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Fr, 10:01 Uhr
24.02.2012

Gedichten und Balladen

Die schönsten Gedichte und Balladen Theodors Fontane sind zu hören am morgigen Samstag in der „Dichterstätte Sarah Kirsch“. Eine Einleitung dazu von Eva Müller in Ihrer nnz...


Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 als Sohn des Apothekers Louis Henry Fontane und Emilie Fontane in Neuruppin geboren. Beide Eltern waren hugenottischer Herkunft. Seine frühe Kindheit erlebte Theodor in Neuruppin, Vater und Mutter unterrichteten ihn. Von 1832 bis 1833 besuchte er das Friedrich-Wilhem-Gymnasium in Neuruppin. Auf diese Zeit wird auch bereits sein Geschichten Buch datiert. Anschließend besuchte er eine Gewerbeschule in Berlin, brach die Ausbildung 1836 ab und begann eine neue Ausbildung als Apotheker.

Seine erste Novelle Geschwisterliebe veröffentlichte Fontane 1839. Die erste Stelle als Apothekergehilfe trat er in Burg bei Magdeburg an, erste Gedichte entstanden, weitere Orte wie Leipzig, Dresden und Berlin folgten rasch. 1848 erhielt Fontane seine Approbation als „Apotheker erster Klasse“. Im September 1849 entschloss sich Fontane seinen Apothekerberuf völlig aufzugeben und als freier Schriftsteller künftig zu arbeiten. In diesem Jahr wurde auch sein erstes Buch Männer und Helden. Acht Preußenlieder veröffentlicht. Am 16. Oktober 1850 heiratete er, verlobt waren sie bereits seit 1845, Emilie Rouanet-Kummer. Der erste Sohn Georg kam 1851 als erstes Kind der Eheleute auf die Welt, sechs weitere folgten, 3 Söhne starben kurz nach der Geburt.

Fontane arbeitet als Korrespondent in London, als Theaterkritiker, als Journalist, schrieb Reiseberichte und über Kriege, reiste dazu zu den Kriegschauplätzen und entschloss sich ab 1874/75 nur noch Romane zu schreiben. Es entstanden in rascher Folge:. Vor dem Sturm, Grete Minde, Schach von Wuthenow, Unterm Birnbaum, Stine, Effi Briest, Die Poggenpuhls, Der Stechlin, Mathilde Möhring und weitere.

Theodor Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin. Er wurde auf dem Friedhof II der Französischen Gemeinde zu Berlin beerdigt.

Fontane schrieb neben literarischen Werken auch als Journalist, übersetzte aus dem englischen (Shaekespeare Hamlet), dazu kamen noch Dramen, Gedichte, Biografien, Kriegsbücher, Briefe, Tagebücher, Theaterkritiken, Zeitungsartikel und programmatische Schriften.

Über 2000 Gedichte und Balladen, da fällt es schwer eine repräsentative Auswahl, auf die bekanntesten Gedichte, das gilt besonders für die Balladen – wie z.B. John Maynard nicht zu verzichten und so wird versucht den Bogen vom frühen zum späten Fontane zu schlagen, das Politische und Gesellschaftliche, das Historische und Moderne, das Biografische und Autobiografische ins Blickfeld zu rücken.

In einem Brief an Theodor Storm gesteht er am 14. Februar 1854 – , dass er „das Lyrische“ für seine „schwächste Seite“ hält. Diese zunächst bedauernd konstatierte Schwäche hat uns nicht nur den großen Epiker Fontane beschert, sondern auch eine neue, ja moderne Lyrik. Der pragmatisch-nüchterne Realismus und die Unfähigkeit zu traditionellem Lyrischen haben bei Fontane für eine bemerkenswerte poetische Innovation gesorgt.

Da Fontane –wie er selbst in dem zitierten Brief behauptet - vom Epischen und Dramatischen mehr angezogen wird, führt ihn sein Weg frühzeitig zur Balladenkunst bzw. zum epischen Gedicht. Die Bedenken gegen die gängige Lyrik, „Goldschnittlyrik“, lassen ihn Versuche in der polischen und vor allem der geselligen Form der Gelegenheitsgedichte wagen und dabei überraschende Erfolge erzielen, weil sich sehr bald ein eigener Ton herausbildet. Und der ist vor allem durch das Unprätentiöse, den Wortwitz, den Humor, die Ironie, die Lust am Detail, eine starke Subjektivität und Authentizität bestimmt – eben durch den Verzicht auf das „Feierliche“

Am eindrucksvollsten wird auch in seinen Balladen sichtbar, das er gegen die vorherrschenden Formen und Themen „dichtet“, sich zwar dem praktizierten Heldenkult anschließt, aber tatsächlich einen neuen Ton anschlägt und vor allem ein neues Menschenbild vermittelt. Die späten Balladen – Die Brück am Tay und John Maynard – eröffnen dieser traditionsreichen und scheinbar festgelegten Gattung zudem die Dimension der modernen technischen Welt.

Fontanes poetischer Blick richtet sich auf die moderne Gesellschaft, sucht das Alltägliche, das Menschliche, die Arbeitswelt das gern Übersehene, ja das Banale und Triviale und erobert einen neuen sachlichen Realismus.

Theodor Fontane ist, so Helmut Scheuerer, „einer der großen Protagonisten eines ästhetischen Modernisierungsprozesses“
Eva Müller

So und nicht anders

Die Menschen kümmerten mich nicht viel,
Eigen war mein Ziel.

Ich mied den Markt, ich mied den Schwarm,
Andre sind reich, ich bin arm.

Andre regieren (regieren noch),
Ich stand unten und ging durchs Joch.

Entsagen und lächeln bei Demütigungen,
Das ist die Kunst, die mir gelungen.

Und doch, wär`s in die Wahl mir gegeben,
Ich führte noch einmal dasselbe Leben.

Und sollt` ich noch einmal die Tage beginnen,
Ich würde denselben Faden spinnen. Theodor Fontane
Autor: nnz

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