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Mi, 08:41 Uhr
14.12.2011

Richter Kropp: Mutter verzichtet auf ihr Kind

Manche Mütter sind mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. „Mutter wird man rasch, das ist man dann oft nicht so einfach“, so der Sondershäuser Familienrichter Christian Kropp, der es wissen muss. Streiten doch vor seiner Richterbank Jahr für Jahr Eltern aus dem Kyffhäuserkreis um „ihr“ Kind. Dabei geht es selten um das Wohl des Kindes, sondern vielmehr um die Interessen der Eltern und ihre Probleme miteinander...


Eine Frau aus dem Kyffhäuserkreis war als alleinerziehende Mutter für ihr dreijähriges Kind verantwortlich. Die Erziehung klappte so einigermaßen. Das Kind wies jedoch Verletzungsspuren auf, welche das Jugendamt veranlassten, beim Sondershäuser Familiengericht einen Antrag auf Entzug des elterlichen Sorgerechts zu stellen.

Eine erste Verhandlung ergab erhebliche Zweifel an der Darstellung der Mutter, ihr Kind sei nicht geschlagen worden. Ein medizinisches Gutachten wies typische Verletzungsmuster an der Wange der Kleinen auf, die von einem Schlag herrührte. Ein Strafrichter hatte die Mutter deswegen jedoch freigesprochen.

Das Familiengericht holte daraufhin ein familienpsychologisches Gutachten ein. Die Gutachterin kam dann zu dem Ergebnis, dass der Mutter die Eignung zur Erziehung ihrer Tochter fehlte. Das Verhältnis zwischen beiden sei von Gleichgültigkeit und Gefühlskälte geprägt, die der Entwicklung des Mädchens nicht förderlich seien.

Mit diesem Ergebnis in einer weiteren Verhandlung konfrontiert, „verzichtete“ die Mutter freiwillig auf ihr Kind. Dieses wächst jetzt bei einer Pflegefamilie auf, die Mutter darf es jedoch regelmäßig sehen.

„Ich will doch nur das Beste für mein Kind“, so die Mutter vor dem Sondershäuser Familiengericht. Das Beste war in diesem Fall die Trennung von Mutter und Kind. Ob dies von Dauer sein wird oder die Mutter erheblich an sich arbeiten wird, muss die weitere Zukunft zeigen. Familienrichter Christian Kropp konnte dieses Verfahren dann mit einem entsprechenden Vergleich abschließen.
Autor: nnz

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Kommentare
Wolfi65
14.12.2011, 10:46 Uhr
Schöne neue Welt
Mütter die auf ihre Kinder verzichten. Die ihr eigenes Fleisch und Blut aus dem fünften Stock eines Hochhauses werfen. Mütter, die ihre Töchter in der Badewanne ertränken. Väter, welche auf einen Weihnachtsmarkt statt mit Süsigkeiten, mit Handgranaten um sich werfen.
Kinder, welche Geschenke suchen und statt dessen den Tod finden. Es gibt nicht mehr viel Gutes auf der Welt!
Snoopy2001
14.12.2011, 13:04 Uhr
Katastrophe
Die Eignung zur Erziehung sollte lieber schon vorher festgestellt werden, und nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist..da kann ich Wolfi nur Recht geben..eine traurige Welt ist das.

Kann man nur hoffen, dass das Mädchen ihre Ruhe findet und durch eine starke Familie ein gutes Leben führen kann, wie es jedem Kind zusteht. Leider gibt es davon noch viel mehr Fälle und oftmals scheut sich das Jugendamt davor eine Entscheidung zu treffen, die sie verantworten müssten.
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