Do, 10:01 Uhr
30.10.2003
nnz-Betrachtung: Wie weiter?
Nordhausen (nnz). Wie soll es mit den Kommunen in diesem Landkreis weitergehen? Mit dem Blick in die leeren Kassen ist diese Frage mehr als erlaubt. Noch interessanter: Wie soll es mit dem Landkreis weitergehen? Dazu eine Betrachtung.
Wenn die Einheitsgemeinde Hohenstein nicht im Landkreis Nordhausen ihr Zuhause hätte, sondern im Landkreis Eichsfeld, dann hätte sie schlicht und ergreifend pro Jahr 100.000 Euro mehr in ihrer Kasse, meint Bürgermeister Höche. Der Grund: Im Landkreis Eichsfeld werden pro Kopf rund 40 Euro weniger Kreisumlage erhoben wie in unserem Landkreis. Der Landkreis Nordhausen ist bekanntlich auf dem besten Wege Kreisumlage-Spitzenreiter in Thüringen zu werden.
Und da tönt es viel lauter als in den Jahren zuvor: Je eher dieser Landkreis seine Existenz verliert, um so besser für die Menschen. Das hört man aus Ellrich oder Mackenrode, nicht aber aus Nordhausen. Der Tenor in der Rolandstadt: Kreisfreiheit ist derzeit kein Thema! Doch erst ein solches Ansinnen könnte nach Ansicht vieler Kommunalpolitiker richtig Bewegung in die unterschwellige Diskussion bringen.
Immer wieder wurde in den zurückliegenden Jahren mit dem Finger auf Eisenach gezeigt. Die Wartburgstädter gingen nach 1994 ihren Weg und machten sich frei vom Wartburgkreis. Und: Sie wollen nicht wieder zurück. Ein kleines Rechbeispiel soll das deutlich machen. Wäre die Rolandstadt frei vom Kreise, dann müsste sie sich in diesem Jahr nicht mit der Zahlung von 8.841.288 Euro beschäftigen. Die fließen ins Landratsamt, im kommenden Jahr soll es eine Million Euro mehr sein. Selbst wenn bei einer Kreisfreiheit zusätzliche Ausgaben in Höhe von vielleicht sieben Millionen Euro auf Nordhausen zukommen, dann hätte es sich – rein rechnerisch gesehen – gelohnt.
Auf jeden Fall würde das Anstoßen dieser Diskussion Bewegung bringen. Vor allem im Landratsamt, aber auch im Land Thüringen selbst. Dort will man seine Ruhe haben und denkt an die Unterlagen in den Schubladen, schließlich aber geht es um Wahlen im kommenden Jahr. Doch dann werden die Karten neu gemischt. Bleibt alles beim Alten, dann müssen sich die Kommunen die Frage stellen, ob ihre selbstverwalterische Existenz überhaupt noch zeitgemäß ist? Dann werden Kultureinrichtungen geschlossen, Weimar exerzierte es vor, andere Städte ziehen nach. Dann wird man sich in Nordhausen auch den Luxus freiwilliger Aufgaben kaum noch leisten können. Das gleiche Schicksal wird die anderen Kommunen ereilen.
Was also tun? Stillhalten oder losschlagen. In Mackenrode könnte ja Martin Höche darüber nachdenken, nicht die Kreisfreiheit zu beantragen, sondern den Wechsel ins Eichsfeld. Schließlich winken dort 100.000 Euro mehr im Einheitsgemeindesäckel.
Autor: nnzWenn die Einheitsgemeinde Hohenstein nicht im Landkreis Nordhausen ihr Zuhause hätte, sondern im Landkreis Eichsfeld, dann hätte sie schlicht und ergreifend pro Jahr 100.000 Euro mehr in ihrer Kasse, meint Bürgermeister Höche. Der Grund: Im Landkreis Eichsfeld werden pro Kopf rund 40 Euro weniger Kreisumlage erhoben wie in unserem Landkreis. Der Landkreis Nordhausen ist bekanntlich auf dem besten Wege Kreisumlage-Spitzenreiter in Thüringen zu werden.
Und da tönt es viel lauter als in den Jahren zuvor: Je eher dieser Landkreis seine Existenz verliert, um so besser für die Menschen. Das hört man aus Ellrich oder Mackenrode, nicht aber aus Nordhausen. Der Tenor in der Rolandstadt: Kreisfreiheit ist derzeit kein Thema! Doch erst ein solches Ansinnen könnte nach Ansicht vieler Kommunalpolitiker richtig Bewegung in die unterschwellige Diskussion bringen.
Immer wieder wurde in den zurückliegenden Jahren mit dem Finger auf Eisenach gezeigt. Die Wartburgstädter gingen nach 1994 ihren Weg und machten sich frei vom Wartburgkreis. Und: Sie wollen nicht wieder zurück. Ein kleines Rechbeispiel soll das deutlich machen. Wäre die Rolandstadt frei vom Kreise, dann müsste sie sich in diesem Jahr nicht mit der Zahlung von 8.841.288 Euro beschäftigen. Die fließen ins Landratsamt, im kommenden Jahr soll es eine Million Euro mehr sein. Selbst wenn bei einer Kreisfreiheit zusätzliche Ausgaben in Höhe von vielleicht sieben Millionen Euro auf Nordhausen zukommen, dann hätte es sich – rein rechnerisch gesehen – gelohnt.
Auf jeden Fall würde das Anstoßen dieser Diskussion Bewegung bringen. Vor allem im Landratsamt, aber auch im Land Thüringen selbst. Dort will man seine Ruhe haben und denkt an die Unterlagen in den Schubladen, schließlich aber geht es um Wahlen im kommenden Jahr. Doch dann werden die Karten neu gemischt. Bleibt alles beim Alten, dann müssen sich die Kommunen die Frage stellen, ob ihre selbstverwalterische Existenz überhaupt noch zeitgemäß ist? Dann werden Kultureinrichtungen geschlossen, Weimar exerzierte es vor, andere Städte ziehen nach. Dann wird man sich in Nordhausen auch den Luxus freiwilliger Aufgaben kaum noch leisten können. Das gleiche Schicksal wird die anderen Kommunen ereilen.
Was also tun? Stillhalten oder losschlagen. In Mackenrode könnte ja Martin Höche darüber nachdenken, nicht die Kreisfreiheit zu beantragen, sondern den Wechsel ins Eichsfeld. Schließlich winken dort 100.000 Euro mehr im Einheitsgemeindesäckel.

