Mo, 17:32 Uhr
27.10.2003
nnz-Forum: Katholik in PDS
Nordhausen (nnz). Gerhard Jüttemann ist bekennender Katholik und saß acht Jahre für die PDS im Bundestag. Sebastian Drechsler, bekannt als kakophonisch - chaotischer Nutzer des OKN, ist ebenfalls Katholik und PDS-Mitglied. Für die nnz war Sebastian beim Bundesparteitag in Chemnitz.
Mein Wochenende verbrachte ich auf dem Bundesparteitag der PDS in Chemnitz. Die Entscheidungen der PDS, welche sie getroffen hat sind letztlich notwendig gewesen. Das Bekenntnis zur Marktwirtschaft und zum Gewinnstreben hat die Realität einfach erfordert. Die PDS gibt sich ein neues Programm mit dem Hintergrund, verschiedenen politischen Strömungen in ihr selbst Platz zu gewähren. Für mich als Katholik ein logischer Schluss, will die PDS in den nächsten Jahren schlagkräftig und politisch zurechnungsfähig bleiben.
Doch nun ein wenig zu meiner Person. Von Haus aus bin ich Katholik und seit 1999 Mitglied der PDS. Die christlichen Werte- und Moralvorstellungen, dass der Mensch Individuum ist und als solches sich ganz eigenständig entwickeln und entfalten soll, ist für mich Grundlage meines Handelns. Die katholische Soziallehre ist dabei Basis meines politischen Agierens. Diese Grundlage beharrt darauf, dass quasi keiner in unserer Gesellschaft verloren gehen darf. Als Christ kann ich in der dem Anschein nach christlichsten Partei sein, wenn sie aber nicht auf Grundlage der katholischen Soziallehre (oder es meint) arbeitet, wäre ich dort falsch, weil ich dann mit Sicherheit ein schlechtes Gewissen bekommen würde.
Als Christ kann ich so nur an meine Christen in den anderen Parteien appellieren, ihren Ursprung nicht zu verraten. Mt 6,21 "Die Leuchte deines Leibes ist dein Auge, ist nun dein Auge klar, wird dein ganzer Leib im Lichte sein." Soweit zu mir.
Viele reden davon, daß die PDS dem Untergang geweiht ist. Klar, ich sage da aber, dass sie sich momentan in einer gewissen Abhängigkeit ihrer eigenen Mitglieder befindet. Das mag am vorwiegend höheren Alter liegen und - das kann man mir zum Vorwurf machen seitens der PDS – daran, dass auch PDS-Mitglieder in einer politischen Passivität stecken. Mitglieder anderer Parteien billigen da schon mal lächelnd die Hartz-Gesetze und die Herzog-Vorschläge. Für mich als Christ zählt nicht, ob die PDS eine atheistische Partei ist, sondern vielmehr, ob sie für mich notwendig ist, mit ihrer Politik handeln zu können. Die PDS befindet sich auch 13 Jahre nach dem Mauerfall im Wandel. Linke Parteien reden immer viel und kommen so selten bzw. schwer zu einem Ergebnis. Der Sozialismus von gestern ist heute der demokratische Sozialismus. Das bedeutet für mich als Christ, daß auch Andersdenkende wichtig sind für eine Gesellschaft, die Sozialismus heißen soll. Noch dazu liegt es auch in dieser Gesellschaftsform in der Natur des Menschen sich zu verbessern und nach Gewinn zu streben.
Die PDS hier in Nordhausen auf zwei neuen Beinen: Ein neues Programm und ein neuer Kreisvorstand. Sie wird diese Beine nur in Gang bringen, wenn sie den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zeigen kann was PDS-Politik ist. Doch das wird wiederum schwierig sein, wo die Deutschen sich momentan wenig auf Politik verlassen können. Die derzeitigen öffentlichen Äußerungen von Thoralf Kox und die Reaktion von Rainer Bachmann zeigen, dass die PDS mit Problemen gewillt ist sachlich umzugehen. Wie die PDS Nordhausen sich in den nächsten zwei Monaten entwickelt wird man sehen - das hängt vom Kreisvorstand ab.
