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Di, 18:19 Uhr
27.02.2001

Luftholen für Bleicheröder Deusa - DVB lenkt vorerst ein

Erfurt/Bleicherode (nnz). Die Hauptgläubigerin im Deusa-Insolvenzverfahren, die Deutsche Verkehrsbank AG, will bis zum kommenden Montag einen Kaufinteressenten präsentieren. Das Frankfurter Kreditinstitut soll sich heute weiterhin bereiterklärt haben, die bis zum Freitag auflaufenden Verluste zu übernehmen. Dazu sollen 100.000 Mark in die Insolvenzmasse eingezahlt werden. Auch für die Zeit bis zur Vorlage eines konkreten Kaufangebotes wolle die Bank die Schulden übernehmen. Wie Insolvenzverwalter Carsten Bloss der nnz sagte, würden für einen solchen Zeitraum rund 1,2 Millionen Mark zusammenkommen. Die Bank, die sich bisher beharrlich gegen einen Verkauf der Deusa an die Possehl Erzkontor GmbH in Lübeck weigerte, geht sogar noch einen Schritt weiter. Sollte sich der vor ihr vorgeschlagene Investor nicht als die geeignete Lösung erweisen, werden die Frankfurter das jetzt von den Lübeckern vorliegende Angebot akzeptieren. Das heutige Gespräch, an dem auch Vertreter der Kali+Salz AG aus Kassel teilnahmen, soll in gleicher Besetzung seine Fortsetzung am kommenden Montag finden, sagte Carsten Bloss der nnz. Erneut werde Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster dann als Vermittler auftreten.
Die PDS-Fraktion des Thüringer Landtages hat sich heute mit einem Solidaritätsschreiben an die Belegschaft der Deusa gewandt. Darin heißt es unter anderem: "Nach dem Kahlschlag in der ostdeutschen Kaliindustrie und der monopolartigen Abschottung von Kali & Salz ist es nicht hinnehmbar, Bleicherode als letzten unabhängigen Kalistandort in Thüringen zu opfern". Die Landtagsabgeordneten von SPD und PDS, Dagmar Becker und Bodo Ramelow, hatten heute den Deusa-Betriebsratsvorsitzenden Falko Kauf zu den Gesprächen im Wirtschaftsministerium begleitet. Die PDS begrüßte die Gespräche bei Minister Schuster, jedoch gab Bodo Ramelow zu bedenken, dass die Deutsche Verkehrsbank immer noch pokere. Auch aus diesem Grund sei nicht eindeutig erkennbar, dass die Bank Verantwortung für die Region übernehmen wolle. Auf Antrag der PDS-Landtagsfraktion werde sich der Wirtschaftsausschuß des Thüringer Landtages am Donnerstag mit der Deusa-Problematik beschäftigen.
Autor: nnz

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