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Mi, 10:18 Uhr
08.10.2003

Auch eine Lesung

Nordhausen (nnz). Seit dem 19. September ist im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg die Ausstellung „Ernst Barlach. Grafik. Plastik. Drama.“ zu sehen. Als Bonbon zur Ausstellung gibt übermorgen noch eine Lesung.


Ein Anliegen dieser Ausstellung sei es, dem Besucher sowohl das literarische als auch das bildkünstlerische Werk Barlachs näher zu bringen und den Künstler Barlach als Ganzes zu zeigen. Deshalb sei am 10. Oktober um 20 Uhr im Kunsthaus eine Lesung seiner Texte geplant, kündigte jetzt Kunsthistorikerin Susanne Hinsching an.

Diesem Anliegen entsprechend stünden auch die druckgrafischen Zyklen “Der tote Tag“, “Der arme Vetter“ und “Der Findling“ sowie „Der Blaue Boll“, die Barlach als Illustration zu seinen eigenen Dramen geschaffen hat im Mittelpunkt der Ausstellung. Dazu ermögliche ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt des Theaters Nordhausen mit dem Kunsthaus Meyenburg am 10. Oktober eine Einführung in die Schreib- und Denkweise Barlachs. Das Schauspielensemble des Nordhäuser Theaters veranstaltet um 20.00 Uhr im Kunsthaus eine Szenische Lesung zu Texten von Ernst Barlach. In der Lesung werden Auszüge aus allen Dramen vorgetragen, zu denen in der Nordhäuser Ausstellung Grafiken präsentiert werden, sagte Hinsching.

Die Mehrzahl von Barlachs acht Zyklen, die er zu eigenen literarischen Vorlagen fertigte, seien im Zeitraum von 1911 bis 1922 entstanden. Barlach, der schon in seiner Jugend Prosatexte verfasst hatte, begann sich um 1910 intensiver mit der Gattung des Dramas zu beschäftigen. 1912 entstand als erstes dramatisches Werk in fünf Akten “Der tote Tag”. Barlachs Grundempfinden, einem inneren Auftrag zu folgen, bestimmte sowohl sein literarisches als auch sein grafisches und plastisches Schaffen. Barlach führt in seinen Dramen Lebenswege von Menschen vor, die zum Wesentlichen gelangen möchten. Dabei zeigt der Dramatiker Barlach aber auch, dass “Emanzipation” - besonders in Bezug auf fremdbestimmte Gottesvorstellungen - kein einfacher Weg ist. Barlach äußerte sich in zahlreichen Briefen z.B. an Reinhard Piper oder den Psychologen Julius Cohen sowie an seinen Freund und Verleger Paul Cassierer, der sowohl seine Dramen als auch seine druckgrafischen Mappenwerke herausgab, zum Anliegen seiner geschriebenen Werke.

Auch wenn der eigentliche Schreibanlass für Barlach privater Natur war, werden seine Dramen literaturhistorisch zu den expressionistischen Werken gezählt, die als “Wegweiser in die neue Welt” galten. Das Besondere an seinen Werken bestehe auch darin, dass Barlach die Widersprüche seines Wesens in den Figuren seiner Theaterstücke zu Gestalten forme, erläutert die Kunsthistorikerin.

Zur Lesung am 10. Oktober sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Karten gibt es im Vorverkauf an der Theaterkasse für 5 Euro sowie an der Abendkasse. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. November im Kunsthaus Meyenburg, A.-Puschkin-Str. 31, 99734 Nordhausen, zu sehen. Öffnungszeiten Di - So 10.00 - 17.00 Uhr.
Autor: nnz

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