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Mo, 09:56 Uhr
30.01.2012

Den möglichen Sieg knapp verpasst

Wenn der Zwölfte in der Tabelle den Klassenprimus und Titelfavoriten Nummer eins empfängt, dann sind die Verhältnisse eigentlich schon vor dem Anwurf klar abgesteckt. Sollte man meinen. Hier nun der ausführliche Spielbericht aus der Handball-Thüringenliga...

Knapp verloren (Foto: Christoph Keil) Knapp verloren (Foto: Christoph Keil)

Bei den Thüringenliga-Handballern des Nordhäuser SV sieht das in diesen Tagen dann aber doch etwas anders aus. Zwar war der Gast aus Apolda bei Thüringenligist Nordhäuser SV am Samstagabend klarer Favorit, doch es sollte sich aber ein Spiel entwickeln, das an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten war und das sich die HSV-Mannen aus Apolda sicherlich ganz anders vorgestellt hatten.

Zwar sollten es die Gäste aus der Glockenstadt sein, die in der ersten Halbzeit immer wieder die Tore vorlegten, doch die Nordhäuser hatten immer die richtige Antwort parat und ließen den Gast nicht wirklich davon ziehen. Mit einem Tor Abstand blieb die Heimmannschaft immer auf Schlagdistanz. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit konnte sich die Apoldaer, die in dieser Spielzeit erst drei Partien hatten abgeben mussten, dann aber doch erwartungsgemäß absetzen, mit einem 18:14 ging es in die Pause.

In der stellten die Gastgeber ihr Spiel etwas um, auf die Gäste wartete nun eine 5 zu 1-Abwehr, was den Apoldaern so ganz und gar nicht schmeckte. Die legten zwar mit den Toren weiterhin vor und konnten die Hausherren weiter auf Distanz halten, allerdings nur in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit. Denn die Nordhäuser hatten sich wieder gefangen, holten den Rückstand so nach und nach auf und ließen vor allen Dingen kaum noch Chancen der Gäste zu. Allerdings machten die Apoldaer mehr aus ihren Möglichkeiten.

Rund drei Viertel aller Torversuche landete auch im Kasten der Nordhäuser. Anders das Bild auf Gastgeberseite. Die Mannschaft von Trainer Andreas Meyer brachte es nur bei jedem zweiten Versuch auf einen Treffer. Trotzdem verringerten sie den Abstand weiter. Der Gast aus Apolda wurde so langsam übellaunig und der Abwehrriegel der Nordhäuser schmeckte dem Tabellenprimus so ganz und gar nicht. Das Spiel wurde wesentlich härter. Für den negativen Höhepunkt der Partie sorgte schließlich Nils Hübscher im Tor der Gäste. Der hatte es auf Riemekasten abgesehen und als die Nordhäuser kurz vor Spielende noch einmal Fahrt aufnahmen, lagen die Nerven offensichtlich blank.

Nils Hübscher hatte den heranfliegenden Riemekasten anvisiert. Im Stil, der einem Olli Kahn in besten Zeiten alle Ehre gemacht hätte, wurde nicht nur der Torversuch, sondern auch Riemekasten mit einem gezielten Knietritt gestoppt. Der Schiedsrichter fand das genauso wenig lustig, wie der am Boden liegende Nordhäuser. Glatt rot war der einzig mögliche Kommentar in Form einer Karte.
Nordhausen glich innerhalb weniger Minuten aus und alles sah danach aus, als könnten die Gastgeber das Spiel nun kippen.

Aus einem Vier-Tore-Rückstand war ein 27:27-Unentschieden geworden. Allerdings machte Nordhausen dann wieder nichts aus der entstandenen Überzahlsituation. Drei Minuten vor Spielende stand es nunmehr 28:28 und Fuhrmann stand am Siebenmeterpunkt. Doch der Ball zappelte nach dem Wurf nicht im Netz. Fuhrmann hatte zwar im Verlauf des Spiels für zehn Punkte gesorgt, dafür aber 20 Würfe benötigt. Mit einer etwas höheren Quote hätte er sicherlich für die Entscheidung sorgen können. In den folgenden Spielsekunden wurden den Gastgebern gleich zwei Möglichkeiten wegen vermeintlicher Schrittfehler abgepfiffen.

Nordhausen kassierte im direkten Gegenzug das 29:28. Doch die Nordhäuser sahen nun klar, dass hier mindestens noch ein Punkt zu holen war, man sogar kurz vor einer kleinen Sensation stand und der Tabellenführer wackelte. Im direkten Gegenzug an den Führungstreffer der Apoldaer stand Nordhausen wieder vor dem Tor der Gäste: 29:29. Doch noch einmal marschieret der Angriff des Spitzenreiters, die Abwehr stand, doch dann der Pfiff. Fuhrmann hatte zwar gefoult, soll allerdings dabei mit einem Fuß im Kreis gestanden haben. Und während die Nordhäuser noch ein wenig ungläubig schauten, versenkte der Gast den fälligen Strafwurf zum 30:29.

Noch standen 20 Sekunden auf der Uhr, noch einmal griff Nordhausen an, noch war die Chance da, dem Klassenprimus einen Zähler abzutrotzen. Doch der erste Angriff läuft sich in der Apolda-Abwehr fest, der folgende Freiwurf landet schließlich knapp neben dem Tor der Gäste.

Die gewinnen knapp, glücklich, aber auf Grund der besseren Torausbeute nicht unverdient. "Es ist schade, dass wir es nach einem tollen Spiel nicht verstanden haben, wenigstens einen Punkt zu holen. Verdient hätte es sich die Mannschaft", so Trainer Andreas Meyer, der mit der Moral und dem gezeigten Spiel, nur eben nicht mit dem Ergebnis zufrieden war.

Nordhausen steckt mitten im Abstiegskampf, "aber mit einer solchen Leistung haben wir es auf jeden Fall selbst in der Hand. Wenn wir unsere Heimspiele gewinnen und weiterhin so auftreten wie heute gegen Apolda, dann können und werden wir unser Ziel, den Klassenerhalt, schaffen", so die Kampfansage in Richtung der Konkurrenz.
Christoph Keil
Autor: nnz

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