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Sa, 09:38 Uhr
08.11.2003

Theater im Kunsthaus

Nordhausen (nnz). Kunst ist ein weitläufiger Begriff. Kunst in Nordhausen ist nicht nur Theater, sondern hat in der Rolandstadt viele Facetten. In der kommenden Woche werden zwei davon zusammengeführt.


Zur Szenischen Lesung am 13. November, um 20 Uhr, im Kunsthaus Meyenburg sagt Kunsthistorikerin Susanne Hinsching: „Den Spuren von Barlach kann man im wahrsten Sinne des Wortes am Donnerstag folgen, der in persona von Andreas Schachl durch die Szenische Lesung und das Kunsthaus führt.

In kraftvollen und eindringlichen Worten bringen die Mitglieder des Nordhäuser abgespeckten Schauspielensembles Briefe und Dramen Barlachs – wie „Der Blaue Boll“, „Der tote Tag“ und der „Arme Vetter“ - dem Publikum näher. Durch die ausgewählten Textstellen werden die nicht immer leicht verständlichen Inhalte der Dramen und Barlachs prägnante Sprache besonders gut vermittelt. Da die einzelnen Szenen in den Räumen spielen, in denen auch die zugehörigen grafischen Arbeiten zu sehen sind, werden Barlachs Intensionen seine Texte durch Bilder und seine Bilder durch Texte zu ergänzen besonders deutlich.

In dem Drama „Der arme Vetter“ von 1919 bringt Barlach das verzweifelte Bemühen, die Sinnhaftigkeit des Lebens zu finden, neben tolldreisten, absurden, höchst lächerlichen und sehr vergnüglichen Geschichten auf die Bühne. Die Handlung spielt an der Elbe, wo Barlach in Wedel geboren wurde und von 1901-1904 gelebt hat. Hans Iver, dem „armen Vetter“, der eindrucksvoll von Martin Meißner gespielt wird, gelingt am Schluss dieses Dramas, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Er sucht sein besseres Ich und kann es auf dieser Welt nicht finden. Umgeben ist er dabei vor allem von Menschen, die ihr Glück im Diesseitigen einer geordneten Existenz oder im kurzen Vergnügen suchen.

Zu diesem Stück passt Barlachs eigene Aussage: „Ich habe das alles tödlich und schwer erlitten und habe mich durch die Arbeit befreit. Man braucht nicht zum Revolver zu greifen, sondern kann Vertrauen haben und hoffen.“

Die anspruchsvollen und sehr unterschiedlichen Texte Barlachs, die durch das Nordhäuser Schauspielensemble bei der Premiere am 10. Oktober so beeindruckend umgesetzt worden sind, zeigen besonders gut das schauspielerische Können der Schauspieler des Nordhäuser Theaters. Aufgrund des großen Interesses und der ausverkauften ersten Vorstellung findet am 13. November um 20.00 Uhr eine zweite Veranstaltung statt. Kartenvorverkauf an der Theaterkasse sowie an der Abendkasse im Kunsthaus Meyenburg, Alexander-Puschkin-Str. 31.“
Autor: nnz

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