Sebastian Drechsler, Nordhausen
Autor: nnzMein Wochenende verbrachte ich auf dem Bundesparteitag der PDS in Chemnitz. Die Entscheidungen der PDS, welche sie getroffen hat sind letztlich notwendig gewesen. Das Bekenntnis zur Marktwirtschaft und zum Gewinnstreben hat die Realität einfach erfordert. Die PDS gibt sich ein neues Programm mit dem Hintergrund, verschiedenen politischen Strömungen in ihr selbst Platz zu gewähren. Für mich als Katholik ein logischer Schluss, will die PDS in den nächsten Jahren schlagkräftig und politisch zurechnungsfähig bleiben.
Doch nun ein wenig zu meiner Person. Von Haus aus bin ich Katholik und seit 1999 Mitglied der PDS. Die christlichen Werte- und Moralvorstellungen, dass der Mensch Individuum ist und als solches sich ganz eigenständig entwickeln und entfalten soll, ist für mich Grundlage meines Handelns. Die katholische Soziallehre ist dabei Basis meines politischen Agierens. Diese Grundlage beharrt darauf, dass quasi keiner in unserer Gesellschaft verloren gehen darf. Als Christ kann ich in der dem Anschein nach christlichsten Partei sein, wenn sie aber nicht auf Grundlage der katholischen Soziallehre (oder es meint) arbeitet, wäre ich dort falsch, weil ich dann mit Sicherheit ein schlechtes Gewissen bekommen würde.
Als Christ kann ich so nur an meine Christen in den anderen Parteien appellieren, ihren Ursprung nicht zu verraten. Mt 6,21 "Die Leuchte deines Leibes ist dein Auge, ist nun dein Auge klar, wird dein ganzer Leib im Lichte sein." Soweit zu mir.
Viele reden davon, daß die PDS dem Untergang geweiht ist. Klar, ich sage da aber, dass sie sich momentan in einer gewissen Abhängigkeit ihrer eigenen Mitglieder befindet. Das mag am vorwiegend höheren Alter liegen und - das kann man mir zum Vorwurf machen seitens der PDS – daran, dass auch PDS-Mitglieder in einer politischen Passivität stecken. Mitglieder anderer Parteien billigen da schon mal lächelnd die Hartz-Gesetze und die Herzog-Vorschläge. Für mich als Christ zählt nicht, ob die PDS eine atheistische Partei ist, sondern vielmehr, ob sie für mich notwendig ist, mit ihrer Politik handeln zu können. Die PDS befindet sich auch 13 Jahre nach dem Mauerfall im Wandel. Linke Parteien reden immer viel und kommen so selten bzw. schwer zu einem Ergebnis. Der Sozialismus von gestern ist heute der demokratische Sozialismus. Das bedeutet für mich als Christ, daß auch Andersdenkende wichtig sind für eine Gesellschaft, die Sozialismus heißen soll. Noch dazu liegt es auch in dieser Gesellschaftsform in der Natur des Menschen sich zu verbessern und nach Gewinn zu streben.
Die PDS hier in Nordhausen auf zwei neuen Beinen: Ein neues Programm und ein neuer Kreisvorstand. Sie wird diese Beine nur in Gang bringen, wenn sie den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zeigen kann was PDS-Politik ist. Doch das wird wiederum schwierig sein, wo die Deutschen sich momentan wenig auf Politik verlassen können. Die derzeitigen öffentlichen Äußerungen von Thoralf Kox und die Reaktion von Rainer Bachmann zeigen, dass die PDS mit Problemen gewillt ist sachlich umzugehen. Wie die PDS Nordhausen sich in den nächsten zwei Monaten entwickelt wird man sehen - das hängt vom Kreisvorstand ab.
Sebastian Drechsler, Nordhausen
| Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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