leipziger Olympiabewerbung selbst kennenlernte.
Mit sächischer Liebenswürdigkeit allein aber lässt sich in Nordhausen natürlich noch keine Politik machen. Dr. Zeh ist gläubiger Katholik und in diesem Sinne möglicherweise kein Anhänger von Heinrich Heine, der ja in seinem "Deutschland - ein Wintermärchen" von der Notwendigkeit sprach, bereits auf der Erde das "Himmelreich" zu errichten - gedacht als poetischer Kinnhaken an die katholische Kirche. Ja, Herr Dr. Zeh, bitte helfen sie mit, das Himmelreich bereits auf der Erde zu errichten, ein Himmelreich, dass nicht die kurfristige Lösung von nur wichtig ERSCHEINENDEN Problemen zum Inhalt hat, sondern mit Weitblick und Augenmaß die langfristig viel bedeutsameren beinhaltet. Dafür sollten Sie tatsächlich auch ihre Kontakte aus dem Landtag nutzen.
Bedenken habe ich nur, weil Sie schon so lange den Politikbetrieb kennen, von ihm gewiss verändert und eingestellt wurden. Nicht nur Kontakte, sondern auch ständige Selbstreflexion ist also gewiss angebracht.
Jedenfalls mochte ich Ihren nicht ganz so schreienden und ressourcenverschleudernden Wahlkampf wie jenen ihres Widersachsers Jendricke. Der hatte wohl gehofft, dass man mit Bildern und ein paar populären Sprüchen allein schon eine Wahl gewinnen kann. Vor allem sein Schweigen zu ökologischen Fragestellungen hat mich bei ihm noch misstrauischer und kritischer sein lassen. Auf letzterem Gebiet erhoffe ich mir von Dr. Zeh mehr, aber ich vermute, dass vieles auch bei ihm über den Status Hoffnung auf diesem Gebiet teilweise nicht hinaus gehen wird. Oder doch? In wenigen Tagen lesen Sie in der NNZ die Antworten der Politiker auf unsere BUND-Kreisgruppen-Fragen. Das ist dann gewissermaßen die Fortsetzung dieses Kommentars.
pumpnC
06.05.2012, 19:51 Uhr
@Anno
Die SED Nachfolgepartei war die PDS. Die Linken ist ein Zusammenschluss von WASG und PDS. Ich denke nach über 20 Jahren und eben diesen Zusammenschluss repräsentiert diese Partei ehr den linken Flügel von Deutschland und nicht mehr das SED-Regime. Desweiteren sollte man Kommunalpolitik nicht immer mit Bundespolitik vergleichen bzw. verwechseln.
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